Unkonventionelle Wege

5. Mai 2002

Der junge Kölner Tropen Verlag geht unkonventionelle Wege und ist damit erfolgreich

Die Welt

Die Welt

Noch müssen Christian Ruzicska und Michael Zöllner die Stadt nicht verlassen – im Gegensatz zur Heldin in dem neuen Buch der französischen Star-Autorin Christine Angot. Die musste nämlich nach dem sensationellen Erfolg ihres Buches „Inzest“, die gewohnte Umgebung Montpelliers gegen die Metropole Paris eintauschen. Christine Angots neues Buch „Die Stadt verlassen“ ist der Frühjahrs-Spitzentitel des Kölner Tropen Verlags. Und damit der zweite Titel der umstrittenen Französin, der im Tropen Verlag erscheint.

Mit dem Erfolg von „Inzest“ ist nicht nur Christine Angot über Nacht zum Star im Literaturhimmel aufgestiegen. Von ihrem Ruhm fiel auch etwas auf den kleinen Verlag in der Maastrichter Straße ab. Denn wer kannte bis dahin schon den Tropen Verlag? In der Literaturszene war er nicht sehr bekannt, schon eher bei den Hackern und Skateboadern. Denn die ersten Titel, die die beiden Verlagspioniere Ruzicska und Zöllner verlegten, waren Bücher aus der Szene, wie „Hackertales“ von Denis Moschitto und William Sen oder Gedichte wie „Broken Poems“ des Skateboard-Heros Mark Gonzales. Sie lagen nicht in den Mega-Buchläden aus, sondern in Skateboard- und Computerläden. Doch der Verlag versteht sich nicht als Sprachrohr für Jugendkultur. Christian Ruzicska und Michael Zöllner gehen zwar neue Wege, erreichen somit auch neue, junge Leser, aber wichtig ist, „dass die Leute gute Literatur machen“, sagt Ruzicska. „Es war am Anfang auch nicht einfach, ein Vertriebsnetz aufzubauen“, sagt Michael Zöllner. Bis vor einem Jahr arbeitete Tropen bundesweit mit nur zwei Vertretern. In diesem Jahr sind es immerhin schon acht Außendienst-Mitarbeiter für den deutschsprachigen Raum. Großverlage haben im Vergleich dazu im Durchschnitt rund dreißig Vertreter. (…)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.