Spätestens seit der Finanzkrise im Jahr 2007 hat befindet sich die Finanzbranche in einem starken Wandel. Einige Banken haben fusioniert oder wurden aufgekauft, während andere Banken trotz des steigenden Kostendrucks weiterhin profitabel arbeiten.

Doch kaum eine Bank hat es durch die letzten Jahre geschafft, ohne die Zahl der Filialen zu reduzieren und Stellen abzubauen. Ein besonders prominenter Fall ist aktuell der der Commerzbank. Sie möchte nicht nur die Direktbank Comdirect auf sich fusionieren, sondern gleichzeitig noch rund 20 Prozent der Filialen schließen.

Warum lohnt sich das Filialgeschäft nicht mehr?

Es gibt viele Faktoren, die erst gemeinsam dafür sorgen, dass Bankfilialen sich an vielen Standorten nicht mehr lohnen. Ein wichtiger Punkt sind die Fortschritte im Bereich des Direktbankings. Für viele Dienstleistungen müssen die Kunden nicht mehr in die Filiale kommen und brauchen nicht einmal persönlichen Kontakt zu einem Mitarbeiter der Bank. Überweisungen können ganz bequem über den Computer oder das Smartphone getätigt werden und selbst der Bereich der Geldanlage wurde weitestgehend digitalisiert. Der Kauf von Aktien und Fonds kann dank Online Brokern ebenfalls ganz bequem über das Internet abgewickelt werden.

Die Nachfrage nach Beratung im Bereich der Geldanlage ist in den letzten Jahren ebenfalls gesunken. Die Beratung durch Filialbanken hat nicht ohne Grund einen schlechten Ruf.
Darüber hinaus wandern viele Kunden wegen der Kontoführungsgebühren von den klassischen Filialbanken ab. Sie nehmen keine besonderen Leistungen in Anspruch und sollen trotzdem erhebliche Gebühren für die Führung ihres Girokontos bezahlen.

Deshalb entscheiden sie sich für eine Direktbank, bei der sie keine Kontoführungsgebühren zahlen müssen.

Selbst die Geschäftskunden wechseln häufig von ihrer Filialbank zu einer Direktbank. Das Vergleichsportal https://www.verivox.de/geschaeftskonto/ Verivox hat gezeigt, worauf Geschäftskunden bei der Auswahl ihres Girokontos unbedingt achten sollten.

Welche Innovationen erwarten die Kunden in der Zukunft?

Schon seit einigen Jahren entwickelt sich der Bereich der FinTechs sehr schnell. Immer wieder gibt es Neuheiten, die Teile des Bankgeschäfts revolutionieren. Ein besonders wichtiger Schritt war die Einführung der sogenannten Robo-Advisor. Diese ersetzen die Anlageberatung durch menschliche Berater vollständig und entwerfen für den Kunden eine individuelle Strategie. Zunächst muss der Kunde ein paar Fragen zu seinem Anlagehorizont, seiner Risikobereitschaft und seinem Anlagevolumen beantworten. Im Anschluss daran wird der Robo-Advisor automatisch eine Strategie entwickeln, die perfekt zu den Vorgaben passt. Bei einigen Anbietern wird nur eine prozentuale Gebühr fällig, andere Anbieter lassen sich an den Gewinnen beteiligen.

Doch auch im Tagesgeschäfts gab und gibt es spannende Neuheiten, die den Bankkunden eine Menge Zeit sparen können. Beispielsweise das sogenannte Video-Ident-Verfahren, das aktuell von vielen Banken genutzt wird.

Kunden müssen nur nicht einmal mehr zu einer Bankfiliale oder zu einer Postfiliale, um sich bei der Kontoeröffnung zu legitimieren. Denn sie haben einfach einen kurzen Videochat mit einem Mitarbeiter, der den Personalausweis überprüft. So wird die Kontoeröffnung in wenigen Minuten erledigt. Möglicherweise kommen auch Techniken aus dem Bereich der Virtual Reality zum Einsatz. So könnten irgendwann Beratungsgespräche ganz ohne eine Bankfiliale durchgeführt werden.

Welche Auswirkungen hätten diese Innovationen auf die Kunden?

Wenn die Bankfilialen vollständig oder zumindest weitestgehend abgeschafft werden, dann spart das den Banken eine Menge Geld. Sie könnten dadurch wieder aggressiver in den Wettbewerb gehen und ihren Kunden beispielsweise die Kontoführungsgebühren erlassen oder die Gebühren insgesamt reduzieren.
Außerdem würden sich die Wartezeiten verringern, da viele Anliegen schon durch Chatbots oder vergleichbare Prozesse erledigt werden könnten. Schon jetzt treten einige Banken in den sozialen Medien mit ihren Kunden in Kontakt, um Anliegen unkompliziert und auf dem direkten Weg zu lösen.

Wie weit kann die Digitalisierung im Bereich der Banken gehen?

Immer wieder stellt sich die Frage, wie weit die Digitalisierung in der Welt der Banken gehen kann. Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da es von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Der Sektor ist sehr stark reguliert. Zahlreiche Innovationen können schon deshalb nicht realisiert werden, weil es vom Gesetzgeber gar nicht vorgesehen ist.
Außerdem gibt es einige Bereiche, in denen Bankkunden nicht auf die persönliche Beratung vor Ort verzichten möchten. Wer beispielsweise die Finanzierung für sein Eigenheim unterschreibt, der möchte das nicht rein virtuell tun. Darüber hinaus gibt es einige Sachen, die man lieber mit einem persönlichen Berater besprechen möchte.
Zumindest kurz- und mittelfristig kann man davon ausgehen, dass Bankfilialen nicht vollständig abgeschafft werden.

Auch der Bereich der Ein- und Auszahlung von Bargeld spielt dabei eine wichtige Rolle. Viele Banken arbeiten mit Supermärkten oder Tankstellen zusammen. Dort können die Kunden dann bei ihrem Einkauf ganz bequem Geld abheben. Wer Geld einzahlen möchte, der muss aber weiterhin an den Bankschalter oder zum Geldautomaten. Auch bei größeren Geldbeträgen führt noch kein Weg an der Bankfiliale vorbei.

Es gibt also schon viele Bankdienstleistungen, die digitalisiert wurden und bei denen die Banken ihre Angestellten durch moderne Technik ersetzt haben.
Doch in vielen Bereichen sorgen schon die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür, dass die Digitalisierung nur sehr eingeschränkt wirken kann.
Und in weiten Teilen sind die Kunden noch gar nicht bereit für die Digitalisierung von gewissen Dienstleistungen. Obwohl Online Banking mittlerweile wirklich sehr komfortabel und kinderleicht zu bedienen ist, bleiben viele Kunden trotzdem bei ihrer Filialbank. Das liegt nicht nur daran, dass sie keine Lust auf einen Wechsel ihres Bankkontos haben. Sie schätzen den Service in der Filiale und tätigen ihre Transaktionen lieber am Schalter, als in einer App.

Es wird mit der Zeit also in immer mehr Bereichen Angebote für die Kunden geben, um von der Digitalisierung zu profitieren. Allerdings wird es nicht dazu kommen, dass die klassische Alternative abgeschafft wird. Denn sonst würden die Banken damit einen erheblichen Teil ihrer Kunden vergraulen und die Fallback-Lösung für den Fall von technischen Problemen eliminieren.

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