Optionen der Rechteinhaber für einen wirksameren Umgang mit Raubkopierern

Sowohl die organisierte Szene der Raubkopierer als auch die Masse der Gelegenheitskopierer scheinen von den bisherigen Maßnahmen der Rechteinhaber nicht entscheidend beeinflusst worden zu sein. Die Unterhaltungsbrache, vor allem die Musikindustrie, beklagt nach wie vor den Einfluss des illegalen Brennens und Downloadens auf ihre Umsätze: „Der Musikmarkt hat in den letzten Jahren Umsatzeinbußen von mehr als 40% hinnehmen müssen. Ursache hierfür sind die ungebremste Ausweitung privater Vervielfältigungen durch neue digitale Technologien sowie die durch das Internet ausgelöste Flutwelle von Piratierie [sic]“.[1]

Angesichts der seit Jahren steigenden Zahl bespielter CD- und DVD-Rohlinge[2] und einer stetig steigenden Nutzung der Internet-Tauschbörsen[3] erscheint es daher fraglich, ob die bisherigen Maßnahmen der Rechteinhaber aufrechterhalten bzw. noch ausgeweitet werden sollten. Es lassen sich vielmehr alternative Maßnahmen erkennen, die für die Rechteinhaber Optionen für einen wirksameren Umgang der Raubkopierern sein könnten. Dabei muss betrachtet werden, dass diese Maßnahmen sowohl Auswirkungen auf die organisierte Szene der Raubkopierer als auch auf die breite Masse der Gelegenheitskopierer haben. Die Szene ist jedoch generell nur schwer durch Maßnahmen der Rechteinhaber zu erreichen, da sie das Releasen von Software, Filmen, Musik oder Büchern als Wettkampf und als Hobby ansieht und es ungeachtet gesetzlicher Regelungen oder Strafverfolgung betreibt. Eine größere Wirkung könnten die Maßnahmen auf Seiten der Gelegenheitskopierer haben. Insgesamt zeigen sich vier Punkte, an denen der Umgang der Unterhaltungsindustrie, vor allem der Musik- und Filmbranche, mit der „Problematik Raubkopien“ (sowohl auf Seiten der Szene als auch der Gelegenheitskopierer) wirksamer gestaltet werden könnte.


[1] Spiesecke 2006.
[2] Vgl. N.n. 2005 (n), S. 7.
[3] Vgl. Mennecke 2005 (a).

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