Social Media Konferenz

Die erste Social Media Konferenz in Deutschland

Bereits seit Jahren findet an der erste und älteste Social Media Konferenz an der Technischen Hochschule Köln statt. Die Idee der Veranstaltung ist es, dass Unternehmen selbst ihre Erfahrungen schildern.

Social Media KonferenzDabei spielen folgende Fragen eine Rolle: Wie nutzen diese Unternehmen die neue Chance, die sich durch Social Media ergibt? Welche Fehler hat man gemacht und was hat man dazugelernt? Diese und weitere Themen rund um das Social Web stehen im Vordergrund der Konferenz. In den letzten Jahren waren unter anderen dabei: Ford Deutschland, Autobild, Tchibo, BMW, Jägermeister, Eletronic Arts, Deutsche Telekom, PricewaterhouseCoopers, SchwörerHaus KG sowie für die 4. Anwenderkonferenz Bayer, Targobank, 3M Deutschland, Greenpeace und VZnet Netzwerke.

Vor allem, weil die Referenten eigene Geschichten zu erzählen haben, wird die Konferenz interessant. Es ist eine Konferenz für Anwender. Ein Event, das sich direkt an Unternehmen von Unternehmen richtet. Trotzdem lassen sich auch Mitarbeiter der Fachhochschule Köln nicht nehmen, auch die Veranstaltung zu besuchen. Die hier genannten Veranstaltungen wurden organisiert von dem ehemaligen Unternehmen infospeed.

Social Media ConferenceVor einigen Jahren noch wurde die Veranstaltung über das Portal Social Media Conference beworben. Das Portal stellte alle Veranstaltungen auf einem Blick dar. Bislang gab es Veranstaltungen rund um Social Media gibt wie Sand am Meer. Von den meisten bekamen die Interessierten oft nur sporadisch in Zeitschriften mit. Mittlerweile ist jedoch die Social Media Konferenz zu einer Größe am deutschen Markt gewachsen. Das Ziel der Social Media Konferenz ist seither eine Plattform für Unternehmen und Entscheider zu schaffen, auf der man sofort ohne Umwege über alle aktuellen Trends rund um Social Media informiert wird.

Geplant ist auch, die Konferenz auf internationalen Bereich auszuweiten. Medienkonferenzen und Marktforschungskonferenzen sind auch ein Thema der Social Media Konferenz in Köln. Kommunikation spielt ebenfalls eine Rolle in Social Media. Daher richtet sich diese Veranstaltungen auch an PR- und Marketing-Agenturen.

Rückblick


7. Social Media Konferenz in Köln

Sieben Jahre und alles erst der Anfang

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln veranstalteten Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen die älteste Social Media Konferenz unter dem diesjährigen Motto „Social Media approved“, die bereits seit 2006 stattfindet. Am 04.09.2014 fand somit die 7. Social Media Konferenz in Köln statt.

An diesem Tag konnten sich Interessierte, Einsteiger und Experten branchenübergreifend über den Stand von Social Media informieren. Die älteste Social-Media-Konferenz an der Technischen Hochschule Köln ist jährlich bereits Wochen zuvor ausgebucht. Vertreter namhafter Unternehmen berichteten über ihre Erfahrungen und den praktischen Umgang mit Social Media. Vorgertragen haben bislang unter anderem Jack Wolfskin, 3M, ProSieben / Sat1, Telekom Deutschland, ING-DiBa, o2 und viele mehr.

Pressestimmen

SoMe Social Media Netzwerk

Sie geht in diesem Jahr bereits in die 7. Runde und ist mittlerweile zur Institution im Bereich Social Media geworden: die Social Media Anwenderkonferenz. Die älteste Social-Media-Veranstaltung Deutschlands wurde 2006 an der Technischen Hochschule Köln ins Leben gerufen und findet dort auch 2014 unter der Federführung von Prof. Dr. Matthias Fank und der infospeed GmbH statt.

Die Anwenderkonferenz versteht sich als Veranstaltung von Anwendern für Anwender und richtet sich deshalb gleichermaßen an ein fachkundiges Publikum wie an Vertreter namhafter Unternehmen. Bei der Auswahl der Speaker wird auf einen größtmöglichen Mehrwert für die Konferenzteilnehmer geachtet. Die Besucher schätzen an der Konferenz insbesondere, von Unternehmen Einblicke in ihre Erfahrungen im Social Web zu erhalten und von Themen zu erfahren, die eher selten auf vergleichbaren Veranstaltungen zur Sprache kommen. So trugen 2013 unter anderem die Social Media-Verantwortlichen von Thomas Cook, der Media-Saturn-Unternehmensgruppe und der Deutschen Bahn vor (hier geht’s zum Rückblick).

Auch auf der diesjährigen Konferenz am Donnerstag, 4. September 2014, zählen Vertreter renommierter Unternehmen zu den Speakern. Unter anderem gibt der 1.FC Köln Einblicke in die Kommunikationsstrategie, Yelp wird über die täglichen Herausforderungen der größten Bewertungsportale berichten und 1LIVE (WDR) hält einen Vortrag über den täglichen Umgang mit Social Media und Radio. Die Moderation der Konferenz übernimmt der Online-Kommunikationsexperte Daniel Backhaus, der als Social Media Manager unter anderem für die Deutsche Bahn AG tätig war.

 


6. Social Media Konferenz

Pioniergeist mitten in der Normalität

Social Media Konferenz 2013

von Bianka Boock

Social Media ist inzwischen Normalität. Unternehmen nutzen Twitter, Google+ & Co. täglich. Trotzdem ist es attraktiv, Neues zu schaffen und manchmal sogar spielend einfach. Dies verdeutlicht die 6. Social Media Konferenz von Prof. Dr. Fank und Dr. Sen, die erste und älteste Social Media Konferenz an der Technischen Hochschule Köln am 12. September.

Professor Dr. Matthias Fank Dr. William Sen
Prof. Dr. Matthias Fank organisiert seit 2006 die erste Social Media Konferenz an der TH Köln Dr. William Sen leitete 2003 das erste Social Media Monitoring mit Ford Deutschland an der TH Köln

Gleich zu Beginn lenkt infospeed-Partner Dr. William Sen die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf das Besondere. Mit der Frage „Was ist Innovation?“ öffnet er das Fenster zu einer neuen Perspektive. Er erklärt, dass die Balance zwischen Wirtschaft und Wissenschaft das sei, was Innovation ausmache. Sen erinnerte an das erste Webmonitoring im Jahre 2003 mit Ford an der Technischen Hochschule Köln. Prof. Dr. Matthias Fank, seines Zeichens Pionier im Social Media Monitoring, leitete die Forschung zu den Themen Reichweiten und Beobachtung von Consumer Generated Content. Schließlich stellt Sen in Aussicht: „Auch Sie können Pioniere sein“, und untermauert dies mit einem simplen Beispiel: „Wer keinen Twitter Account hat und jetzt einen eröffnet, kann für sich selber Pionier sein.“

Bodenständigkeit auf dem Großflughafen

Yasmin Tuncay

Yasmin Tuncay, Fraport AG

Eine Pionierrolle unter den Referenten hat Yasmin Tuncay. Als Erste zeigt die Social Media Managerin auf, wie die Fraport AG in der Unternehmenskommunikation des Großflughafens Frankfurt mit Social Media auf Bodenständigkeit setzt. Sie umreißt konkrete Ziele, die Fraport mit ihren Social-Media-Aktivitäten auf Facebook, Foursquare, YouTube, Pinterest und Twitter verfolgt: Imagebildung, Darstellung als sympathischer Arbeitgeber und Kundenbetreuung. Die Teilnehmer im Hörsaal enthalten so Einblicke in die Arbeit von Fraport. Die Spanne reicht von interessant bis lustig, zum Beispiel was das Engagement auf Twitter betrifft.
„Wir kommunizieren mit jedem, auch mit @kermitontour und geben ihm Tipps, was er am Flughafen machen kann“, erzählte Tuncay. Ebenso verrät sie, dass sich viele User über Twitter mit Zeitinformationen versorgen. Das sei am Followeranstieg bei Wintereinbruch am 13. März zu erkennen.
Die Social Media Managerin beschreibt außerdem, dass die Unternehmenskommunikation, das Fraport Communication Center und Redakteure, wie drei Zahnräder ineinandergreifen. Dabei werden die Social-Media-Aktivitäten zentral über die Unternehmenskommunikation gesteuert. Ein Mal im Monat finde eine Redaktionskonferenz statt, in der jeder Themen platzieren könne. Beim Social Media Monitoring setzt die Fraport AG auf infospeed. In dessen Rahmen erhält Fraport unter anderem einmal wöchentlich einen Report, täglich Alerts und Zugang zum Customer Cockpit des Social Media Monitoring Tools web2monitor. So gewinnt Fraport wertvolle Informationen – ob zu den erfolgreichsten Beiträgen oder zum Benchmarking.

