Software wird käuflich

Bill Gates erfand kostenpflichtige Software

Software wird käuflich

Ein anderer Hacker hingegen schlug einen für diese Zeit eher ungewöhnlichen Weg ein. Mit seiner großen, auffälligen Brille und seinem blassen Gesicht passte er perfekt in das Bild eines typischen Hackers. 1975 gründete William (Bill) Henry Gates III zusammen mit Paul Allen das Unternehmen Micro-Soft (heute: Microsoft).

Seine Vision war es, als Produkt nicht Hardware, sondern lediglich Software zu verkaufen. Er sah seine Zukunft nicht darin, elektronische Bauteile zusammenzulöten, sondern wollte statt dessen für bereits bestehende Computersysteme ausschließlich die Software anbieten.

Gedanke, Software zu verkaufen

Diese Geschäftsidee wurde von fast allen Hackern verspottet. Der Gedanke, Software verkaufen zu wollen, erschien zu dieser Zeit genauso abstrus, wie den Inhalt eines Getränks ohne Flasche verkaufen zu wollen.

Die Vorstellung, für eine Software Geld zu verlangen, widersprach der Hackerethik grundlegend. Sie sah schließlich vor, Wissen und Erfahrungen frei mit anderen zu teilen. Bill Gates verstieß damit gegen alle Ideale des Homebrew Computer Club. So sahen die meisten Hacker auch keine Erfolgsaussichten, weder geschäftlich noch gesellschaftlich.

Gegen alle Widerstände und überzeugt von seiner Idee, entwarf Gates sein erstes Softwareprodukt: die Weiterentwicklung der Programmiersprache BASIC. Mit Hilfe der verständlichen Kommandos von BASIC war es auch Anwendern mit geringem technischem Verständnis möglich, einen Computer zu programmieren. In der Computersprache wurden für Laien kryptisch erscheinende Zahlenkommandos durch Wörter der englischen Sprache wie beispielsweise PRINT oder SAVE ersetzt.

Bei den technisch versierteren Hackern stieß BASIC von Beginn an auf Verachtung, da sie es als zu oberflächlich und anspruchslos ansahen. BASIC entsprach nicht ihrer Vorstellung, einen Computer vollständig und vor allem mit Vorwissen zu erforschen. Gleichwohl gab es auch schon zu dieser Zeit eine Vielzahl von Computerbegeisterten, die nicht über ein solch umfassendes technisches Wissen verfügten.

Idealistische Hacker verspotten Bill Gates

Bill Gates‘ Idee eines neuen Marktes für Software platzte mitten in die idealistische Welt der Hacker.

Schließlich waren sie der Meinung, dass jeder Programmierer sein Wissen durch andere habe und nur ein offener Austausch eine Weiterentwicklung gewährleisten könne. Bill Gates wollte jedoch sein Wissen weder mit anderen Hackern teilen, noch sah er ein, dass seine Software von anderen ohne Bezahlung kopiert oder verändert werden durfte. Verärgert schrieb er schließlich einen offenen Brief, den sogenannten „Open Letter“ an den Homebrew Computer Club. Darin bezichtigte er diejenigen des Diebstahls, die Software ohne Bezahlung benutzten und kopierten. Der Gedanke einer „illegalen Kopie“ sorgte für Verwirrung und weitere Antipathie gegenüber dem jungen Bill Gates.

Der wirtschaftliche Erfolg der Software von Microsoft übertraf jedoch bald selbst die Entwicklung bei den Industrierechnern von IBM. Durch Gates‘ Geschäftssinn wurde die Software von Microsoft erfolgreicher, als man es sich je hätte vorstellen können. In den folgenden Jahren eroberte Microsoft den Softwaremarkt zunächst mit dem Betriebssystem MS-DOS (Microsoft Disk Operation System), später mit Microsoft Windows. Mit wachsendem Marktanteil von Microsoft setzte sich in den Köpfen der Verbraucher ein neues Verständnis durch: Software war ein kommerzielles Produkt geworden, für das man zu zahlen hatte.
Bill Gates‘ Prophezeiung, dass der Computermarkt eines Tages von Software beherrscht werden würde, ging in Erfüllung. Sosehr sich Computerfreaks gegen die Vermarktung von Software und Informationen wehrten, eine Begrifflichkeit ist erst durch den Open Letter entstanden: „Raubkopie“.


