Unsere Abhängigkeit von Software

der konnektive Mensch

Software ist ein fester Bestandteil und bestimmt die Fähigkeiten und Grenzen des Computers. Sie ist sozusagen das Gehirn und das Herz des Computers zugleich. Ohne sie sind unsere Geräte, die für uns täglich arbeiten leer und zu vergleichen mit einem atmungslosen Körper ohne Seele. Ohne die Software werden wir die Fähigkeiten eines Rechners nie erfahren, die Grenzen nie erreichen und überschreiten können.

Das menschliche Bedürfnis zur Kommunikation findet längst mittlerweile digitale Netze statt, die durch Software gesteuert und bestimmt werden. Das digitale Netz wird bei genauerer Betrachtung nicht durch Datenleitungen bestimmt, sondern besteht aus Übertragungsprotokollen. Protokolle und Bestimmungen, die dem Sender und Empfänger vorschreiben, nach welcher Sprache die Kommunikation stattzufinden hat.

Die Software bestimmt und steuert somit unsere Lebensweise, setzt Grenzen, oder gibt neue Möglichkeiten frei. Sie ist zudem allgegenwärtig. Mir ihr kontrollieren die Menschen Systeme aller Art. Die Software übernimmt mittlerweile steuernde, überwachende, helfende und warnende Aufgaben in allen Bereichen unseres alltäglichen Lebens.

In diesem Prozess ist die Hardware zunehmend an die zweite Stelle gerutscht. Wenn früher ein Rechner eine bestimmte Leistung nicht erbringen konnte, warf man ihr vor als Gerät nicht leistungsstark zu sein. Gerade in der heutigen Informationswelt kann man jedoch den Trend beobachten, dass mittlerweile mehr Leistung und Effektivität an der Software gefordert wird, als sich zunächst mit dem Gerät selbst zu befassen. Man spricht nicht mehr von Leistungsschwäche eines Geräts, sondern fordert zunehmend bessere Softwarelösungen. Im Trend liegen Schnittstellenanpassungen, Software-Kompatibilität und neue Business-Lösungen auf Basis der Software.

Der einst selbstverständliche Gedanke, dass die Hardware die Software bestimmt erlebt in der heutigen Zeit zunehmend und fortwährend eine Kehrtwende. Da auch die Software eine Ansammlung von Zahlen ist, die für uns Menschen in Rohform unverständlich erscheinen, brauchen wir Hilfsmittel wie Betriebssysteme, die ebenfalls Software sind, um die Welt der binären Codes als Mensch überhaupt verstehen zu können. Nicht nur mit dem Monopol des Micrsoft Betriebssystems Windows, sondern auch mit der Zunahme leistungsstarker Rechner, die mittlerweile weit mehr als das können, wofür sie gebraucht werden, bestimmt längst die Software die Hardware. Somit gewinnen Computer ihre Bedeutung nur noch durch Software.
Bessere Software-Technologien eröffnen auch neue Wege und inspirieren weitere Fortschritte. Somit wird auch unsere Denk- und Handlungsweise in dieser digitalen Welt durch Software bestimmt.

Der Trend zeigt, dass in der der Zukunft auch die Software durch vernetzte Umgebungen von seiner Bedeutung entmachtet werden wird, wie beispielsweise dem Web. Hier etablieren langsam aber sicher vernetzte Systeme und Gemeinschaften, die nun unter einer neuen Art von kollaborativem Web eine neue Macht erschaffen. Die Zukunft wird vielleicht sogar weder von Hardware noch Software bestimmt, sondern wieder von dem Menschen – nicht aus dem Einzelnen, sondern aus dem Kollektiven oder von dem „konnektiven Menschen“. In dieser Konnektivität wird die einseitige Informationsmacht der Industrie nicht mehr funktionieren. Sie wird gezwungen sein „mitzuspielen“, um in der kollaborativen Macht der Nutzer bzw. Konsumenten überhaupt die Nachfrage zu erfüllen.

Dieser Beitrag vor der Veröffentlichung des Buchs NO COPY von den Autoren als Zusatzmaterial erstellt. Genauer Literaturangaben sind hier zu finden:
Literaturangabe


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1 comment for “Der konnektive Mensch

  1. Mattheus P.,
    19. Juli, 2018 um 09:15

    Ein sehr interessanter Beitrag über den Zusammenhang zwischen Software und der Abhängigkeit der Menschen, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Kommunikation findet immer statt. Nur die Art der Kommunikation hat sich aufgrund der Digitalisierung und dem technischen Fortschritt geändert und weiterentwickelt. So ist das aus den 1940er entwickelte Kommunikationsmodel von Shannon und Weaver immer noch auf unsere heutigen Kommunikationsprozesse anwendbar:

    Wir haben einen Sender, der eine Botschaft in Form von Information über einen Informationskanal an den Empfänger sendet. Auf dem Weg zum Empfänger können Störquellen durch Signale den Kommunikationsfluss stören. Früher wurde viel miteinander gesprochen, heutzutage sind die Instant Messenger fest in unserem Alltag verankert. Ich teile die gleiche Meinung, wie die vom Artikel, unsere Kommunikation ist sehr softwarebasiert. Und genau da fängt die Abhängigkeit an.

    Nicht nur im unseren Alltag haben wir uns auf die neuen Entwicklungen angepasst. Auch im Beruf lassen sich gewisse Softwaresysteme nicht mehr wegdenken. Ich wüsste, gar nicht ob ich in gleicher Effektivität meine Arbeit machen könnte, wenn ich auf die ganzen Softwaresysteme verzichten müsste. Technik vereinfacht gewisse Arbeiten, dafür werden aber andere Prozesse intensiver. Es ist und bleibt ein spannendes Thema.

    MfG.

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