Vieles ist echte Handarbeit. „Außer Monitoring machen wir alles selber“, sagt Tuncay. Während Fraport auf Twitter über Social Engage kommuniziert, werden die Facebook Fans direkt über Facebook bedient. Dort werden übrigens auch Postings ausgeblendet. Als Begründung führte die Social Media Managerin an: „Wir haben eine Netikette veröffentlicht. Auf deren Grundlage haben wir Postings, die unter die Gürtellinie gingen, gelöscht. Wenn wir so etwas machen, schreiben wir aber immer einen Hinweis dazu.“ Wegen der Ressourcen habe sich Fraport bewusst gegen Google+ entschieden.

Deutsche Bahn

Svea Raßmus

Svea Raßmus, Deutsche Bahn

Anders macht es die Deutsche Bahn (DB), die auf Google+ aktiv ist und dort täglich von zwei bis vier Usern eingekreist wird. Dort liegt der Schwerpunkt für Community-Aktivitäten beim Personenverkehr DB, sagt Svea Raßmus, Teamleiterin Social Media Management. Die Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Service konzentrieren sich auf Facebook und Twitter. Darüber hinaus sei die DB auf YouTube aktiv und habe die eigene Website mit einer speziellen Rubrik ausgestattet auf die über Twitter verlinkt werden könne. Sie stellt die These auf: „Die Zukunft der Unternehmen wird sein, dass sie in der Kommunikation zu ihren Seiten zurückkommen.“ In den vergangenen drei, vier Monaten haben Unternehmen auf Facebook viel Reichweite eingebüßt.

„Die Kanäle müssen dem Inhalt folgen“, erklärte Raßmus, deren Vortrag den Titel „Von der Channel- zur Contentstrategie“ trug. Der Strategie wiederum liegen Ziele zu Grunde: Kundenzufriedenheit und -bindung stärken, Bekanntheit steigern, Neukunden gewinnen und Mehrverkehr generieren. „Wir haben uns Gedanken gemacht, was Leute wollen“, so Raßmus, die dies deutlich vermittelt, indem sie Kunden in verschiedene Typen einteilt, denen wohl jeder der Zuhörer schon begegnet ist. So sorgt die Wortwahl „Pufferknutscher“ für besonders begeisterte Bahnfahrer für einen kleinen Candystorm. „Wort des Tages: Pufferknutscher“, proklamiert Khazer Alizadeh während der Veranstaltung auf Twitter und war damit in gewisser Weiser auch ein Pionier, dessen Gedanken andere prompt aufgreifen.

Social Media Konferenz 2013

„Wir wollen begeistern“, sagt Raßmus. Die Mechanik bestehe darin, Themen und Menschen zu inszenieren. „So transportieren wir Markenwerte.“ Die Umsetzung erfolge mit vier Bausteinen: Kampagnen, Dialog, Nutzwert und Information. Dafür seien eine erweitere Infrastruktur, eine klare Contentstrategie, eine Erweiterung der Formate und Absender die Ansatzpunkte. Und: Es menschelt in der Kommunikation. So darf ein in der Bahn geborenes Kind schon mal lebenslang kostenlos fahren – ein Geschenk, das die Pressestelle des TÜV Rheinland auf eine Idee brachte und zu folgendem Tweet veranlasste: „Wir überlegen uns etwas für Geburten in der Prüfstelle!“ Dafür gab es natürlich Feedback. @tuvcom_presse erhielt tatkräftige Unterstützung in Form von Vorschlägen wie von Christian Dietz: „Die Mutter erhält Prüfsiegel – TÜV geprüfte Geburt :-) Und Kind eine jährliche HU mit IMMER positivem Ergebnis :-)“ Crowdscourcing live!

Was daraus auch immer werden mag – die Arbeit bei der Bahn übernehmen zwei Teams. Das erste in Frankfurt setzt sich aus altgedienten Bahnern sowie externen Experten zusammen und ist für die Strategie, Steuerung und Konzeption zuständig. Die zweite Mannschaft ist das Service- und Supportteam in Berlin. Es besteht aus 17 Leuten. Raßmus vermittelt, wie anspruchsvoll die Arbeit im Drei-Schichtsystem mit ständiger Kritik ist: „Sie ist frustriert, weil man nicht abstrahieren kann, dass man selber nicht gemeint ist.“ Doch sie hebt auch die Unterstützung hervor. „Wir sehen, wenn Mitarbeiter von Kunden angegangen werden und reden mit denen.“ Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.

„Wer Svea Raßmus Vortrag über die deutsche Bahn gehört hat, will nie wieder etwas böses auf ihre Plattformen schreiben“, fasst Danny Weinkauf auf Twitter zusammen.

Facebook ist out – oder doch nicht?

Julian Schönbeck

Julian Schönbeck, Ogilvy Public Relations

Andere Perspektiven hatte Julian Schönbeck, Planner & Social Web Strategist bei Ogilvy Public Relations, „mitgebracht“. Seinem Vortrag konnten die Teilnehmer eine nicht alltägliche Einschätzung zu Trends, Entwicklungen und Grenzen entnehmen. Schönbeck ging auf den meistabonnierten deutschen YouTube Channel ein, auf dem das Comedy-Trio „Y-Titty“ aktiv ist. Einen weiteren Trend sieht er in Memes, deren größte Plattformen 9GAG, Reddit und 4chan seien. Als er zu den Entwicklungen kommt, zählt er Alternativen zu Facebook auf, die dem Social-Media-Giganten in der Summe durchaus gleichkämen: WhatsApp, Snapchat, Tumblr, Pinterest, Twitter, Vine und Instagram. „Ich empfehle Ihnen, auf Instagram aktiv zu werden, bevor dort jemand anderes ihre Bilder shared“, gibt er den Teilnehmern mit auf den Weg.

„Facebook ist out“, erklärt anschließend auch Prof. Dr. Matthias Fank und sagt: „Es wird neue Portale geben, neue Orte“ und schlug den Bogen zu den folgenden Vorträgen, in denen Bewertungsportale und Gamification eine Rolle spielen. Doch zuvor nutzt er die Gelegenheit, um an andere Anbieter von Lösungen appellieren, ebenfalls Anwenderkonferenzen zu veranstalten. „Ich würde mich freuen, wenn es in Deutschland mal eine andere Anwenderkonferenz geben würde, auf die ich gehen kann“, sagt er. Dahinter, dass Anwender zu Wort kommen, stehe die Idee, Unternehmen Mut zu geben, aktiv zu werden. „Dem wollen wir treu bleiben“. Und dann hat er noch eine Überraschung: An der Technischen Hochschuleschule Köln, an der im Jahre 2011 erstmals 29 Social Media Manager zertifiziert worden waren, haben inzwischen mehr als 300 Social Media Manager die wissenschaftliche Weiterbildung absolviert. „Darauf sind wir stolz, werden dabei aber nicht bleiben.“

Das Rätsel, was damit gemeint ist, löste Social Media Coach Daniel Backhaus auf, der auch in diesem Jahr souverän durchs Programm führt. Er kündigt an, dass es ab März 2014 zweitägige Advanced Module für zertifizierte Social Media Manager an der FH Köln geben wird. Eine Nachricht, die sich schnell verbreitet.

Tim Heicks

Tim Heicks, Adobe Systems

Um Verbreitung geht es dann auch anschließend. Tim Heicks, Senior Account Manager Social Advertising bei Adobe Systems, vermittelt Einschätzungen aus der Adobe Marketing Cloud zu Facebook Mobile Advertising. An Beispielen erklärte er verschiedenste Möglichkeiten, wofür welche mobile Werbung sich eignet und worauf es dabei ankommt. Diese große Bandbreite an Möglichkeiten mit den Optionen wie zur Individualisierung und Segmentierung nach Placement und Device sorgt für Erstaunen im Publikum. „Mobile Advertising. Wider Erwarten spannend, weil ich jetzt ahne, welches Potetial mobile ads haben. Hut ab, @timheicks“, twittert beispielsweise @DerLarsHahn.

