Die Hackerwelt in Gut und Böse

DE:BUG Magazin

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Die Welt simpel in Gut und Böse aufzuteilen, ist seit jeher ein gefährliches Unterfangen. Dem setzen Jan Krömer und William Sen ihr Werk ”NO COPY” entgegen.

In seiner Essenz ist es Enzyklopädie und Attitüde zugleich. Die beiden ehemaligen Hacker schreiben über die Welt der Raubkopien aus einer Innen-Perspektive mit viel Raum fürs Detail. Der (unfreiwillige) Quell jener mittlerweile hermetischen Szene liegt für die beiden Autoren im Bestreben, allerlei Medien mit Kopierschutz zu versehen; die Lust am Naschen der verbotenen Früchte ist die Triebfeder der Schwarzkopie. Daneben zerpflücken sie auch noch gleich das Mantra-ähnlich vorgetragene Klischee, allein Filesharing sei der Niedergang der Unterhaltungsindustrie. Dass für die Industrie aus dem Bedürfnis nach frei fließenden Informationen auch ein Mehrwert erwachsen könnte, erläutert abschließend Creative-Commens-Schöpfer Lawrence Lessig. Trotz des radikal-subjektiven Untertons: ”NO COPY” ist nichts minder als ein Standardwerk zur digitalen Distributionskultur.

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