Labyrinth der Zahlen

Hier beginnt die eigentliche Arbeit des Crackers. Er taucht in die Funktionsweise des Kopierschutzes ein, um ihn verstehen und ausschalten zu können. Zum Beispiel begibt er sich auf die Suche nach dem Kontrollprogramm in der Software, um es auszuschalten. Ist erst einmal das Kontrollprogramm entfernt, kann das Programm gestartet werden, obwohl es eine Kopie ist. Dem Cracker liegt dann eine CD vor, die keine kopierschützenden Funktionen mehr beinhaltet.

Ein fertiges Programm auszukundschaften, um darin Manipulationen vorzunehmen, stellt sich schwieriger dar, als man zunächst annehmen würde. Der Grund hierfür liegt in der Programmiertechnik. Ein Programmierer programmiert nicht in reinen Zahlen. Statt dessen nutzt er eine Programmiersprache, die verständliche Anweisungen in englischer Sprache enthält. Nach Beendigung seiner Arbeit wird sein Programm vom Computer in Zahlen umgewandelt, um vom Prozessor verstanden werden zu können. Nach dieser Umwandlung ist es den meisten Programmierern nicht mehr möglich, diese Zahlen nachzuvollziehen.

Sobald ein Cracker ein Programm sezieren möchte, um den Kopierschutz zu entfernen, setzt er sich jedoch mit der umgewandelten Form, also mit Zahlenkomplexen, auseinander. Dies stellt für ihn seine vertraute Umgebung dar. Er versteht sie, arbeitet täglich mit ihnen und denkt nur noch in diesen Zahlen. Dadurch kann er erkennen, welche Zahlen und Koordinaten einen Kopierschutz in dem Zahlengewirr andeuten. Er sucht nach ganz bestimmten Zeichenfolgen innerhalb des Labyrinths von Ziffern, da er weiß, dass er genau diese entfernen muss, um den Kopierschutz zu beseitigen.

Cracking Software

Datei aus der Sicht eines Crackers: Die markierten Stellen zeigen Teile des Kopierschutzes an, die der Cracker erkannt hat.

Nach der erfolgreichen Manipulation wird das Programm startbereit gemacht. Der Kopierschutz ist dauerhaft eliminiert. Im nächsten Schritt wird das Programm nicht mehr auf einem Datenträger angeboten, sondern als Datei zum Download.


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