Ein neues Gesicht für Gamification

Christian Stephan

Christian Stephan,
Media-Saturn-Unternehmensgruppe

Beeindruckend großes Potenzial liegt in der Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext. Dies schilderte Christian Stephan, Department Manager E-Business Content Development in der Media-Saturn-Unternehmensgruppe. Seinem lebhaften Vortrag „Gamifi-cation und intrinsische Motivatoren“ stellt er die Frage voran: „Können Spieler die Welt ändern?“. Die war nicht nur schnell mit „ja“ beantwortet. Stephan, als Spieler der ersten Stunde selber von intrinsischer Motivation gepackt, machte seine Zuhörer auch mit heldenhaften Kräften vertraut, die den vier Spielertypen „Killer“, „Achiever“, „Socializer“, „Explorer“ innewohnt. Er verblüffte mit Details wie dem, dass Foldit Gamer ein zehn Jahre altes medizinisches Problem in nur drei Wochen gelöst haben und dass Angry-Birds-Spieler Wikipedia in drei Wochen neu schreiben würden, wenn sie statt spielen schreiben würden.

Stephan gliedert vier Komponenten auf, die Spaß definieren: das Ziel und die Regeln, die im Übrigen nur künstliche Hindernisse seien, damit die Arbeit nicht mehr so leicht falle, sowie das F

Daniel Backhaus

Social-Media-Experte und Moderator Daniel Backhaus

eedback und die Freiwilligkeit. Er zeigt, wie Spieler die Welt wahrnehmen und beantwortet letztlich die entscheidende Frage: „Wie schaffe ich es, dass aus normalen Community-Mitgliedern diese Infizierten werden?“ Die Antwort: „Intrinsische Motivation kann sich nur da ausbreiten, wo befriedigende Beschäftigung ist, ein soziales Gefüge, beständiger Optimismus (die Aufgabe muss lösbar sein) und epische Bedeutung. Kommen diese Faktoren gebündelt zusammen, dann habe ich alles in der Hand. Dann kann ich mit ein paar wenigen Spielern die Schwelle überschreiten.“
Damit verleiht er Gamification ein neues Gesicht. „Bisher hatte ich Gamification nicht so ernst genommen. Das hat sich geändert“, sagte beispielsweise Daniel Backhaus. Derart motiviert wurde denn auch die Konversation auf Twitter von neuem Pioniergeist gepackt: „Tipp für Gamifikation im Nahverkehr: Verspätungszeit sammeln“, twittert @powerpointen.

Thomas Cook fischt bei Holidaycheck

Falko May

Falko May, Thomas Cook

Nach so vielen neuen Eindrücken schien den Teilnehmern ein Kurzurlaub willkommen. Den bekamen sie auch – in passender Form. Falko May, Head of CRM in der Thomas Cook AG, kam aufs Podium. In seinem Vortrag erläutert er die Generierung von Insights aus Social-Media-Bewertungen. Detailliert geht er darauf ein, wie Thomas Cook Bewertungen als Quelle entdeckt. „Wir haben überlegt, wie wir Informationen über das Nachfrageverhalten bekommen können“, sagte er und erklärt: „Data is the new oil.“

Daten werden als strategischer Wettbewerbsvorteil betrachtet und so sammelte Thomas Cook Daten, um daraus Wissen zu generieren. „Wir haben in den Top-Foren geschaut, worüber Menschen in Zusammenhang mit Reisen reden“, so Falko May. Es gab allein 286 Foren über Reiseziele: „Wir waren erschlagen“. Schnell stand fest: „Wir müssen uns auf etwas konzentrieren“. Deshalb ließ Thomas Cook Hotelbewertungsportale nach Bedeutung und Einflussfaktoren auf das Buchungsverhalten untersuchen. Das Ergebnis: „Es ist nicht effizient, das gesamte Internet zu monitoren. Holidaycheck ist unser dicker Fisch.“

Geangelt wird mittels Sentimentanalyse durch die Software web2monitor. So erhält Thomas Cook Einblicke in Probleme mit Hotels und in Dinge, die Leute mögen, zum Beispiel WLAN. Darauf greifen dann die Hoteleinkäufer zu. „Wir haben es geschafft, die Customer Insights weit im Unternehmen zu verzahnen“, so May. Von einer solchen Integration in alle Unternehmensbereiche hänge der Mehrwert ab, der aus Customer Insights generiert werden könne. Er unterstrich: „Es macht Sinn, tief auszuwerten, statt hubschraubermäßig.“ Und so gibt es bereits weitere Pläne. „Wir gucken, wie wir vermehrt unsere Mitarbeiter in die Contentsammlung einbinden können.“

Somit erwies sich die 6. Social Media Anwenderkonferenz auch als eine erlebnisreiche Reise, die Lust macht, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Pressestimmen über die 6. Social Media Konferenz

Research & Results Magazin 3.2013

Reseach & Results

Wer bei Social Media auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich den 12. September vormerken: An diesem Termin findet an der Technischen Hochschule die 6. Social-Media-Konferenz statt. Nachdem im vergangenen Jahr Unternehmen wie die Deutsche Telekom und der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin über ihre Social-Media-Aktivitäten berichtet haben, stehen diesmal Ikea, Adobe und Fraport auf der Referentenliste. Außerdem bietet die diesjährige Konferenz wie auch in den Vorjahren Gelegenheit zu Diskussionen über Facebook, Twitter & Co. Ausgerichtet wird die Konferenz von Professor Matthias Fank und dem Social-Media-Spezialisten infospeed. Die Teilnahmegebühr an der eintägigen Veranstaltung beträgt 129 Euro.

6. Social Media Konferenz

 

 


5. Social Media Konferenz

Wurstkriege und Einzelfälle

Social Media Konferenz

von D. Ernenputsch

Thomas Zimmerling, Leiter der Social-Media-Abteilung bei Jack Wolfskin, referiert auf der Anwenderkonferenz über zielgruppengerechte Ansprache über verschiedene Kanäle.

Verwunderlich: Anstatt eine eigene Facebook-Page zu betreiben, erlaubt Jack Wolfskin einem Fan, seine Page aufrecht zu erhalten. Der Fan leitet relevante Beiträge an das Unternehmen weiter. Jack Wolfskin selbst führt etwa einen Corporate Blog, einen Twitter Account sowie einen Newsroom für Journalisten und Blogger. Outdoor-Magazine, für Jack Wolfskin wichtige Adressaten, werden dort abgeholt, wo sie sich ohnehin befinden – auf Google+.

Sein großes Interesse zeigte das Konferenzpublikum nicht nur durch rege Teilnahme an den Diskussionen nach den Vorträgen, sondern auch via Twitter. Per Hashtag #SMAK12 konnten die Teilnehmer miteinander interagieren, Vorträge und wichtige Schlüsselsätze kommentieren. Der zweiteilige Vortrag von Matthias Bauer, Blogger und Gründer der o2-kritischen Initiative „Wir sind Einzelfall“, und Ferdinand von Reinhardstöttner, Social Media Officer bei o2 Telefónica Germany, zeigte dem Publikum beide Seiten eines Konflikts. Auf der einen Seite der verärgerte Kunde, der schnell im Zentrum des medialen Interesses steht, auf der anderen Seite das Unternehmen, das durch Entgegenkommen versucht, der Bewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Zudem referierte die Deutsche Telekom über ihr Konzept „Feedback Community“. Die Pro7Sat.1 Media AG berichtete von ihren Erfahrungen mit „Second Screen“ am Beispiel der Talentshow „Voice of Germany“. Die Douglas GmbH gab Einblicke in ihr Bestreben, die zumeist weiblichen Fans ihrer Facebook Page bei Laune zu halten. Durch spannende Vorträge, ein engagiertes Publikum und eine reibungslos funktionierende Organisation gelang auch die fünfte Auflage der inzwischen etablierten Konferenz, was die Teilnehmer in Gesprächen und via Twitter deutlich kundtat. Man könnte sogar sagen, hier zeichnete sich das Gegenteil eines Shitstorm ab.

