Vor dem Start

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Heute ist die Auswahl an Filmkopien im Internet unüberschaubar. Es gibt kaum einen Film, der nicht im Netz erhältlich wäre. Nicht nur Kinofilme und DVDs werden digitalisiert und verbreitet. Auch TV-Sendungen können oft nur einen Tag nach ihrer Ausstrahlung im Netz heruntergeladen werden. Dabei stammen längst nicht mehr alle schwarzkopierten Filme aus der Release-Szene. Vor allem die Übertragungen von Sportveranstaltungen oder TV-Serien werden häufig außerhalb der Szene erstellt und im Internet verbreitet.

Die Release Groups konzentrieren sich hingegen hauptsächlich auf zwei Bereiche: aktuelle Kinofilme und DVD-Neuerscheinungen. Hier kämpfen sie stets um das schnellste Release. Ihr Wettbewerb führt zu einer umfänglichen Verbreitung von Moviez. Eine Studie des Unternehmens P4M und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ergab 2005, dass mittlerweile 94% aller US-Kinofilme im Internet heruntergeladen werden können, größtenteils sogar vor dem offiziellen Filmstart. Um derart früh an brandneue Filme zu gelangen, pflegen die Release Groups beste Kontakte zu Insidern in der Industrie. Von ihnen bekommen sie die meisten Kopiervorlagen für neue Releases.

Aus Qualitätsgründen bevorzugen die Gruppen einen sogenannten DVD-Rip. Hierbei wird die Schwarzkopie des Films von einer DVD erstellt, die eine gute Bild- und Tonqualität garantiert. Selbst wenn ein aktueller Kinofilm noch nicht als DVD im Handel vertrieben wird, ist die Erstellung eines DVD-Rips in der Szene üblich. In der Filmbranche kursieren schon vor dem Kinostart DVD-Versionen des Films. Sie zirkulieren innerhalb der Personengruppe, die an der Fertigstellung beteiligt ist. Schauspieler, Produzenten und weitere Beteiligte besitzen in der Regel Kopien für den internen Gebrauch. Das Ziel jeder Release Group ist es daher, an derartige Vorab-DVDs eines Kinofilms zu gelangen. Eine Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler ergab, dass fast 80% aller kopierten Filme aus den Reihen der Industrie in die Szene gelangen. Für Supplier ergeben sich hier zahlreiche Möglichkeiten, der Szene neue Filme zuzuspielen. Selbst wenn der Supplier nicht Mitarbeiter des Filmstudios ist, kann er dennoch für externe Unternehmen und Dienstleister arbeiten, die an der Herstellung des Films beteiligt sind. So bietet beispielsweise eine Anstellung in einem Tonstudio oder einer Special-Effects-Firma gute Chancen, um frühzeitig an Kopien eines neuen Spielfilms zu gelangen.