Social Media Blogger und Foren Studie

Aktuelle Situation der Blogger und Foren-Betreiber: Ergebnisse einer Online-Befragung

In Foren und Blogs wächst der Druck, klar und eindeutig kenntlich zu machen, wann es sich um Werbung, persönliche Meinung oder objektive Tatbestände handelt. Dabei gibt es, wie in allen Bereichen, auch schwarze Schafe oder Menschen, die Social Media zu ihren Gunsten nutzen wollen. Um mehr Transparenz und Klarheit in der Öffentlichkeit zu erzeugen, wurde die Social-Media-Studie 2009 durchgeführt.

Social Media Studie von Prof. Dr. Matthias Fank

Social-Media-Studie 2009
Aktuelle Situation der Blogger und Foren-Betreiber

Einrichtung(en):
Technische Hochschule Köln
infospeed
interrogare

Unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Fank von der Technischen Hochschule Köln wurde eine Online-Befragung von fast 350 Bloggern und Forenbetreibern durchgeführt. Diese wurden zu ihrer Einstellung zu Werbung, anonymen Kommentaren, gekauften Beiträgen, Pressetexten und der Einmischung von Unternehmen befragt. Weiterlesen


Social Media Monitoring Anbieter Social Media Monitoring Anbieter 2017

Der Markt in Deutschland, Europa und weltweit insgesamt ist weiterhin turbulent. Vor 10 Jahren noch über 170 Anbieter am Markt, sind es mittlerweile über 300, und immer mehr Agenturen behaupten die Dienstleistung Social Media Monitoring bestens zu beherrschen. Doch wie kann man als Unternehmen die Spreu vom Weizen trennen?


Social Media Monitoring Tool auswählen Social Media Monitoring Tool

Auf dem Markt gibt es mittlerweile zahlreiche Social Media Tools zur Auswahl. Von kostenlosen Monitoring Tools, Subscription based bis hin Full-Service-Modellen ist alles zu finden. Doch welche Anforderungen sollten an ein Social Listening Tool gestellt werden?


Deutsche Telekom Monitoring Social Media Monitoring bei der Deutschen Telekom

Ein interner Bericht der Deutschen Telekom zeigt, wie das Unternehmen seit mehr als 10 Jahren Social Media beobachtet und auswertet.


Datenhandel im Social Media Monitoring llegaler Datenhandel im Social Media Monitoring

Bei der Nutzung von Social-Media-Daten handeln viele Unternehmen illegal, ohne es wirklich wahrzunehmen. Das Problem liegt an amerikanischen Social Listening Tools. Was dort legal ist, ist hierzulande illegal. Wenn diese Daten aus USA genutzt werden, kann das ein Problem darstellen.


Social Media Monitoring Kosten Kosten eines Social Media Monitorings

Oft machen Unternehmen den Fehler, dass Sie mit einer bestimmten Erwartungshaltung versuchen die Kosten eines Social Media Monitorings zu erschließen. Allerdings handelt es sich beim Social Listening um eine besondere Form des Informationsguts.


Social Media Monitoring Projekt Ablauf eines Social Media Monitoring in Schritten

Ein typisches Social-Media-Monitoring-Projekt beginnt logischerweise mit einem Projekt-Kickoff. Danach folgt der Zeitplan. Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich das Monitoring von üblichen Abläufen im Projektmanagement. Denn es kommen spezifische Aufgaben in Frage, die auf ein Social Listening zugeschnitten sind.


Sentiment-Analyse Sentiment-Analyse: Meinungen auswerten

Die größte Herausforderung im Social Listening ist es die Fülle von Meinungen auszuwerten. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die manuelle Auswertung mühsam durch Lesen und per Hand. Oder die automatische durch einen Computer. Welche Vor- und Nachteile bringen diese Methoden?


Text Mining Text Mining: Automatische Linguistik

Meinungen aus dem Social Web mit Text Mining auslesen bedeutet, der Computer versucht mit linguistischen Methoden herauszufinden, wie jemand über ein bestimmtest Produkt spricht. Doch die Meinungen im Social Web sind für einen Computer eine große Herausforderung.