Social Media Konferenz

Wenn selbst die klassischen Medien ein Buzzword aus dem Social Web aufgreifen, ist häufig was dran. Diese Faustregel gilt auf jeden Fall für die eher unappetitliche Vokabel des „Shitstorm“. Und tatsächlich kam kaum ein Referent ohne den Begriff aus. Denn in den Hörsälen der Technischen Hochschule Köln, in denen sich sonst Studenten tummeln, traf sich wieder das Who is Who der Social-Media-Szene. Zum inzwischen fünften Mal richtete die Technische Hochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Fank die Social Media Anwenderkonferenz aus.

Insgesamt acht Referenten, meist Vertreter namhafter Unternehmen und Konzerne stellten sich in die Tradition der rege besuchten Veranstaltung und berichteten dem interessierten Fachpublikum aus Unternehmensvertretern, Entscheidern und Studenten von ihren Erfahrungen und Learnings im Social Web. Wie in den Vorjahren konnten die Organisatoren der vom Social-Media-Monitoring-Anbieter infospeed tatkräftig mitgestalteten Konferenz nicht nur große Namen auf ihre Bühne locken, sondern vor allem Speaker aktivieren, die auf ähnlichen Veranstaltungen nur selten zu sehen sind. Die Konferenz war bereits Wochen vor dem Start ausgebucht.

So etwa Marcel Christiansen, Head of Social Media des Multitechnologiekonzerns 3M, der in seinem Vortrag die Schulungen von Azubis thematisiert. Die durchlaufen ein spezielles Training, um beispielsweise zu verhindern, dass das nächste Sommerfest auf Facebook angekündigt wird – ohne Einschränkung der Reichweite. Noch größeres Gefahrenpotential für die eigene Marke erlebte die ING DiBa, deren Social Media Manager André Kauselmann vom sogenannten „Wurstkrieg“ militanter Veganer auf der unternehmenseigenen Facebook-Page berichtete. Als Reaktion auf einen bekannten Werbespot, in dem Basketballprofi Dirk Nowitzki eine Scheibe Wurst bekommt, hatten die „Fleischverweigerer“ protestiert. Sachlich moderierend machte die ING DiBa die Erfahrung, dass man einen solchen Konflikt auch laufen lassen kann – wenn er, wie in diesem Fall, keine Kritik auf Kosten des eigenen Unternehmens darstellt.

Thomas Zimmerling, Leiter der Social-Media-Abteilung bei Jack Wolfskin, referiert auf der Anwenderkonferenz über zielgruppengerechte Ansprache über verschiedene Kanäle. Verwunderlich: Anstatt eine eigene Facebook-Page zu betreiben, erlaubt Jack Wolfskin einem Fan, seine Page aufrecht zu erhalten. Der Fan leitet relevante Beiträge an das Unternehmen weiter. Jack Wolfskin selbst führt etwa einen Corporate Blog, einen Twitter Account sowie einen Newsroom für Journalisten und Blogger. Outdoor-Magazine, für Jack Wolfskin wichtige Adressaten, werden dort abgeholt, wo sie sich ohnehin befinden – auf Google+.

Sein großes Interesse zeigte das Konferenzpublikum nicht nur durch rege Teilnahme an den Diskussionen nach den Vorträgen, sondern auch via Twitter. Per Hashtag #SMAK12 konnten die Teilnehmer miteinander interagieren, Vorträge und wichtige Schlüsselsätze kommentieren. Der zweiteilige Vortrag von Matthias Bauer, Blogger und Gründer der o2-kritischen Initiative „Wir sind Einzelfall“, und Ferdinand von Reinhardstöttner, Social Media Officer bei o2 Telefónica Germany, zeigte dem Publikum beide Seiten eines Konflikts. Auf der einen Seite der verärgerte Kunde, der schnell im Zentrum des medialen Interesses steht, auf der anderen Seite das Unternehmen, das durch Entgegenkommen versucht, der Bewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Zudem referierte die Deutsche Telekom über ihr Konzept „Feedback Community“. Die Pro7Sat.1 Media AG berichtete von ihren Erfahrungen mit „Second Screen“ am Beispiel der Talentshow „Voice of Germany“. Die Douglas GmbH gab Einblicke in ihr Bestreben, die zumeist weiblichen Fans ihrer Facebook Page bei Laune zu halten. Durch spannende Vorträge, ein engagiertes Publikum und eine reibungslos funktionierende Organisation gelang auch die fünfte Auflage der inzwischen etablierten Konferenz, was die Teilnehmer in Gesprächen und via Twitter deutlich kundtat. Man könnte sogar sagen, hier zeichnete sich das Gegenteil eines Shitstorm ab.

Pressestimmen

PresselogoSocial Media Konferenz mit Tradition

01.07.2012 | acquisa

 

Social Media Konferenz

Die Zeitschrift acquisa berichtet in ihrer Ausgabe 07/08 2012 über die über die bekannte Social Media Konferenz auf Seite 13, die nun zum 5. mal stattfinden wird. So heißt es in dem Bericht, dass Vertreter namhafter Unternehmen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten, die sie in Social Media gesammelt haben. Viele der Konzerne werden dabei ihre eigenen Konzepte zeigen und gleichzeitig auch darüber berichten, wie Social Media Monitoring in Unternehmen funktioniert. Auch die Deutsche Telekom ist dieses Jahr dabei und wird über ihre Service-Kanäle Twitter und Facebook berichten. Als Gewinner des EDDI Awards bezeichnet acquisa das Unternehmen ING Diba, die auch bei der Konferenz ihre Vorgehensweisen präsentieren werden. Auch weitere Unternehmen wie Pro7/Sat1 werden sind dieses Jahr mit an Bord. Hier steht der Mehrwert der Unternehmen wie Facebook & Co im Vordergrund. Jack Wolfskin wird darüber berichten, wie sie Opinion Leader im Web identifizieren und gezielt ansprechen. Auch dieses Jahr ist der Initator der Veranstaltung wieder Prof. Dr. Matthias Fank vom Institut für Informationswissenschaften der Technischen Hochschule Köln. acquisa bezeichnet die Firma infospeed in Ihrem Artikel als den „Social-Media-Monitoring-Spezialisten“. infospeed wird als Organisator der Veranstaltung genannt.


4. Social Media Konferenz

Social Media ist tot

Social Media Konferenz

von D. Ernenputsch

Auf Fachkonferenzen und -tagungen passiert es nur selten, dass einer der Initiatoren das Podium betritt und das Thema der Veranstaltung vor versammeltem Fachpublikum für „tot“ erklärt. Zu Beginn der 4. Social Media Anwenderkonferenz in Köln stellte Moderator und Organisator Prof. Dr. Matthias Fank diese gewagte These zur Diskussion und erläuterte, warum Social Media tot sei. Ausrichter der Veranstaltung waren wie in den Vorjahren die Technische Hochschule Köln sowie Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen.

Zahlreiche Vertreter von Unternehmen gestatten Einblicke in ihren Umgang mit Social Media. Dass diese noch immer großes Interesse am Dialog mit ihrer Community haben, könnte als Argument gelten, dass das „Web 2.0“ doch noch nicht tot sei. Professor Fank relativiert jedoch, dass gerade die starke Verbreitung von Social Media dazu führe, dass der eigentliche Begriff entbehrlich werde: „Social Media ist nichts Besonderes mehr.“ Trotzdem, so Fank in seiner Einleitung, gebe es weiterhin genug Gründe, die Entwicklung der Medien im Auge zu behalten. „Es handelt sich bei Social Media nicht um ein Hype-Thema, sondern um eine Veränderung in den Menschen“, erläutert Fank, der an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der Technischen Hochschule Köln lehrt. So sei das barrierefreie Kommentieren über Hierarchiegrenzen hinweg inzwischen Alltag vieler Menschen geworden – durch die Nutzung von Social Networks und anderen Phänomenen des Social Web.

