Schneller gesund werden

Schneller gesund werden

von William Sen

Vergiss, was Du bisher gehört hast

3 Tage kommt’s, 3 Tage bleibt’s 3 Tage geht’s: Die typische Erkältung. Doch wie kann man den Heilungsprozess beschleunigen? Ganz einfach: Ignoriere die üblichen Click-Baits, die von Journalisten verfasst werden, die Klischees einfach nacherzählen.

Vorab: Ich habe es geschafft – meine Erkältung dauert allerhöchstens 3 Tage, wenn nicht weniger. Aber es hat mich 10 Jahre an Recherche und Selbstexperiment gekostet. Mein Motto: Heute krank, morgen gesund. Es funktioniert … aber man muss viele Gerüchte aus dem Weg räumen:

Falsches Wissen vermittelt

Fast alle Ratgeber, die ich gelesen habe, stellten sich als völlig unbrauchbar und meines Erachtens auch als falsch heraus. Dort werden Dinge empfohlen, die sogar genau das Gegenteil bewirken, als man glaubt. Leider liegt es daran, dass viele Online-Magazine von Fließbandarbeiter-Journalisten verfasst werden, d. h. Schreiber, die über bestimmte Themen schreiben müssen, aber nicht können. Das Ergebnis: Das Netz ist voll von irgendwelche sinnlosen Artikeln, die allesamt das gleiche immer wieder nacherzählen, von dem Unsinn mit der Hühnersuppe, dem nutzlosen Nasenbad, der angeblich gesunden Zitrone, dem gesund-klingenden Tee und dem angeblichen Erkältungsbad, am besten mit Eukalyptus, Lavender und was auch immer.

Nicht duschen, nicht baden!

Bei Erkältung nicht duschen und schon gar nicht baden: Das verursacht eine körperliche Anstrengung. Das sonst so empfohlene Erkältungsbad sorgt im Grunde genau für das Gegenteil. Der Blutdruck wird erhöht, das Herz klopft schneller, der Verdauungstrakt wird angeregt, d. h. der Körper fängt an zu arbeiten und Energien im Körper werden aktiviert. Hitze bedeutet Energie. Dadurch werden alle anderen Prozesse im Körper gestoppt, so auch der Kampf des Körpers gegen die Viren und/oder Bakterien. Statt dem Körper Ruhe zu gönnen, wird dadurch also genau das Gegenteil erreicht. Wer duscht oder badet, kann genauso gut auch joggen gehen. Nach dem Bad ist man ja auch oft erschöpft. Kein Wunder.

Entzündung hemmen

Natürliche Heilmittel sind schön. Aber Wissenschaft ist wirkungsvoller. Mein Tipp: 3x am Tag 400mg Ibuprofen einnehmen. Das löst innerhalb eines halben Tages den Schnupfen, denn dabei werden die Nebenhöhlen frei. Und das Beste daran: Es kommt erst gar nicht zu einer Entzündung im Rachenbereich, denn Ibuprofen wirkt entzündungshemmend. So verhindert man eine Rachen- oder Mandelentzündung, die eine Einnahme von Antibiotikum notwendig machen kann. Und das will man ja nicht, da Antibiotikum viele Nebenwirkungen hat und zudem ja auch viele gesunde Bakterien im Körper tötet. Vor allem beim Anfang einer Erkältung, wirkt Ibuprofen wie ein Wundermittel.

Nasenspray ist erlaubt

Überall wird gesagt, man solle kein Nasenspray benutzen. Zwar ist es richtig, dass Nasenspray keine therapeutische Wirkung hat. Ich plädiere trotzdem für Nasenspray, denn: Man soll sich ausruhen, vor allem in der Nacht. Wenn die Nase frei ist, schläft man auch tiefer und besser. Je ausgeruhter der Körper, desto schneller wird man gesund. Gegen Nasenspray vor dem Schlafen ist also nichts entgegenzusetzen – am besten direkt neben dem Bett ein Nasenspray bereit halten. Bei verschlossener Nase mitten in der Nacht, sollte man also auch Nasenspray benutzen können, um schön weiterzuschlafen.

Taschentücher aufräumen

Das größte Problem, das ich sehe, sind herumliegende Taschentücher. Sie verdampfen nach einer Weile und die Viren verbreiten sich im gesamten Zimmer. Wenn sie auch noch in der Nähe der Heizung sind, hat man die beste Viren-Nebelmaschine. Das gesamte Zimmer ist mit Viren überfüllt, wie soll man da schnell gesund werden? Außerdem zieht man auch andere in Mitleidenschaft. Daher: Taschentücher sofort entsorgen.