1. Die Geschichte der Schwarzkopie



Software FaszinationFaszination Software

So haben Wissenschaftler die Software entdeckt Der Kopierschutz von Nintendo war Grund dafür, dass das Unternehmen an Marktanteilen verlor. Stattdessen haben Raubkopierer sich für Playstation entschieden, was wiederum zum Erfolg führte. Somit verhalfen Raubkopien dem Unternehmen Sony.


Popular Electronics AltairHackerkultur

Der Beginn einer neuen Leidenschaft Die Hackerkultur begann mit der Leidenschaft zur Elektronik und Computer. Der erste Computer der Welt sorgte für große Begeisterung. Kurz darauf bildete sich die erste Hackergruppe der Welt. Ihre ersten Mitglieder waren unter anderem Bill Gates.


Homebrew Computer ClubKommerzieller Beigeschmack

Als Computerhippies reich werden wollten Aus Computerhippies wurden plötzlich Steve Jobs und Bill Gates. Am Anfang waren es noch Computerenthusiasten, die die Welt verändern wollten. Doch der Geruch des Geldes war attraktiver.


Steve Jobs: AppleComputer für alle

Wieso Steve Jobs seinen VW Bus verkaufte Steve Jobs verkauft seinen VW Bus und sein Geschäftspartner Steve Wozniaks seinen teuren Taschenrechner. Das Ziel ist es einen Computer zu entwickeln, den sich alle Menschen leisten können.


Software wird käuflichSoftware wird käuflich

Bill Gates erfand kostenpflichtige Software Software war am Anfang frei verfügbar. Die Vorstellung, dass es mal Geld kosten wurde, war unbegreiflich. Es war Bill Gates, der erstmals Geld für die Software verlangt und alle schockt.



Die ersten CrackerDie ersten Cracker

…waren die ersten organisierten Hacker Die Hackerszene ist nur deswegen entstanden, weil die Softwareindustrie den Kopierschutz entwickelt hat. War die Industrie daran schuld?



Cracking GroupsCracking Groups

Eine neue Hacker-Subkultur wird geboren Organisierte Hacker, die sich zum Ziel gesetzt haben den Kopierschutz zu entfernen, Filme und Sofware über die Welt zu verteilen. Doch wann, wo und wie sind sie eigentlich entstanden?


cracked SoftwareGecrackte Software vs Original

Raubkopierte Software besser als das Original? Tatsächlich nehmen Hacker Verbesserungen an der Software vor, bevor sie es als Raubkopie in Umlauf bringen. Sie wollen nämlich ihren guten Ruf in der Szene beibehalten. Daher kann es durchaus sein, dass die Software, dessen Kopierschutz entfernt wurde, besser funktioniert als das Original.


Cracker JargonExkurs: Der Crackerjargon

Die geheime Sprache der Hacker-Elite Damit die Polizei ihre Sprache nicht versteht, haben die Hacker eine eigene Sprache entwickelt, welches auch als Leetspeech bekannt ist. Leet steht dabei für Elite und speech für Sprache.


Cracking GroupsErste Cracking Groups

Liste aller Cracking Groups der 80er Jahre Das waren die Namen der Gruppen, die Software organisiert als Raubkopie verbreiteten. Alle Gruppen bestanden aus verschiedenen Hacker-Mitgliedern und sie konkurrierten untereinander, welches als „Race“ bezeichnet wurde.


VerbreitungswegeNeue Verbreitungswege

So haben Raubkopierer ihre Ware in Umlauf gebracht Organisierte Raubkopierer hatten und haben heute noch ihre eigene Währung, die beim Tauschen genutzt wird. Die sogenannte „Ratio“ ist für manch einen Hacker wertvoller als Euro, Dollars oder Bitcoins.



WebwarezZeit der Webwarez

Zieh es dir runter aus dem Web! Raubkopien aus dem Web – Anfang der 90er Jahre gab es plötzlich Angebote, die man aus Websites einfach downloaden konnte. Das war aber nur der Anfang. Kurze Zeit später fanden die Raubkopierer neue, geheimere Verbreitungswege, die sie dank des Internets nutzen konnten.

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