Social Media Konferenz Zuschauer

Mit der Erkenntnis, dass diese Veränderungen tatsächlich eine Herausforderung selbst für große Unternehmen darstellt, steht Prof. Fank nicht alleine da. Als erster Referent berichtet Thomas Helfrich, Social-Media-Beauftragter des Konzerns Bayer, von der „Suche nach Identität“ im Web. „Am Anfang stand die Ja-Nein-Entscheidung für oder gegen ein Engagement in Social Media“, sagt Helfrich. Man habe bereits zahlreiche Bayer Websites im Internet gehabt, dazu schon früh einen Twitter und YouTube Account. Diese Präsenzen habe man bündeln und strukturieren wollen. „Neben der Findung einer neuen Corporate Identity suchten wir nach einem Unique Selling Point, der uns von anderen Unternehmen im Web abhebt.“ Schließlich sei ein Ziel definiert worden. Das Projekt Social Media sollte die volle Unterstützung erhalten, unabhängig von allen Hierarchien. So konnte der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers gewonnen werden, der mit einer Video-Botschaft an die Community für den Dialog mit Bayer wirbt. Der Start der neuen Facebook Page wurde im Rahmen einer Konferenz zelebriert. Werbung will der Konzern nicht machen – dafür präsentiert Bayer Initiativen oder die eigene Unternehmensphilosophie im Web. Ein echter Dialog mit Konsumenten sei vor allem in der Pharmaindustrie schwierig aufzubauen, macht Thomas Helfrich klar. Dort lägen zahlreiche rechtliche Einschränkungen vor, vor allem in Bezug auf den Datenschutz der Nutzer bestimmter Medikamente.

Während Helfrich noch referiert, entfaltet die Anwenderkonferenz ihre digitale Dimension. Auf Twitter werden die Veranstaltung und der Referent bereits rege kommentiert. Bis zum Abend werden mehr als 200 Tweets abgesetzt, die den Konferenz-Hashtag #smak enthalten.

Social Media Konferenz Vogelperspektive

Auch der Vortrag von Felix Göppl, Head of Media & Consumer Insights der Spielefirma Electronic Arts, wird in Echtzeit kommentiert. Er berichtet vor allem von der Entwicklungsgeschichte der Social-Media-Aktivitäten seines Unternehmens. „Zu unseren Franchises gab es schon vor Social Media eine Fülle von Communities im Web. Diese mussten von uns identifiziert und integriert werden“, sagt Göppl. Dabei müsse ein Unternehmen die Eigenarten jeder Community beachten. „Die Vorsitzenden des Verbands der Deutschen FIFA-Ligen sind 14 und 15 Jahre alt. Da läuft die Kommunikation etwas anders ab, als man es gewohnt ist. Und die Communities lassen sich längst nicht alles gefallen.“ Beim Aufbau der eigenen Social-Media-Aktivitäten sei es außerdem sehr wichtig, neben Accounts bei YouTube und in den Social Networks auch eine eigene Website zu haben. „Es ist ein Trugschluss, zu glauben, Accounts im Social Web ersetzen eine eigene Website“, so Göppl. Um stets einen Überblick über die eigenen Communities zu behalten, sei ein Social Media Monitoring unausweichlich.

Social Media Konferenz Publikum

In diesem Punkt stimmt Göppl mit Walther Schönzart überein. Schönzart ist Leiter der Abteilung für Online Marketing bei der DZ Bank AG, des Kopfinstituts zahlreicher deutscher Banken wie der Volksbanken. „Wir unterscheiden zwischen drei Arten von Social Media Monitoring“, erläutert Schönzart. Das sogenannte Alert Monitoring basiere auf automatisierten Push-Diensten wie RSS-Feeds, die vom Unternehmen abonniert und ausgewertet werden können. Aktives Monitoring bezeichne die Suche im Social Web durch einen Mitarbeiter des Unternehmens. Passives Monitoring sei die Auftragsvergabe an ein Monito-ring-Unternehmen. „Der Aufwand, zu erfahren, was die Community denkt, ist selbst für kleine Unternehmen sehr hoch“, verdeutlicht Schönzart die Wichtigkeit der Informationsbeschaffung durch externe Fachleute. Dass sich die DZ Bank trotz wenig inter-netaffiner Zielgruppe im Social Web bewegt, hängt mit einer fundamentalen Erkenntnis zusammen. „Bei einer ersten Übersicht erfuhren wir, dass es auf Facebook und Twitter Accounts der DZ Bank gibt, die uns nicht gehören. Daraus haben wir gelernt: Egal, ob wir involviert sind oder nicht, im Social Web werden wir thematisiert.“

Matthias Kröner

Dass Unternehmen nicht nur kreativ mit Social Media umgehen, sondern sogar das eigene Konzept auf Community-Strukturen aufbauen können, verdeutlicht Matthias Kröner, Vorstandsmitglied der Fidor Bank AG. Neue Ideen seien vor allem im Finanzsektor nötig, da die Bankenkrise das ohnehin geringe Vertrauen in Kreditinstitute weiter verringert habe. Außerdem habe das Finanzwesen ein weiteres Grundsatzproblem: „Bankprodukte sind langweilig. Daran ändert auch das Social Web nichts“, sagt Kröner. Die logische Folge sei daher Banking 2.0, das stärker an Community-Strukturen orientiert sein müsse. Dies umfasst beispielsweise, dass die Community nur in geringem Maße eingeschränkt werden soll. „Man sollte die Selbstreinigungsfunktion einer Gemeinschaft nicht unterschätzen“, verweist Kröner auf das Korrektiv im Web. Banking 2.0 sei außerdem eine Gesamtstrategie mit allen Konsequenzen. Wer fragwürdige Produkte anbieten wolle, solle das nicht im Social Web tun. Weiter gelte: „Es geht hier um die Kommunikation. Jede Form von Abverkauf hat im Social Web grundsätzlich nichts zu suchen.“

Unter den Teilnehmern entsteht eine Diskussion, ob das wirklich so sein müsse. Matthias Kröner relativiert, Produkte die zum jeweiligen Kanal passten, könnten theoretisch über Facebook vertrieben werden. Felix Göppl von Electronic Arts sieht hingegen die Möglichkeit einer weiteren Kommerzialisierung von Social Media. „Transaktionen im Social Web müssten jedoch langsamer und eher narrativ ablaufen als in der Realwelt.“

Matthias Körner

Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank, besucht die Anwenderkonferenz bereits zum wiederholten Mal. „Auf der letzten Konferenz war ich selbst noch auf der Suche nach Ideen für die Arbeit mit dem Social Web“, sagt Janz. Als Referentin stellt sie in diesem Jahr erstmal die Erfahrungen ihres Unternehmens vor. Hinsichtlich der strategischen Planung seien drei Bereiche zu erwähnen. „Wir haben Teams gebildet und sie in Workshops auf ihre neuen Aufgaben als Quasi-Redakteure vorbereitet.“ Die Expertenteams sollen relevante Inhalte für die Unternehmenswebsite produzieren; im Social Web werden Links zu diesen Themen gesetzt. „Hier sollte man sich offen präsentieren – nicht als anonymer Unternehmensaccount, sondern ruhig mit Namen und Foto.“ Weiter seien klare Mitarbeiter-Guidelines für die Arbeit mit Social Media wichtig. Ein regelmäßiges Monitoring sei ebenfalls Teil der Strategie, so Janz. Im vergangenen Jahr erlebte die Targobank auch, welche Vorteile ein rasches Eingreifen in die Diskussionen mit sich bringen kann: „Aufgrund eines Mitarbeiterfehlers hatten wir zahlreiche negative Beiträge. Diese Zahl sank deutlich, nachdem wir uns offiziell zum Thema geäußert hatten.“ Man habe gelernt, die Kommunikationskanäle jederzeit offen zu halten.

Mit der Behauptung, Social Media sei ein kurzfristiger Hype, räumt Luisa Vollmar auf. Die Verantwortliche für Corporate Communications der Deutschen Telekom AG deutet auf ein Foto, auf dem ein junger Mann zwischen zwei professionellen Journalistinnen in der ersten Reihe einer Modenschau sitzt. „Dieser Mann nennt sich Bryanboy und ist Blogger“, erläutert Vollmar und macht klar, welche Veränderungen sich durch die Möglichkeiten des Social Web ergSocial Media Konferenz Gästeeben haben. „Auch wir haben gesehen: Social Media passiert mit oder ohne uns. Daher halten wir es für sinnvoller, eine eigene Stimme im Netz zu haben.“
Derzeit ist die Deutsche Telekom in rund 250 Initiativen im Social Web aktiv und bedient alle gängigen Kanäle: „Wir haben ein Unternehmensblog, sind auch auf YouTube, Twitter und Facebook.“ Gleichzeitig versuche man, Experten, Akteure des Social Web und andere Interessierte tatsächlich zu treffen, um die Community zu stärken.