Social Media Monitoring Social Media Monitoring auf der dmexco

Die dmexco gilt als die größte Marketing-Messe der Welt und findet jährlich in Köln statt. Nebst den großen Ausstellern wie Google, Yahoo und Microsoft finden sich dort auch eine Menge Aussteller, die Social-Media-Monitoring-Lösungen anbieten. Das haben Social-Media-Interessierte zu erwarten.


Themenmonitoring Themenmonitoring

Im Themenmonitoring geht es darum im Social Web aus der Fülle von Daten die relevanten Themen auszufiltern. Hierzu gibt es zwei Methoden im sogenannten „Topic Detection“: Die automatische oder die manuelle Themenerkennung. Entweder mühsam per Hand oder durch künstliche Intelligenz.


Produktmonitoring Produktmonitoring

Wenn Unternehmen wissen wollen, wie ueber ihre Produkte im Social Web gesprochen wird, sind sie zunächst mit einer Fuelle von Daten konfrontiert. Die Produktbeobachtung scheint schier unmöglich zu sein. Doch im Social Listening bietet hier verschiedene Konzepte um die Daten auszuwerten.


Unternehmensbeobachtung Unternehmensbeobachtung

In der Unternehmensbeobachtung geht es darum zu wissen, wie ueber eine Firma um Netz gesprochen wird. Die Wahrnehmung des Brandings ist hierbei von Bedeutung. Fuer das Reputationsmanagement ist es enorm wichtig die Meinungsströmungen im Social Web zu erkennen – am besten noch bevor bestimmte Themen viral geworden sind.


Meinungsführer Opinion Leader identifizieren

Millionen von Nutzern diskutieren täglich über allemöglichen Themen. Inmitten dieses Chaos gibt es allerdings bestimmte Meinungsmacher, die die sogenannten Gatekeeper des Social Webs ausmachen. Mit ausgefeilten Social Listening Konzepten ist es möglich diese Meinungsführer ohne Weiteres zu identifizieren.


  Medien Monitoring Medienresonanzanalyse und Social Media Monitoring

Gehören im Social Listening eigentlich auch Presseportale dazu? Im ersten Blick scheinen klassische Presseportale keine Social-Media-Quellen zu sein. Doch im zweiten Blick wird deutlich, dass unter den Artikeln eine Menge Nutzerkommentare zu finden sind.


Social Media Kanäle Social-Media-Quellen

Beim Social Media Monitoring gilt es verschiedene Kanäle des Social Web zu beobachten. Jede dieser Quellen, seien es Foren, Blogs oder sei es Facebook oder Twitter, brauchen eine individuelle Monitoring-Strategie und technische Vorgehensweise.


Künstliche Intelligenz Künstliche Intelligenz – Mensch vs. Maschine

Die Künstliche Intelligenz von heute kann Meinungen aus dem Social Web erkennen und somit den Unternehmen mitteilen, wie die Nutzer über ihre Produkte und Dienstleistungen denken. Und es geht mehr als nur gut oder böse … Computer erkennen auch Liebe und Ekel.


Social Media APIs Social Media APIs

Das Gewinnen von Daten aus verschiedenen Social-Media-Quellen bereitet vor allem Social-Media-Monitoring-Agenturen Schwierigkeiten vor. Die großen Anbieter wie Facebook und Twitter bieten APIs an. Doch wie ist es mit Foren, die selbst entwickelte Software anbieten?


Social-Media-Daten indexieren Social-Media-Daten aus dem Web

Beim Research im Social Web ist man auf eins angewiesen: Daten. Allerdings ist die manuelle Datengewinnung mühsam. Die technische Erfassung ist ebenfalls nicht ganz reibungsfrei. Daher gilt es ein Erfassungskonzepte beim Scrapen von Social-Media-Daten zu kennen und einzusetzen.


