Die deutsche Szene

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Viele Filmfans in Deutschland kennen den Hinweis, der inzwischen zu fast jedem Kinobesuch gehört. Vor Beginn des Films wird darauf hingewiesen, dass ein Abfilmen verboten ist und strafrechtlich verfolgt wird.

Dabei ist dieser Hinweis im Grunde überflüssig. Der betreffende Film ist zu dem Zeitpunkt meist schon lange im Internet zu haben. Außerdem werden die meisten Filme gar nicht in Deutschland abgefilmt. Das liegt daran, dass 80% aller Kinostarts US-Produktionen sind und die Premieren in den USA in der Regel vor denen in Deutschland stattfinden. Zwar gehen die Filmstudios langsam dazu über, zumindest große Produktionen weltweit zeitgleich in die Kinos zu bringen. Dennoch sind einige Filme in den Staaten bereits als DVD erhältlich, wenn sie in den deutschen Kinos anlaufen. In der Zwischenzeit hat eine Release Group diese Filme gewöhnlich längst verbreitet.

Die deutschen Release Groups kooperieren daher oft mit ihren ausländischen Szenekollegen. Ihnen liegt die amerikanische Version des Films bereits vor. Was dem Film dann noch fehlt, ist lediglich der deutsche Ton. Statt einen Film im Kino umständlich abzufilmen, ist für deutsche Gruppen daher vor allem der Ton von Interesse.

Viele der in der Szene erstellten Tonspuren werden den Groups von Mitarbeitern von Ton- und Synchronstudios zugespielt. Aber auch Autokinos bieten sich als Quelle an. Da heutzutage der Ton im Autokino meist über eine UKW-Frequenz des Autoradios übertragen wird, kann der Ton in sehr guter Qualität aufgezeichnet werden.

Wenn eine Release Group sowohl die fremdsprachige Bildquelle als auch den deutschen Ton auf ihren Computern hat, muss sie beides nur noch zusammenfügen. Das Mischen von Ton und Bild (das sogenannte Dubben) stellt sich jedoch als gar nicht so einfach dar. Beide Quellen müssen exakt übereinanderliegen, damit dem Zuschauer nicht auffällt, dass der Film von einer Release Group selbst synchronisiert wurde. Zudem werden einige Filme für den deutschen Markt in einer anderen Version in die Kinos gebracht als in ihrem Herkunftsland. Ein Mitglied der Szene berichtete 2004 dem Magazin Focus über seine Mühen beim Dubben des Films Peter Pan: „Die Bildspur hatte ich aus den USA. Die war aber acht Minuten länger als die deutsche Fassung. Es war eine elende Arbeit, die Tonspur mit amerikanischen Versatzstücken zu verlängern, damit Ton und Bild synchron liefen.“