Ein allgemein angeregt diskutiertes Problem der Anwenderkonferenz auch beim anschließenden Get-Together ist die nachträgliche Bewertung der eigenen Social-Media-Aktivitäten. Thomas Helfrich von Bayer schlägt vor, jedes Unternehmen müsse eine individuelle Methode finden. „Quantität in Sachen Community ist für uns unwichtig.“ Stattdessen müsse man die eigenen Umstände bedenken. Felix Göppl von Electronic Arts plädiert für ein Modell, das die Opportunitätskosten eines Engagements im Social Web zur Erfolgsmessung heranzieht.

Die Social Media Anwenderkonferenz ist die erste Social Media Konferenz an der Fachhochschule Köln und findet bereits seit 2007 statt.

 


3. Social Media Konferenz

Social Media Konferenz

Über 130 Gäste waren insgesamt an der Social Media Konferenz anwesend.

Social Media Konferenz

R. Déus von PricewaterhouseCoopers erläutert, wieso Social Media Monitoring für Wirtschaftsprüfer wichtig ist.

Zum dritten Mal bot die Social Media Anwenderkonferenz an der Technischen Hochschule Köln ein Forum für Unternehmen, die über ihre Erfahrungen im Social Web berichten konnten. Für die diesjährige Veranstaltung musste aufgrund der hohen Besucherzahlen ein größerer Raum gebucht werden. Das Interesse am Thema seitens der Unternehmen ist um mehr als das Doppelte gestiegen, erläuterte Organisator Prof. Dr. Matthias Fank, wissenschaftlicher Partner der VICO Research, und Dozent für Informationswirtschaft an der Technischen Hochschule Köln.

Artikel im Social Media Magazin:

Konzerne und ihre Erfahrungen

Social Media Konferenz

von D. Ernenputsch

Zum dritten Mal bot die Social Media Anwenderkonferenz an der Technischen Hochschule Köln ein Forum für Unternehmen, die über ihre Erfahrungen im Social Web berichten konnten. Für die diesjährige Veranstaltung musste aufgrund der hohen Besucherzahlen ein größerer Raum gebucht werden. Das Interesse am Thema seitens der Unternehmen ist um mehr als das Doppelte gestiegen, erläuterte Organisator Matthias Fank, Professor für Informationswirtschaft an der Technischen Hochschule Köln.

Schwanger in Social Media

„Jeder kann sich heute Social Media Experte nennen. Der Titel wird nahezu inflationär gebraucht“, leitet der erste Referent Robert Franken seinen Vortrag ein. Was es zu echter Kenntnis braucht, ist jedoch der Gedankenaustausch, die stetige Weiterentwicklung durch Diskussion. „Wir haben in den letzten Jahren viel lernen müssen. Es geht hier um zwei Extreme“, führt er weiter aus. Er zeigt den deutlichen Kontrast dieser Extreme in seiner Präsentation auf: Links hält Horst Seehofer den Quelle-Katalog hoch, und rechts steht Steve Jobs mit einem iPad. Statische Formate zum Einen, flexible Technik zum Anderen, analog versus digital.
Franken ist Vorstandsmitglied von Urbia.com, einer der größten deutschsprachigen Plattformen für Familienplanung und Schwangerschaft im Web. Insgesamt 1,2 Millionen Nutzer lesen die redaktionell erarbeiteten Beiträge und nutzen das Forum. „Es geht heute natürlich darum, den Informationsbedarf des Kunden zu befriedigen. Darüber hinaus muss man ihm aber noch mehr bieten können.“ Der primäre Content, der die Nutzer interessiere, sei sachlich recherchierte Information. Später werde diese Lücke dann von Kommunikationsanreizen gefüllt.

„Die Community tritt hier als Korrektiv auf und gibt den meist weiblichen Nutzern Ratschläge, für die früher die Familie da war.“ Auch Prof. Dr. Matthias Fank kennt diesen Effekt. „Die Informationsglaubwürdigkeit verschiebt sich zugunsten der Webanwendungen. Das Vertrauen, das lange in das eigene soziale Umfeld herrschte, geht auf die kollektive Intelligenz der Social Media über.“

Social Media Konferenz Vortrag

Doch wie können Unternehmen vom vorhandenen Interesse ihrer Nutzer profitieren? „Indem sie die Kunden nicht länger auf ihre Plattformen zu ziehen versuchen, sondern selbst dort auftreten, wo der Nutzer sich ohnehin befindet“, weiß Franken und zeichnet dazu ein Worst-Case Scenario: „Ein Hersteller für Säuglingsnahrung hat sich zeitweise in unseren Foren bewegt. Die Zeiten, die die Nutzer auf Antworten durch das Unternehmen warten mussten, waren allerdings groß, weil jede Aussage zuvor mit der Rechtsabteilung abgeklärt werden musste.“ Er nennt jedoch auch das Beispiel einer Zusammenarbeit zwischen Urbia und einer Marke für Schwangerschaftstests. „Die Firma hat ausgewählte Paare begleitet, die sich ein Kind wünschen. Vor kurzem ist mit Madelaine, das erste Baby dieser Zusammenarbeit, geboren worden.“ Das Unternehmen habe nicht nur auf Werbegeschenke gesetzt, sondern sich Mühe mit der Kommunikation zwischen Anbieter und Verbraucher gegeben. „Social Media macht man nicht mal eben nebenbei.“

Corporate Blogging mit SchwörerHaus

Social Media Konferenz Schwörer Haus

SchwörerHaus auf der Social Media Konferenz über ihren erfolgreichen SchwörerHaus Blog

Je länger die Zusammenarbeit mit dem Kunden dauert, desto wichtiger ist ein gutes Kommunikationsklima, weiß auch Deutschlands größter Fertighaushersteller SchwörerHaus. „Wir haben vergleichsweise wenige Kunden, die sich dafür sehr lang an unser Produkt binden. Daher ist schlechte Kommunikation tödlich“, berichtet Jasmin Neuburger vom Marketing. „Wie auch wir erst lernen mussten, ist es besser, konstruktiv auf Kritik einzugehen, als eine Löschung von Beiträgen zu veranlassen.“ Die Lösung des Fertighausherstellers lautet Corporate Blogging. Hier schreiben Mitarbeiter der einzelnen Baubereiche Beiträge, die sich auf Kritik oder Falschaussagen aus Internetquellen beziehen. „Dazu ist natürlich ein professionelles Monitoring nötig, das uns diese Beiträge liefert“, sagt Neuburger. Social Media Monitoring ist Marktforschung in Social Media und fundiert bei kritischen Beiträgen fachgerechte Maßnahmenempfehlungen. „So kann unterschieden werden, ob es sich lohnt, konstruktiv auf einen Beitrag einzugehen. Längst nicht alle Postings sind rechtsverletztend und sollten gelöscht werden“, sagt Dr. William Sen, der Social-Media-Experte.

Prof. Dr. Matthias Fank

Unerlässlich für das Modell des Corporate Blogging ist eine funktionierende Suchmaschinenoptimierung. „Der Speicher des Netzes ist unser Problem. Auch Beiträge, die mehrere Jahre alt sind, können noch gefunden werden, auch wenn sie längst nicht mehr den Tatsachen entsprechen. Wir müssen also dafür sorgen, dass unsere aktuellen Beiträge den Kunden früher erreichen.“ Werbetexte sollen vermieden werden, die Beiträge sollen stets auf Fakten basieren, mahnt auch Claudia Potell, die bei SchwörerHaus den Online-Bereich leitet. Das ganze Unternehmen müsse das Corporate Blogging ernst nehmen. „Je eloquenter die Beiträge unserer Autoren sind und je häufiger wir bloggen, desto wirkungsvoller ist die Maßnahme.“ Immerhin gehe für die meisten Kunden die Internet-Recherche vor, der Hersteller selbst werde erst später aufgesucht.