Social Media Monitoring Ansatz Social-Media-Monitoring-Konzept

Social Listening braucht ein Management-Ansatz um erfolgreich zu sehen. Bei der Fülle von Daten im Social Web ist ein Prozess, der vom Bauchgefühl her kommt nicht zielfrürend. Bereits vor ca. 15 Jahren hab es wissenschaftliche Modelle.


Ford FanAward Ford FanAward – das erste Social Media Engagement

Mit dem Ford FanAward startete Ford Deutschland eines der ersten Social Media Engagements der Welt. Die Maßnahme ist auf ein Social Media Monitoring zurückzuführen, bei der Ford feststellte, dass die größte Fan Community in Foren zu finden waren. Prompt belohnte es die Foren-Betreiber mit Awards.


Vollautomatisches Monitoring Technisches Social Media Monitoring

Beim technischen Monitoring werden Social-Media-Quellen von einer Maschine erfasst und ausgewertet. Hierbei findet keine intellektuelle Auswertung der Inhalte statt, d. h. die Beiträge im Social Web werden von keinem Menschen gelesen. Die Frage hierbei ist, wie gut sind solche Technologien?


Externe Technologie Die passende Social Listening Agentur finden

Social Media Monitoring Dienstleister gibt es wie Sand am Meer. Doch nur einige wenige haben selbst-entwickelte Tools und platzieren sich als Full-Service-Dienstleister. Worauf muss man bei der Auswahl achten und welche Typen von Agenturen gibt es?


Social Media Research Social Media Research

Social Media Research geht einher mit einem Social Media Monitoring. Doch welche Herausforderungen stellt sich an ein solches Research?


Manuelles Social Listening Manuelles Social Media Monitoring

Beim Social Listening kann man auch ohne Technologie durchführen. Obwohl es eine schier unendliche Menge von Beiträgen und Kommentaren im Social Web zu geben scheint, kann ein Mensch mit anderen Methoden das Web relativ gut auswerten, wenn ein Prozess vorhanden ist.


Social-Media-Monitoring-Studien:


Den Eindruck, dass Blogs und Foren mit bezahlten Werbe-Beiträgen gefüllt sind, kann diese Studie nicht belegen. Über 80% der Studienteilnehmer geben an, selbst verfasste Beiträge zu veröffentlichen. Bezahlte Beiträge gibt es zwar, diese bilden aber derzeit eher die Ausnahme. Die Mehrzahl der Blogger ist auch der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen leide. Wichtig für die Blogger-Szene wäre es daher, auf den Blogs möglichst schnell für eine klare Trennung von eigenen und bezahlten Beiträgen zu sorgen und dies auch optisch zu unterstreichen, damit Leser dies zumindest gut erkennen können. Aufgrund der eher dürftigen Werbeeinnahmen, die ein hauptberufliches Betreiben kaum ermöglichen, könnte mit Einnahmen durch bezahlte Beiträge die Quote der hauptberuflich betriebenen Blogs gesteigert werden.

Social Media Studie

Die doch recht klare Aussage, dass Journalisten und deren Verbände als Gründe für eine mangelnde Akzeptanz gesehen werden, gibt Anlass darüber nachzudenken, was unternommen werden kann, um dies zu ändern. Journalisten sind über ihre Verbände gut aufgestellt und organisiert. Dem haben die Blogger derzeit wenig entgegenzusetzen, da es sich bei ihnen zumeist um „Einzelkämpfer“ handelt. Zwar ist mittlerweile auch die Idee eines Verbandes aufgekommen (zum Thema „Bloggerverband“ gibt es auch bereits einige einschlägige Blogbeiträge), von einer Umsetzung ist man jedoch noch weit entfernt.

