Kultur des Crackers

Es wäre sicherlich falsch zu behaupten, alle Cracker hätten von Anfang an die Freie-Software-Bewegung von Stallman gekannt oder sich mit Themen wie Selbstregulierung und Hackerethik auseinandergesetzt, um dann aus ideologischen Gründen Software zu cracken. Tatsächlich kennen viele Cracker die geschichtlichen Hintergründe des Computerzeitalters und deren Helden gar nicht.

Aus juristischer Sicht lässt sich das Cracken als destruktiver Akt betrachten. Auf eine andere Betrachtungsweise ist das Cracken aber auch eine Art Protest gegenüber kommerzieller Software. Während sich auf der einen Seite Institutionen wie FSF dafür einsetzen, möglichst viel freie Software auf legale Weise zu kreieren, setzen sich Cracker dafür ein, proprietäre Software mit Gewalt zu knacken. Während der „legale Protest“ darauf abzielt, sich möglichst viele Türen offenzuhalten, haben Cracker sich zum Ziel gesetzt, alle geschlossenen Türen aufzubrechen.

Dennoch bleibt die wichtigste Frage unbeantwortet: Wie kann eine organisierte Subkultur eine Ideologie durch ihr Handeln vertreten, ohne sie bewusst zu kennen?


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.