Feindbild Post

Die Antipathie der Hacker gegenüber streng regulierten Institutionen zeigte sich jedoch nicht nur bei IBM. So galt die Deutsche Bundespost (genauer: der Geschäftsbereich Fernmeldedienst, später Telekom) bis Mitte der 90er Jahre als das Feindbild der Hacker, da sie die Benutzung von Modems verbot, die keinen „Stempel“ der Post trugen.[1]

Dabei unterschieden sich die „postzugelassenen“ Modems in ihrer Ausstattung kaum von anderen Modellen. Im Kreise der Hacker verbreiteten sich bereits in den 80er Jahren Anleitungen zum Eigenbau von Modems. Die technische Ausstattung der kommerziellen Modems war aus Sicht der Hacker ihr Geld nicht wert. Desweiteren war selbst die Nutzung von Telefonen untersagt, die nicht bei der Post gekauft worden waren. Nutzer von Importtelefonen, die ihr Gerät in einem der einschlägigen Läden für wenig Geld erworben hatten, mussten mit einer Anzeige rechnen.[2]


[1] Vgl. Gröndahl 2000, S. 17.
[2] Vgl. Zander 2004.

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