Jan Krömer und William Sen führen in die Szene ein

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Wie beginnt man die Rezension einer feinen Übersicht über die Welt der Warez, die sich prima liest, die Szene wie auch ihre Geschichte umfassend abhandelt und mit so hübschen Details wie dem Bekenntnis des GVU-Chefs Joachim Tielke aufwartet, regelmäßiger gulli:board-Leser zu sein? Mit einem rundum lobenden Satz.

Danach fällt es ein Stück leichter zu beklagen, dass man bei der Lektüre immer wieder das Gefühl hat, die Autoren hätten ein Thema an sich nur angekratzt – und an sich gäbe es noch viel Spannendes zu erzählen, nun muss man aber zum nächsten Punkt übergehen. Dies der Wermutstropfen, liest man die nun erschienene Szeneeinführung von Jan Krömer und William Sen, „NO COPY – die Welt der digitalen Raubkopie“. Oder, zum Positiven gewendet: 100 Seiten mehr hätten nicht gestört.

Die Geschichte der „Szene“

Die Welt der digitalen Raubkopie ist das Thema des Buchs, mit der digitalen Raubkopiererei setzt die Geschichte der unberechtigten Vervielfältigung auch ein: analoge Vorläufer wie der Aufbau des US-Verlagswesen auf der Basis von unautorisierten Nachdrucken oder die Gründung Hollywoods sind kein Thema. Vorangestellt ist jedoch die Geschichte der „ersten Hacker“ – Krömer und Sen werden noch mehrfach im Buch Hackerkultur, Warezszene und Freie Software miteinander verknüpfen. Der „Sündenfall“ kommerzielle Software zog zwei Reaktionen nach sich – freie Software zum einen, „Befreiung“ kommerzieller Soft zum anderen. Verbindendes Element der verschiedenen Szenen ist die (kosten)freie Verbreitung von Code und Information – ein Standpunkt, über den sich trefflich streiten lässt. Über die ersten BBoxen und Crackergroups kommt der Text schnell zur Webwarezszene

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