4 Thesen über Raubkopierer und Hackerkultur

Die wissenschaftliche Arbeit der Informationswissenschaftler Dipl. Inf.-Wirt. Jan Krömer und Dr. phil. William Sen beschäftigen sich im Grunde mit den folgenden vier Thesen. Sie belegen oder widerlegen in ihrer wissenschaftlichen Auseinandersetzung „Hackerkultur und Raubkopierer“ die folgenden Thesen in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln (ehemals Fachhochschule Köln) am Institut für Informationswissenschaft . Diese wissenschaftliche Publikation war übrigens der Vorgänger zum Buch NO COPY. Erst nachdem die Autoren sich ausführlich mit den wissenschaftlichen Thesen auseinandergesetzt haben, folge schließlich eine Publikation im heutigen Klett-Cotta-Verlag.

These A:

Die heutige Informationsgesellschaft ist von der Hackerkultur geprägt.

Die Entstehung der Hacker geht zurück auf die 1950er Jahre, in denen eine Reihe neuer Technologien und Produkte die Computertechnik vorantrieb (einen historischen Überblick hierzu soll das nachfolgende Kapitel 8 verschaffen). Dabei sind Hacker im Grunde Menschen, die sich mit einer besonders ausgeprägten Faszination mit dem Programmieren am Computer und der Computertechnik beschäftigen. In diesem Zusammenhang gilt es zu analysieren, ob die heutigen Strukturen der Informationsgesellschaft unter dem Einfluss der Hackerkultur entstanden sind.

These B:

Raubkopien sind das Produkt einer von der Hackerkultur geprägten Gesellschaft.

Bei Betrachtung der Strukturen der organisierten Raubkopierer-Szene lassen sich verschiedene Parallelen zu der Szene der Hacker erkennen. Auch die Raubkopierer-Szene handelt aus einer gewissen Faszination heraus; ihr Hobby scheint zurückzugehen auf eine generelle Faszination der Technik, insbesondere der Computertechnik. Überzeugungen der Hackerkultur, wie das Überwinden von technischen Barrieren oder die freie Verbreitung von Informationen scheinen sich auch in der Raubkopierer-Szene wieder zu finden. Und auch unter den Gelegenheitskopierern sind immer wieder Gedanken der Hackerkultur zu finden.

These C:

Raubkopierer handeln destruktiv.

Das öffentliche Bild von Raubkopierern ist im Grunde, vor allem beeinflusst durch die Presseberichte und die Öffentlichkeitsarbeit der Rechteinhaber, negativ. Angesichts hoher Schadenszahlen könnte der Eindruck entstehen, Raubkopierer seien Personen, die bewusst Gesetze übertreten, da sie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Rechteinhaber entweder billigend in Kauf nehmen oder sie diese sogar ausdrücklich wünschen.

These D:

Raubkopierer betrachten Raubkopieren nicht als kriminelles Vergehen.

Würde man den Ansatz verfolgen, dass Raubkopierer aus idealistischen Gründen Raubkopien erstellen und verbreiten, so würden diese Raubkopierer die Kriminalität ihrer eigenen Taten nicht einsehen, sondern diese zum Beispiel als Dienst an der Gesellschaft einstufen.

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