Der Fall Otto und MacBook

Social Media Konferenz

Doch was droht den Unternehmen, die sich bewusst gegen ein Engagement in Social Media entscheiden? Was kann passieren, wenn man seine Kunden nicht nur nicht online anspricht, sondern auch nicht liest, was sie bewegt? In einer Diskussionsrunde stellen drei Absolventen der Informationswirtschaft der Technischen Hochschule Köln ihre Forschungsarbeiten vor, die sich mit viralen Effekten als Reaktion auf Unternehmensbewegungen beschäftigen. In diesem Zusammenhang hatte der Versandhauskonzern Otto ungewollte Medienpräsenz erlangt, als auf seiner Onlinepräsenz ein teures Notebook zu einem Spottpreis angeboten wurde. Einmal entdeckt, verbreitete sich das unglaubliche Angebot über Blogs wie ein Lauffeuer. Innerhalb weniger Stunden waren über 6.000 Bestellungen eingegangen. „Der Fehler selbst“, so Informationswissenschaftlerin Bettina Beutler, die sich mit dem Fall beschäftigte „stieß bei den Nutzern nicht auf negative Reaktionen. Es war allen klar, dass es sich um einen Irrtum handeln musste. Problematisch war nur der Umgang des Unternehmens mit seinen Kunden.“ Das Unternehmen reagierte inkonsequent, ließ Kaufverträge teilweise stornieren, tauschte teilweise Preis oder Produkt nachträglich aus. Als die Inkonsequenz an die Öffentlichkeit kam, musste der Konzern nachziehen und entschädigte die Nutzer finanziell. „Zwar ließ sich bei meinen Recherchen kein Negativeffekt bei den Umsätzen feststellen, trotzdem hätte der Versandhandel günstiger wegkommen können, wenn von vornherein auf die Empfindungen der Community eingegangen worden wäre. Die hätte sich mehr Offenheit gewünscht“, berichtet sie. Eine Unterstützung für ihre wissenschaftliche Ausarbeitung konnten die Forscher vom Unternehmen Otto nicht erhalten. Otto wollte den Fall nicht in der Konferenz kommentieren. So blieb der Platz des Versandhändlers in der Podiumsdiskussion leer. Berührungsängste mit der Social Media Community und Unklarheit im Umgang mit Bloggern sind womöglich Ursachen für die Abschottung des Konzerns. Dies zeigt das grundsätzliche Problem beim Versandhaus Otto. Obwohl sich das Problem in Social Media ausbreitete, informierte der Konzern ungeschickterweise zuerst die Presse, bevor Entscheidungen der eigentlich betroffenen Community mitgeteilt wurden.

Social Media Konferenz

Es geht jedoch auch anders. Wie man Kritik akzeptiert und sich der Community stellt, zeigt unter anderem das Forschungsergebnis von Anna von Hagenow, ebenfalls Absolventin des Studiengangs Informationswirtschaft. Sie hat sich mit Viralität im Netz beschäftigt, die durch Unternehmensentscheidungen der Deutschen Telekom hervorgerufen wurde. Im Themenmittelpunkt stand hier der Topseller iPhone. Zuerst nutzbar und sogar vertraglich fixiert, kippte die Telekom als alleiniger Vertriebspartner des Smartphones in Deutschland eine rege genutzte Funktion per Update und regte damit Nutzer im Web zu einer hitzigen Diskussion an. Sie machten ihrem Unmut vor allem im Social Network Facebook Luft. Hauptkritikpunkt: Eine vertraglich zugesicherte Leistung wurde beendet, ohne dass es vorher Anzeichen gegeben hätte. Gleich zwei Verantwortliche stellten sich der Diskussion auf der Anwenderkonferenz, darunter auch Enrico Menge, Vertreter der iPhone-Sparte. Unmittelbar neben ihnen saß Björn Ognibeni, der Gründer der Facebook-Gruppe „Hallo T-Mobile, liebe Telekom: es reicht!“.

Dr. Winfried Felser

Eine Petition und ein Formvertrag zur sofortigen Kündigung wurden durch die Community in die Wege geleitet. „Die höchste Aktivität in der Gruppe fand direkt nach dem umstrittenen Update statt“, berichtet Frau von Hagenow. „Nach zwei bis drei Monaten brach das Interesse an dem Vorfall.“ Dass nur wenige Kunden die öffentlich beworbene Kündigung tatsächlich vollzogen, führen von Hagenow und Ognibeni auf die Monopolstellung der Telekom in Sachen iPhone zurück. Davon, dass eine Ankündigung in Social Media den Frust der Smartphone-Nutzer verringert hätte, ist die Informationswissenschaftlerin überzeugt. Für den Zeitraum nach Bekanntwerden der Funktions-Sperre attestiert auch Ognibeni der Telekom keine Fehler. „Hier war die Kommunikation nicht das Problem. Das Problem selbst war das Problem.“ Durch frühe Offenheit hätte die Telekom allerdings verhindern können, dass die Facebook-Gruppe bis heute auf Platz 1 der Google-Suche nach „T-Mobile Facebook“ steht.

Die Telekom ist interessiert und möchte dazulernen, vor allem dann, wenn etwas aus dem Ruder läuft. So stellte sie den Forschern sogar ihre Zahlen zur Verfügung. Da sich in den Forschungsarbeiten keine Markteinbrüche feststellen ließen, stellt sich die Frage, inwiefern Social Media den Unternehmen schaden kann. Prof. Dr. Fank bewertet den Impact der Social-Media-Aktivitäten auf Kaufentscheidungen als derzeit nicht verfolgbar. „Wir befinden uns derzeit an einem Scheideweg.“ Das Firmenimage könne allerdings Schaden nehmen. Allgemein warnen die Forscher aus Köln davor, die eigene Marke in der Community zu ernst zu nehmen. „Die Kunden entscheiden sich häufiger aufgrund der Preise für ein Produkt, die Marke ist meist sekundär“, kann Katrin Saure aus ihren Forschungen ziehen. Wer die eigene Marke ins Zentrum seiner Social-Media-Aktivitäten stellt, riskiert, sich bloßzustellen.

Wie funktioniert Firmen-Engagement in Social Media?

Social Media Konferenz

Solche Szenarios zeigen: Eine gescheiterte Kampagne fällt auf und bringt schlechte Publicity. Wie lässt sich aber der Erfolg einer Social-Media-Kampagne messen? „Die Erwartungen, die ein Unternehmen an eine Offensive in Social Media stellen kann, sollten im Zusammenhang stehen mit dem Bekanntheitsgrad des Produkts“, sagt Thomas Knauer, Geschäftsführer von Nurago. Der Anbieter für Marken- und Medienforschung untersucht unter anderem die Wirkungen von Social Media Engagements. Dabei zeigte sich: Je bekannter das Produkt, desto geringer ist das Interesse an zusätzlicher Werbung. Für unbekanntere Marken kann es sich jedoch lohnen, in Social Media zu werben. „Die Brand Awareness steigt, die Banner Blindness sinkt hingegen“, sagt Knauer. Reichweiten ließen sich zum Beispiel über die Verteilung von Cookies oder – in Social Networks – die Mitgliedschaften in Gruppen messen. Auch Klickraten und Verweildauern können Grundlage für Berechnungen sein, führt Knauer an. Jeder Hype müsse auf seinen Nutzen hin untersucht werden, bevor es zu einer Empfehlung komme, warnt er. In einem späteren Vortrag wird der Begriff Second Life fallen.

Social Media Konferenz

Der Erfolg einer Initiative in Social Media hängt von vielen unabhängigen Faktoren ab. „Wir müssen beachten, dass der Internetnutzer im Allgemeinen kritischer ist, als die Nutzer anderer Medien“, mahnt Jürgen Wermuth, Leiter der Social-Media-Abteilung der Telekom. Der Konzern präsentiert auf der Anwenderkonferenz sein Konzept „Enterprise 2.0“, das eigentlich ein ganzes Konzeptpaket umfasst. „Derzeit laufen etwa 60 verschiedene Einzelinitiativen, die auch die Social Media betreffen“, fasst Dr. Winfried Ebner zusammen. Ebner gehört zum Vorstandssupport der Telekom und weiß: „Die Strukturen in den Unternehmen zugunsten von Social Media entwickeln sich langsam. Aber es ist eine stetige Entwicklung.“ Besondere Wichtigkeit misst das Telekommunikationsunternehmen den sogenannten Heavy Usern bei, also den Foren-Mitgliedern, die sich am meisten in die Diskussionen einbringen. Robert Franken von Urbia.de kann konkrete Zahlen nennen. „Wir sprechen hier von 30 Beiträgen pro Nutzer pro Tag.“ Diese Meinungsführer, so die Telekom, gilt es, mit sachlichen Informationen zu versorgen. „So können wir verhindern, dass über Social Media Falschmeldungen über unser Unternehmen kursieren.“ Die Heavy User erhalten einen Sonderstatus, werden eingeladen, neue Produkte zu testen, auch in der Offline-Welt. „Das Wichtigste ist, auf Augenhöhe mit der eigenen Community umzugehen und von Beginn an klarzumachen, dass die Zusammenarbeit ein offizielles Angebot der Telekom ist“, sagt auch Jan Gottstein. Er stellt der fachkundigen Zuhörerschaft das Projekt „Backstage“ vor, das Nutzer der Entertain-Produktreihe betrifft. „Natürlich muss den Nutzern auch etwas geboten werden. Immerhin opfern sie ihre Freizeit für ihre Foren-Aktivitäten. So stellen wir als Gesprächspartner Mitarbeiter zur Verfügung, die Fachkenntnisse haben. PR-Leute könnten mit dem Wissen der Community gar nicht mithalten.“ Als Quintessenz raten die Telekom-Fachleute Unternehmen, Werbeinitiativen in Social Media vorsichtig anzugehen und Unterhaltung mit Produktinformation zu verknüpfen. „Wir haben in der letzten Bundesliga Saison die Aktion „LIGA total! – Fan-Reporter“ gestartet. Der Erfolg war groß, aber das Produkt selbst wurde kaum diskutiert. Man muss dafür sorgen, dass auch die Marke profitiert.“

