Wikipedia SEO (Teil 2)

Wikipedia SEO

Mehr Traffic durch Wikipedia?

von Dr. William Sen

Gemäß des PageRank von Google werden Websites umso wichtiger, je mehr auf sie von externen Quellen verlinkt wird. Mit der Zeit hat zwar diese Art der „Link Popularity“ für das Ranking bei Google immer mehr an Bedeutung verloren. Nach wie vor bleibt es aber eins der wichtigsten Ranking-Kriterien. Da wundert es nicht, dass auch heute noch viele Unternehmen bemüht sind, von Wikipedia-Artikeln mit einem Link auf ihr Unternehmen bedacht zu werden.

Wie es bereits Thema des vorangegangenen Artikels war, haben sämtliche Verlinkungen, die von Wikipedia ausgehen, keine Bedeutung für die Link Popularity. Denn ein Link, der von Wikipedia auf eine Website verlinkt, ist für die meisten Suchmaschinen, allen voran Google und Bing, nicht existent. Der Grund liegt in dem sogenannten REL-NOFOLLOW-Attribut, den Wikipedia automatisch jedem Link im Quellcode hinzufügt. Das Attribut ist den Surfenden zwar nicht sichtbar. Jedoch verbietet es den Suchmaschinen, dem Link zu folgen sowie ihn als Bewertungskriterium einzubeziehen. Der REL-NOFOL-LOW erfüllt damit im Grunde die Funktion, den ausgehenden Link für Suchmaschinen unsichtbar zu machen. Das Ausschalten der Funktion oder andere Manipulationsmöglichkeiten bieten sich den Autoren von Wikipedia nicht. Für Unternehmen hat diese Erkenntnis eine wichtige Bedeutung. Denn das REL-NOFOLLOW-Attribut macht es für sie unerheblich, ob Wikipedia auf sie verlinkt oder nicht. Ihr Ranking in den Suchmaschinen bleibt gleich. Damit hat der Eintrag eines Unternehmens in Wikipedia für ein SEO kaum oder gar keine Bedeutung.

Weitere Chancen

Viele Social-Media-Experten empfehlen in ihren Publikationen die Möglichkeit, Unternehmensinformationen innerhalb von Wikipedia-Artikeln einzubauen. Gefördert wird diese Maßnahme auch unter dem Deckmantel des Social Media Marketing und Wikipedia Marketing. Sie hat sich jedoch in der Praxis nicht bewährt und kann für Unternehmen sogar schwerwiegende Folgen haben.

Dabei ist der Gedanke theoretisch gut gemeint: Da Link-Maßnahmen keinerlei SEO-Auswirkungen haben, möchten die Unternehmen den Wikipedia-Lesern auf diese Weise qualitative Inhalte anbieten. Allerdings werden dabei Werbefloskeln und -texte von Wikipedia-Autoren innerhalb von Minuten wieder gelöscht. Dadurch aktiviert man zudem in vielen Fällen die Community, sich den Artikel genauer anzuschauen, die sich dann nicht selten veranlasst sieht, ihn nach eigenen Vorstellungen aufzubessern. Auch Kritik und politische Inhalte, die in irgendeiner Weise in Verbindung mit dem Unternehmen oder Produkt stehen, können während dieser Artikelbearbeitung in den Text einfließen. Diese aktualisierten Inhalte sind jedoch nicht zwangsläufig vorteilhaft für das Unternehmen. Denn bisher getriggert durch das Unternehmen selbst, ist der Content des Artikels jetzt oftmals für das Unternehmen nicht mehr kontrollierbar.
Dem Unternehmen muss also bewusst sein: Wer in Wikipedia Artikel über sein Unternehmen oder seine Produkte verfasst, ermöglicht der Wikipedia-Community jegliche Art der Bearbeitung. Eine Steuerung des Artikels ist in dem meisten Fällen ausgeschlossen. Das ständige Einschreiten des Unternehmens, um den Artikel „noch zu retten“, animiert die Community in den meisten Fällen zu noch drastischeren Einflüssen, zumal sich gleichzeitig ein negativer Meinungsaustausch unter dem Button „Dis-kussion“ entfachen kann.

Wikipedia-Diskussion

Bei Wikipedia diskutieren die Autoren über den Inhalt und die Qualität des Artikels

Downranking-Gefahr

Eine weitere Gefahr lauert bei der Publikation von eigenen Produkten und vor allem Produktnamen im Web. Oft haben Unternehmen, die eine Nische bedienen, mit ihren Produktnamen und der Website in Suchmaschinen gut gerankt. Hat beispielsweise ein Unternehmen den Begriff „Lead Management“ für sich zuerst entdeckt und dadurch ein hohes Ranking erreicht, sollte es diesen Begriff möglichst nicht bei Wikipedia neu erstellen. Denn ist der Begriff einmal in Wikipedia als Artikel verfügbar, konkurriert dieser Wikipedia-Artikel von nun an mit der eigenen Page. Oft dauert es nicht lange, bis der Artikel höher gerankt ist als die eigenen Inhalte. Nach einer Weile kommt es oft, wie es kommen muss: Die Nutzer ändern den Artikel nach eigenem Gusto und das Unternehmen hat am Ende für den Content keine Steuerungsmöglichkeiten mehr. Durch diese ständigen Aktualisierungen bekommt der Wikipedia-Artikel zudem noch einen Trust durch Suchmaschinen. Letztlich landet man vielleicht sogar mit der eigenen Corporate Website erst an zweiter und dritter Stelle, wenn der Begriff bei Google eingegeben wird, während der Wikipedia-Artikel den ersten Platz erobert. Um diese Misere zu vermeiden sind Social Media Guidelines ratsam, die ihre Mitarbeiter dazu anhalten, keine unternehmensspezifischen Namen in Wikipedia zu veröffentlichen oder bestehende selbstständig zu verändern.

Im Grunde ist Wikipedia kein guter Platz für Unternehmen, weder zum Zwecke des Marketings noch für ein SEO. Die Möglichkeit, innerhalb von Sekunden und zudem noch anonym Inhalte bei Wikipedia ändern zu können, ist für viele Abteilungen in Unternehmen verführerisch. Doch hinter Wikipedia steckt eine idealistische Community, die nach dem Prinzip einer Ethik der Informationsfreiheit vorgeht. Als wirtschaftsgetriebenes Unternehmen stoßen hier Interessen oft stark aufeinander. Jedes Einmischen der Unternehmen in einen Artikel wird schnell als Angriff auf die freie Community verstanden.

Wikipedia NoFollow


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