Problem Zahnbürste

Einer der bislang unbeachteten Virenverbreiter ist die eigene Zahnbürste. Abends putzt man sich die Zähne und legt dort die Viren oder Bakterien ab. Kaum ist der Körper gesund und hat die Angreifer bekämpft, putzt man sich die Zähne erneut und holt die Angreifer wieder dazu. Mein Tipp: Die Zahnbürste nach jedem Putzen mit kochendem Wasser ausspülen. Bei einigen Zahnbürsten kann das Plastik sich dadurch verbiegen. Daher das kochende Wasser nicht darüber fließen lassen, sondern mehrmals in kurzen Intervallen. Alternativ kann man während der gesamten Krankheitsperiode auch bei jedem Zähneputzen eine neue Zahnbürste nehmen.

Geistige Anstrengung vermeiden

Natürlich gehört es auch zur Ruhe dazu, dass man sich nicht geistig anstrengt. Wer jetzt meint, er hätte nun endlich die Zeit einen spannenden Roman zu lesen, oder einen anspruchsvollen Film zu schauen, oder Computerspiele zu spielen, der gönnt seinem Körper nicht die Ruhe, die er braucht. Das Gehirn verbraucht die meiste Energie am Körper. Wer es beansprucht, betreibt in einer Art Sport. Lieber einen langweiligen Action-Film in der Wiederholung schauen, Zeitschriften mit wenig Anspruch lesen (z. B. einen Comic). Im Grunde sollte man möglichst wenig anspruchsvolle Dinge als Beschäftigung tun. Kurzum: Je mehr man sich langweilt, desto schneller wird man gesund.

Keine Früchte!

Oft wird gesagt, man solle viel Obst essen, da dort die Vitamine das Immunsystem unterstützen. Das ist meines Erachtens quatsch und ist sogar noch schädlich dazu. Früchte enthalten Fruchtzucker, und das im hohen Maße. Vor allem Bananen, Ananas, Kiwis und andere süße Früchte. Fructose gelangt von den Darmzellen sofort ins Blut und ist somit ein sehr starker Anreger für Energie. Sie versetzt den Körper in Arbeit und dadurch wird genau das Gegenteil erreicht, was man eigentlich unter Ruhe versteht: Der Körper ist in Aufruhr, die Energiereserven werden aktiviert. Dem Immunsystem ist dadurch überhaupt nicht geholfen. Finger weg von diesen Energiestoffen – immer daran denken: Ruhe ist angesagt. Der Körper benötigt alle Energiereserven, um die Viren zu bekämpfen. Auch kein Honig, keine Marmelade, kein Fruchtjoghurt und keine Fruchtsäfte zu sich nehmen! Auch Fette vermeiden. Leichte Kost ist angesagt, damit die Verdauung den Körper so wenig wie möglich anstrengt!

Finger weg von Tee und Kaffee

Es ist nichts gegen Kamillen- und Pfefferminztee und andere koffeinfreie Tees einzuwenden. Doch bloß keinen schwarzen oder grünen Tee. Diese enthalten nämlich Koffein bzw. Teein (Teein ist im übrigen ein Synonym für Koffein). Koffein sorgt dafür, dass die Energiereserven im Körper aufgebraucht werden. Statt dem Körper Ruhe zu gönnen, wird ja wieder genau das Gegenteil erreicht. Man puscht den Körper unnötig auf. Hier steigt die Herzfrequenz, das Nervensystem wird angeregt und Bluthochdruck ist die Folge. Noch schlimmer ist Kaffee, denn der enthält noch höhere Konzentrationen an Koffein – das höchste Konzentrat an Koffein hat sogar Filterkaffee. Auch Cola und ähnliche getränke enthalten Koffeine. Lieber koffeinfreie und zuckerfreie Getränke benutzen. Tipp: In guten Supermärkten gibt es koffeinfreien schwarzen und grünen Tee. Doch Vorsicht: Koffein ist bei Tee in Deutschland nicht als Zutat angegeben (hier hat der Gesetzgeber wohl einfach gepennt). Man muss sich also nach Teeverpackungen suchen, auf explizit angegeben ist, dass es keinen Koffein enthält.

Zuckerverbot

Bei Zucker gilt das gleich wie bei Fructose. Wer Zucker zu sich nimmt, der fördert Energie. Bei einer Erkältung muss man sich jedoch ausruhen. Das heißt: Keine Süßigkeiten – und auch keine Nutella zum Frühstück, kein Honig, keine Schokolade, keine Kuchen, kein Toastbrot etc. – Finger weg von allen diesen Energie-Stoffen. Auch im koffeinfreien Tee: Lieber Süßstoff benutzen oder gar nicht. Alternativ empfehle ich Stevia. Dieser Zuckerstoff ist natürlich und hat aufgrund seiner Süßstärke das zehnfache weniger an Kalorien.