Social Media Konferenz

Eine Verbindung von Social Media zum Bereich der klassischen Business Intelligence erstellt die Firma arcplan in Kooperation mit infospeed. Durch die Integration von Social-Media-Daten in bestehende Management Cockpits lassen sich Verbindungen zu wichtigen Unternehmenskennzahlen ziehen und geben so eine Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens und zur Produktplanung. Zudem sieht Tiemo Winterkamp, Vizepräsident des Global Marketing bei arcplan, nicht, dass der Rohstoff Wissen in Social Media Mangelware sei. Winterkamp fordert, man müsse die Expertise der „privaten Fachleute“ nutzen: „Die meisten Mitarbeiter nutzen zuhause ohnehin Social-Media-Anwendungen, kennen sich also in der Materie aus. Warum findet dieses Wissen nicht auch am Arbeitsplatz Anwendung?“ Dominik Grimm, Web Specialist bei infospeed ergänzt, dass „für Unternehmen eine zunehmende Notwendigkeit beobachtet wird, Social Media Daten zu erfassen, um die veränderten Kaufentscheidungsprozesse und Handlungen von Konsumenten durch die Beeinflussung von Social Media in die strategische Ausrichtung mit aufzunehmen.“ Zudem ließen sich in der Verbindung von Business Intelligence und Social Media beispielweise etwaige Rückschlüsse auf Erfolge oder Misserfolge von Produkten, Marketingkampagnen, Markteinführungen und Ähnlichem ziehen.

Wie surfen wir in 50 Jahren?

Social Media Konferenz

Eine weitere diskutierte Frage bezüglich Social Media, die auf der Anwenderkonferenz zur Sprache kam, ist die des Nutzens. „Wenn meine Tochter bei Facebook ein Minispiel spielt, dann frage ich mich: Wem nutzt das?“, stellt Dr. Winfried Felser die Kernfrage. In dieselbe Richtung argumentiert auch Ralf Déus von PricewaterhouseCoopers, der auf der Anwenderkonferenz die Wichtigkeit der Social Media insbesondere für Entscheider in Unternehmen betonte. Dr. Winfried Felser ist Vorstand der NetSkill AG, dem Betreiber der Competence Site, einer Datenbank für Wirtschaftskompetenzen. Er attestiert dem Web 2.0 einen großen Anteil „an Stalkern, Mobbern und vor allem Schwätzern.“ Vor diesem Hintergrund zeichnete er vor den Anwesenden sein Bild von der Zukunft des Internets. „Wir reden hier, um das Format beizubehalten, vom Web 3.0 und dem Web 4.0“, erläutert Felser. Das semantische Web, dem bereits die Kennzahl 3.0 zugewiesen wird, müsse jedoch durch Kompetenzen erweitert werden, um seine Qualität aufrechtzuerhalten. Das folgende Web 4.0 umfasst schließlich die Perfektion der Geschäftsprozessorientierung. „Es geht hier um Wertschöpfung durch Qualität. Und dabei ist es vollkommen egal, ob wir noch Browser haben werden, Apps nutzen oder uns selbst körperlich anschließen“, prophezeit er. „Ohnehin wird der Begriff des Internets weiter in den Hintergrund rücken, die Trennlinien weiter schwinden.“

Während der Nutzen von Social Media noch hinterfragt wird, ist die rege Nutzung derselben unbestreitbar: Vor, nach, aber vor allem während der Konferenz wurde eifrig getwittert, Referenten und Vorträge wurden von den Anwesenden kritisch kommentiert.

Pressestimmen über die 3. Social Media Konferenz

Research & Results Magazin am 1.10.2010

Austausch über Social Media

Reseach & Results

Vorzüge und Risiken des Social Web standen im Mittelpunkt der dritten Anwenderkonferenz zum Thema Social Media, zu der das Institut für Informationswissenschaft der Technischen Hochschule Köln geladen hatte. Neben der Präsentation verschiedener Social-Media-Konzepte durch Unternehmen wie Urbia, SchwörerHaus oder der Telekom war auch eine Diskussionsrunde Teil der Veranstaltung. Dabei ging es um die Frage der Viralität in Social Media als Reaktion auf Unternehmensentscheidungen. Die Quintessenz: „Ein Unternehmen, das sich mit vielen kritischen Beiträgen konfrontiert sieht, hat nicht zwangsweise einen messbaren Impact zu erwarten“, so Matthias Fank, Professor am Institut für Informationswissenschaft. Die nächste Anwenderkonferenz zum Thema Social Media soll im September 2011 stattfinden.


2. Social Media Konferenz

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln veranstalteten Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen die 2. Social Media Konferenz am 17. und 18. September 2009.

Unter dem Motto „User Generated Content finden, analyisieren und aktivieren“ berichteten am 17. September Referenten namhafter Unternehmen über ihre Praxiserfahrungen beim strategischen Einsatz eines Social Media Monitorings. Unter anderem waren Vertreter von Electronic Arts, Tchibo, Jägermeister, BMW und Microsoft mit Vorträgen vertreten. Die angeregte Diskussion unter den zahlreich erschienenden Fachbesuchern brachte viele interessante Einblicke und neue Denkansätze für den Einsatz eines Social Listening und die gezielte Kommunikation in Social Media.

Zudem fand am 18. September der Workshop „Ihr Leitfaden für die Einführung eines Social Media Monitorings“ statt, bei dem den Teilnehmern erste grundlegende Schritte vermittelt wurden, die bei der Einführung eines Social Listening zu beachten sind. Sie erhielten Tipps & Tricks zur Identifikation und Bewertung von Social-Media-Quellen und erarbeiten ein erstes, individuelles Social Media Monitoring. Geleitet wurde der Workshop von den beiden Informationswirtschaftlern Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen.

Prof. Dr. Matthias Fank

Prof. Dr. Matthias Fank begrüßt die Teilnehmer der 2. Social Media Konferenz.

 

Social Media Konferenz

Sven Markschläger (Head of Digital Marketing der Mast-Jägermeister AG) berichtet über Digitale Markenführung bei Jägermeister.

 

Social Media Konferenz

Zahlreiche Besucher waren an der Technische Hochschule Köln erschienen, verfolgten interessiert die Vorträge der Referenten und diskutierten über die Einsatzmöglichkeiten und Zukunftschancen von Social Media Monitoring.

 

Social Media Konferenz

Björn Ollhäuser von der BMW AG berichtete, wie bei BMW Webmonitoring betrieben wird und wieso dies für BMW die Grundlage für die zukünftige Kommunikationsarbeit darstellt.

 


1. Social Media Konferenz

Ein Stück Social-Media-Geschichte

Die allererste Social Media Anwenderkonferenz fand bereits sehr frühzeitig statt, nämlich im Jahre 2006. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln und stand unter dem Motto „Blogging is Beautiful“.

Erste Social Media Konferenz

Dr. Wolfgang Riecke, Ford-Werke GmbH, bei seiner Präsentation auf der Social Media Anwenderkonferenz 2006: Wie wichtig sind Foren und Blogbetreiber für die Kommunikation von Ford?

Dr. Wolfgang Riecke, Ford-Werke GmbH, bei seiner Präsentation auf der Social Media Anwenderkonferenz 2006: Wie wichtig sind Foren und Blogbetreiber für die Kommunikation von Ford?[


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