Monsterflopp

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All diese Kontakte führen zu einer außerordentlich effektiv funktionierenden Moviez-Szene. Die bereits erwähnte US-Studie ergab, dass es nur 5% der untersuchten DVD-Veröffentlichungen in den Handel schafften, ohne dass zuvor eine Kopie im Internet zirkulierte. Ab und zu gelangen sogar Versionen eines Films an die Öffentlichkeit, die nicht der endgültigen Fassung entsprechen. In diesen sogenannten Workprints können dann beispielsweise Mikrofone im Bild zu sehen sein. Einige enthalten zur Freude der Filmfans auch Szenen, die in der finalen Kinofassung herausgeschnitten worden sind.

Ein Beispiel für einen Workprint war der Actionfilm Hulk. Der 25-jährige Kerry Gonzalez, Mitglied der Release Group SMF, hatte den Film von einem Bekannten erhalten, der bei einer Werbeagentur arbeitete. Die Agentur wiederum hatte ihre Hulk-Version vom Filmstudio Universal bekommen.

Schon zwei Wochen vor dem Kinostart konnte Hulk im Juni 2003 als Kopie heruntergeladen werden. Bei dem im Internet erhältlichen Workprint fehlten jedoch zahlreiche Tonspuren und Spezialeffekte. Häufig schrie Hulk lautlos, in einigen Szenen fehlte ihm gar die Hose. Die Schwarzkopierer nahmen fälschlicherweise an, die endgültige Fassung zu besitzen, und stempelten den Film kurzerhand als schlechte Produktion ab und verrissen ihn im Internet.

Universal sah sich veranlasst, eine Pressekampagne zu starten, die darauf hinwies, dass es sich bei der im Internet erhältlichen Version um eine unfertige Fassung des Films handele. Dennoch schien der Ruf von Hulk ruiniert. Das Einspielergebnis blieb schließlich hinter den Erwartungen zurück.