Raubkopierer sind Verbrecher!?

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Warum nicht auch gleich Mörder?

Raubkopierer sind VerbrecherKaum einem Kinobesucher wird es in den letzten Jahren gelungen sein, einen Film anzuschauen, ohne vorher eindringlich von einem Kinospot gewarnt worden zu sein. “Raubkopierer sind Verbrecher”, so die Botschaft der Filmindustrie.

Viele Kinobesucher fühlten sich zu Unrecht verurteilt. Und das nicht nur, weil sie ja gerade erst Geld bezahlt hatten um einen Film zu sehen. Auch das Wort “Verbrecher” erscheint angesichts einer Urheberrechtsverletzung überzogen. Und tatsächlich: Nach § 12 StGB versteht man unter Verbrechen rechtswidrige Taten, die mit einer Mindesstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug bedroht sind.

Raubkopierer KnastNun sind “Raubkopien” zwar illegal und professionellen Verkäufern von Kopien drohen durchaus mehrere Jahre Haft. Eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis existiert für Raubkopierer jedoch nicht. Weniger schwere “Fälle” kommen auch mit einer Geldstrafe davon. Die Behauptung, dass Raubkopierer generell Verbrecher seien, ist somit falsch.

Sogar der Kino-Slogan “Hart, aber gerecht – Raubkopierer werden seit dem 13. September 2003 mit Freiheitsentzug bis zu 5 Jahren bestraft” ist irreführend. Denn dieses Strafmaß gilt nur für kommerzielle Raubkopierer. Also nicht für diejenigen, die nur für den privaten Gebrauch das Gesetz übertreten und vermutlich die Zielgruppe der Kinospots darstellen. Darüber hinaus versucht der Slogan auch den Eindruck zu erwecken, die Strafen seien seit der Novellierung des Urheberrechts (13. September 2003) erhöht worden. Das Höchststrafmaß von fünf Jahren für die kommerzielle Verbreitung von Raubkopien galt jedoch auch schon vorher.

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