Gemüse statt Hühnersuppe

Oft wird eine Hühnersuppe als das Erkältungswunder dargelegt. Das ist meines Erachtens Unsinn und es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis. Ob nun Gemüse- oder Linsensuppe, das spielt meines Erachtens keine Rolle. Hühnersuppe ist zudem noch fetthaltig, also auch noch ungesund. Wichtig ist es, dass man Essen mit wenig Fett zu sich nehmen sollte. Denn Fett muss abgebaut werden, dazu benötigt der Körper Energie; wertvolle Energie, die er braucht, um die Viren zu bekämpfen! Grundsätzlich gilt: Gut verdauliche Sachen essen, vor allem aber: Weniger als sonst essen: Z. B. zum Frühstück ein Ei, eine Scheibe schwarzes Brot, wenn es sein muss. Lieber jedoch viel Gemüse essen, ob Tomaten oder Gemüsesuppe – Gemüse ist gut verdaulich.

Immunsystem unterstützen

Pelargonie-Wurzeln, Vitaminpräparate (z. B. Orthomol) sollten eingenommen werden, und nicht zu knapp. Je mehr der Körper mit immunstärkenden Mitteln unterstützt wird, desto besser. Da vor allem Vitaminpräparate schnell vom Körper wieder abgestoßen werden, kann man nach einigen Stunden wieder nachtanken.

Gurgeln bei Halsschmerzen ist Unsinn

Was Gurgeln bringen soll, ist mir bis heute ein Rätsel. Viele Ärzte empfehlen und verschreiben das sogar. Meiner Meinung nach ist das Geld- und Zeitverschwendung. Es ist mir bis heute schleierhaft, wie man eine Erkältung so bekämpfen soll. Das meiste Gurgel-Zeug enthält Alkohol. Das tötet nicht Viren oder Bakterien, sondern betäubt die Halzoberfläche. Dadurch verschwindet der Schmerz für kurze Zeit und der Eindruck entsteht, das Zeug hätte geholfen. Alkoholfreie Gurgel-Zeugs wirken ähnlich, nämlich betäubend. Das Problem ist, dass man ohnehin nicht Stundenlang gurgeln kann. Wer glaubt, dass Bakterien innerhalb von 40 Sekunden verschwinden sollen oder absterben, der stellt sich das zu einfach vor. Außerdem: Die Krankheit liegt oft nicht auf der Oberfläche vom Hals. Die Viren sind im gesamten Körper verteilt und die Bakterien sind viel zu robust. Die Ursache der Halsschmerzen ist also woanders. Wäre das so einfach, würde man den Hals kurz mit Antibiotikum eincremen und wäre innerhalb eines Tages gesund. Also, so funktioniert das ja nun wirklich nicht.

Weiße Flecken

Wenn im Halsbereich weiße Flecken vorhanden sind, ist es bereits bakteriell entzündet. Dann hilft meiner Meinung nach meist nur noch Antibiotikum. Doch auch hier Vorsicht: Starkes Antibiotikum wird oft unnötig verschrieben. Bereits kleine Mengen in geringer Dosis sind meiner Meinung nach ausreichend, um eine bakterielle Entzündung zu bekämpfen. Nimmt man Antibiotikum allerdings nur 2-3 Tage, können einige Bakterien überleben und erneut wieder kommen, sobald man das Antibiotikum abgesetzt hat. Manchmal kann es dann auch vorkommen, dass die dann Immun geworden sind. Antibiotikum ist daher immer so eine seltsame Geschichte. Alternativ zum Antibiotikum bei bakteriellen Entzündungen kann ich daher den natürlichen Feind des Bakteriums empfehlen: Haushaltszucker. Den ganzen Tag Zuckerbonbons (also keine Zuckerfreien, sondern die mit viel Zucker) kauen, tötet Bakterien im Halsbereich ab. Ja, das widerspricht meine These, keinen Zucker zu nehmen, wenn man krank ist. Außerdem macht Zucker dick. Aber jeder mag selbst entscheiden. Die Bakterien können allerdings diese Zuckerattacke nicht überleben. Die Zuckertherapie hilft vor allem, wenn man kurz vor einer Erkältung steht.

Viel Wasser trinken?

Ich habe nie einen Zusammenhang zwischen „viel Wasser trinken“ und einer Erkältung feststellen können. Ich glaube nicht daran, dass man schneller gesund wird, nur weil man auf einmal mehr Wasser zu sich nimmt. Man soll Wasser trinken, wenn man durstig ist. Und: Halsschmerzen können auch entstehen, weil der Hals zu trocken ist. Also: Wasser trinken ist wichtig. Wenn man schon krank ist, ist es allerdings schon zu spät. Daher zähle ich das Phänomen “viel Wasser trinken” zur Prevention. Jedoch nicht zur Bekämpfung einer akuten Erkältung. Bei Magen-Darm-Erkältungen ist das sicherlich anders. Da muss man viel Wasser trinken, da Dehydration droht.

Gute Besserung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.