Die Welt der Cracker

„Cracking is not just about software,
it’s about information,
about all patterns of life.
To crack is to refuse to be controlled
and used by others,
to crack is to be free.“
Einleitende Sätze aus einer Crackeranleitung

Kopierschutzmaßnahmen gibt es in verschiedenen Varianten. Viele Softwarehersteller nutzen eigens entwickelte Mechanismen, andere bedienen sich bereits bekannter Methoden. Auch die Vorgehensweisen der Cracker, den Kopierschutz zu entfernen, sind vielfältig. Cracker, die sich fast täglich mit dem Knacken neuer digitaler Publikationen beschäftigen, haben individuelle Techniken entwickelt. Die meisten Schutzmechanismen sind für einen geübten Cracker in wenigen Schritten zu entfernen.

Infolge jahrelanger Erfahrung hat ein durchschnittlicher Cracker eine Sammlung von zahlreichen Softwarewerkzeugen angelegt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen. Die meisten Cracker sind kenntnisreiche Programmierer und können bei Bedarf eigene Software zum Cracken entwickeln. Darüber hinaus ist ein enger und effizienter Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern üblich. Im Internet haben auch zahlreiche Anleitungen zu verschiedensten Crackmethoden das Wissen der Cracker verbreitet. Bekannt geworden ist zum Beispiel das Szenemitglied Buckaroo Banzai, das in verschiedenen Kapiteln erläutert, wie Cracken funktioniert. A Beginner’s Guide to Cracking wiederum ist eine der legendären Veröffentlichungen eines Crackers namens Red Cracker, der in ganzen acht Kapiteln detailliert seine eigene Vorgehensweisen offenlegt.

Oft wird angenommen, der Kopierschutz solle den Cracker vom Kopieren abhalten. Er ist jedoch in erster Linie nicht als Schutz vor Crackern zu verstehen. Wäre dies tatsächlich so, würde er womöglich nicht Kopierschutz, sondern Crackschutz heißen. Vielmehr soll damit dem Heimanwender die Gelegenheit genommen werden, das Original zu kopieren, anstatt es zu erwerben. Der Kopierschutz ist daher eigentlich als Schutz vor Gelegenheitskopierern gedacht. Die Geschichte hat aber gezeigt, dass es bislang keinen Kopierschutz gegeben hat, der für Crackern unknackbar gewesen wäre.


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