Release-Szene

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von Jakob Kufert, Andreas Schönau, Kay Thunig

Die Release-Szene ist klar strukturiert mit Regeln, Wertvorstellungen und zum Teil auch Etikette. Eine Gemeinschaft, die geheim agiert und für Außenstehende unzugänglich ist. Sie setzt sich aus gewissen Release Groups zusammen. Es herrschte eine Art des sportlichen Wettkampfes zwischen den Release Groups, bei dem es um die Schnelligkeit des Erstellens einer Kopie und der anschließenden Verbreitung geht. Durch das Internet ist den Mitgliedern durch spezielle Methoden die Sicherheit der Anonymität gegeben. Auf diese Sicherheit legt man großen Wert, um nicht das Objekt strafrechtlicher Verfolgung zu werden. Hieraus lässt sich schließen, dass die Täter im klaren Bewusstsein über ihre illegale Handlung sind. Persönlicher Kontakt unter den Mitgliedern existiert nicht, dennoch Bezeichnen sie sich als gute Freunde. Es sind vorwiegend männliche Mitglieder, mit einem breiten Spektrum an Altersklassen, welche sich global erstrecken.

Verbreitet werden die Raubkopien über FTP-Server (unter Punkt 2.2.1. beschrieben), sie sind hochleistungsfähig und mit Passwörtern geschützt. Über diesen Knotenpunkt, dem FTP-Server, gelangen die Kopien vom Ersteller zum Konsumenten.

Ziel ist es nicht, Gewinn zu verbuchen, sondern innerhalb der Gemeinschaft Anerkennung und Ruhm zu erlangen. Belohnt wird man durch Respekt und einen gewissen Status in der Hierarchie. Es ist eine regelrechte gesellschaftliche Ordnung in der Release-Szene zu erkennen. Die Aufgabenbereiche sind klar verteilt. Es gibt einen Leader, den normalen Member oder auch den Supplier, welcher wohl die wichtigste Arbeit einer solchen Release Group leistet. Er beschafft das Original des Titels, was wiederum den Status der gesamten Gruppe bestimmt, denn es ist von Bedeutung wie aktuell die Releases sind und welchen Bekanntheitsgrad sie haben. Oftmals sind es Personen, welche direkt in den Entstehungsprozess des Originals involviert sind. Eine Art von "Maulwürfen", die ihre Gemeinschaft mit originalen Filmen, Songs oder auch mit originaler Software füttert.

Es lässt sich sagen, dass in solch einer Gemeinschaft ungeschriebene Gesetze existieren. Sie verpönen die Weitergabe, den Verkauf oder das Veröffentlichen von Raubkopien unter fremden Namen.

Zusammenfassend ist die Release-Szene klar strukturiert und durchweg organisiert. Teilweise sind Merkmale einer selbstständigen Gesellschaft zu erkennen. Die Verhaltensweise der Mitglieder ist gekennzeichnet durch Regeln und Wertvorstellungen.

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