Die technologische Entwicklung, die immer mehr Daten binnen von Sekundenbruchteilen auswertet, schafft viele neue Möglichkeiten – auch, wenn es um Geld geht. Sie revolutioniert unter anderem das Bankgeschäft und krempelt die Kreditvergabe um. Mussten Kunden, die einen Kredit in Anspruch nehmen wollten, früher eine Bankfiliale oder gar mehrere Geldinstitute aufsuchen, so können sie inzwischen Kredite bequem online vergleichen und mit wenigen Mausklicks abschließen. Doch dabei warten auch Gefahren, die schnell übersehen werden können.

Denn das Versprechen, unkompliziert einen Kredit zu erhalten, um sich Wünsche erfüllen zu können, klingt zu gut. Zudem ist der Kredit ja meist auch nicht für Luxus gedacht, sondern für dringend benötigte Gebrauchsgegenstände. Dazu zählen allem voran Neuwagen und Gebrauchtwagen, wie die Marktstudie 2018 – Konsum- und Kfz-Finanzierung im Auftrag des Bankenfachverbandes ergab. Etwas abgeschlagen folgen Möbel, Küchen und Unterhaltungselektronik. So kommt den Geschäftszahlen 2018 des Bankenfachverbandes zufolge mehr als ein Drittel aller Barkredite, welche die Kreditbanken vergeben, inzwischen im Internet zustande.

Große Unterschiede zwischen den Angeboten

Diese Aufbruchstimmung machen sich Anbieter mit unterschiedlichsten Motiven und Konditionen zunutze. So gibt es auf der einen Seite seriöse Angebote von Banken und Portalen, wie den Kreditrechner von Finanzcheck. Das Tool ermöglicht es Verbrauchern, verschiedene Angebote zu vergleichen. Durch umfangreiche Einstellmöglichkeiten können Nutzer mit wenig Aufwand das am besten passende Angebot finden. Das ist auch ein essenzielles Kriterium, denn zwischen den Anbietern gibt es große Unterschiede, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität belegt. Das betrifft nicht nur den Service, sondern auch die Kreditbedingungen und Zinssätze.

Bei ihrem Test von 30 Ratenkredit-Anbietern – Filialbanken, Direktbanken und Online-Kreditspezialisten – fanden die Experten heraus, dass Filialbanken online durchschnittlich attraktivere Zinsen anbieten als bei Abschluss vor Ort – trotz ähnlicher Kreditausstattung. Bei der Ausstattung bzw. den Bedingungen der Produkte zeigen vor allem Direktbanken Schwächen, da ihre Kredite teils wenig Flexibilität bieten. So war es nur bei jeweils einer von sieben bewerteten Direktbanken grundsätzlich möglich, die Kreditrate zu senken oder den Kredit nachträglich aufzustocken. Bei Anfragen per Telefon sowie per E-Mail erhielten Interessenten häufig unvollständige Antworten und die Mitarbeiter verwiesen auf andere Kontaktkanäle. Doch nicht nur wegen solcher Unterschiede ist ein detaillierter Vergleich besonders wichtig.

Betrüger identifizieren

Es gibt auch nicht seröse Angebote auf dem Markt. Diese halten zum Beispiel Informationen zu den wahren Kosten zurück oder verschleiern diese. Unseriöse Kreditanbieter versprechen hohe Kreditsummen zu niedrigen Zinsen und interessieren sich nicht für negative SCHUFA-Einträge oder ob die Kreditrückzahlung durch ein regelmäßiges Einkommen gesichert ist, so ein Blogbeitrag der Creditplus Bank. Einige Anbieter kassieren im Voraus Geld und/oder fordern Verbraucher auf, eine teure 0190-Nummer anzurufen und halten sie möglichst lange in der Leitung. Manche statten sogar Hausbesuche ab, um den Kredit dabei aufzudrängen. Eine andere Masche bestehe darin, Websites seriöser Unternehmen nachzubauen und Kunden so vorzugaukeln, dass sie es beispielsweise mit einer bekannten Bank zu tun haben.

Solche Anbieter lassen sich jedoch mit einigen Kenntnissen sowie einem gesunden Maß an Aufmerksamkeit erkennen. Hier sind einige Tipps:

  • Die Website des Vergleichsportals oder des Kreditanbieters genau anschauen! Entspricht die URL wirklich der des gewünschten Anbieters oder sieht sie seltsam aus? Wohin führen die Links auf der Seite? Ist ein Impressum mit den erforderlichen Angaben enthalten und sind die Texte fehlerfrei?
  • Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es? Ist eine 0190-Rufnummer angegeben oder können Interessenten schnell, einfach und evtl. kostenlos Kontakt aufnehmen?
  • Die Angebotserstellung sollte unverbindlich sowie kostenfrei sein. Experten raten, von Offerten, bei denen Geld gezahlt werden muss, bevor das Darlehen gewährt wird, die Finger zu lassen. Ein Kreditvermittler darf erst dann eine Gebühr verlangen, wenn ein Kredit genehmigt wurde und dies vorher vertraglich geregelt worden ist.
  • Werden Verbraucher auf ihr gesetzliches Widerrufsrecht hingewiesen?
  • Wie werden die Kredite vergeben? Werden sie ohne Sicherheiten bzw. Überprüfung gewährt, ist Skepsis angebracht.
  • Verfügt das Unternehmen über Zertifikate wie ein TÜV-Siegel? Oder ist es Mitglied im Bankenfachverband und hat sich dem Kodex der verantwortungsvollen Kreditvergabe verpflichtet? Das sind gute Anzeichen.
  • Eine Recherche im Internet kann aufschlussreich sein. Zeigt das Finanzinstitut Transparenz bezüglich der eigenen Geschäftszahlen und veröffentlicht beispielsweise Bilanzsumme, Lagebericht oder Geschäftsbericht, so deutet das auf Seriosität hin. Fördert die Suche im Internet hingegen überraschend viele negative Bewertungen oder gar Warnhinweise zutage, dann besser Finger weg!

Fazit: Vor allem, wenn es um Geld geht, sollten Verbraucher genau hinschauen. Im Internet ist trotz der größeren Bequemlichkeit genauso viel Aufmerksamkeit gefordert wie sonst auch. Dann erst vereinfacht die digitale Revolution die Aufnahme eines Kredites tatsächlich zugunsten des Verbrauchers.

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