Die Überprüfung neuer Mitglieder in Foren oder der Personen, die auf einem Blog einen Kommentar hinterlassen, sind noch sehr schlecht gelöst. Mehr als die Hälfte der befragten Forenbetreiber überprüft neue Mitglieder nicht. Dies ist zwar mit Aufwand verbunden, würde aber der Reputation sehr zuträglich sein. Es wäre wünschenswert, mehr Transparenz darüber zu haben, wer welche Inhalte mit welchem Hintergrund im Internet hinterlässt.

Die Studie wurde vom Spezialisten für Social Media Monitoring Prof. Dr. Matthias Fank und Dr. William Sen unterstützt.

Über diese Studie

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich bereits um die zweite Studie mit Foren- und Blogbetreibern. Ende des Jahres 2008 wurde die erste Studie zu diesem Thema durchgeführt und erbrachte sehr interessante Ergebnisse und erlaubte einen guten Einblick in die Situation von Foren- und Blogbetreibern. Auf eine Veröffentlichung der Studie wurde jedoch zunächst verzichtet. Stattdessen erhielten die Teilnehmer einen Bericht über die Ergebnisse.

Am 22.04.2009 erschien in der taz ein Artikel unter dem Titel „Gekaufte Blogger“. Darin wurde über die Studie und unsere Forschungsarbeit berichtet. Der Artikel erzeugte in der Medienwelt eine große Aufmerksamkeit und zog eine große Anzahl an Interviewanfragen nach sich, die hauptsächlich Nachforschungen bezüglich gekaufter Blogger und Blogbeiträge beinhalteten.

Aufgrund dieser Ereignisse wurde die Studie nun im Internet frei zur Verfügung gestellt. Schließlich hatte die Studie ein weiteres Ergebnis aufgezeigt: In Foren und Blogs ist man grundsätzlich bemüht, sich offen und fair zu verhalten.

In allen Web-2.0-Anwendungen steigt der Druck, klar und eindeutig kenntlich zu machen, wann es sich um Werbung, eine persönliche Meinung oder objektive Tatbestände handelt. Dennoch wird es Schwarze Schafe, die Social Media zu ihren Gunsten nutzen wollen, sicherlich auch weiterhin geben. Um mehr Transparenz und Klarheit über dieses Thema in der Öffentlichkeit zu erzeugen, entstand die Idee dieser zweiten Studie.

Abstract

Unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Fank von der Technischen Köln wurde im Juli 2009 eine Online-Befragung von Bloggern und Forenbetreibern durchgeführt. Von den 350 kontaktierten Personen beantworteten 347 die Fragebögen. Der Anteil der Studienteilnehmer, die einen Blog betreiben (76,8%), ist gegenüber dem Anteil der Forenbetreiber (23,2%) deutlich höher. Zudem ergab sich aus den Angaben der Studienteilnehmer, dass 68% der Befragten ihren Blog oder ihr Forum rein privat betreiben.
Die auf Blogs verfassten Beiträge wurden zu rund 90% von den Betreibern selber verfasst. 91,2% aller Befragten erhalten zudem keine Vergütung für ihre Beiträge. Auch Blogger, die Vergütungen erhalten, sind in diesem Zusammenhang selten anzutreffen. Bezahlte Beiträge sollten zudem eindeutig als solche gekennzeichnet werden. Diese Aussage findet bei 90% der Blogger Zustimmung. Die Mehrzahl der Blogger (61,6%) ist zudem der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen leide.

Werbeeinnahmen durch Banner sind als Einnahmequelle am stärksten verbreitet. Die Einnahmen reichen aber nicht aus, um einen Lebensunterhalt daraus bestreiten zu können. 57,8% der Studienteilnehmer halten es auch nicht für möglich, mit einem Forum bzw. einem Blog seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Einige rein privat betriebene Foren und Blogs sehen zudem keine Notwendigkeit, Einnahmen mit ihrer Anwendung zu erzielen.

Werbeeinträge auf Blogs und Foren erfolgen sehr häufig in Form von Links. Diese Links werden, sofern sie von den Betreibern entdeckt werden, gelöscht. Nicht einmal die Hälfe (45%) der Forenbetreiber überprüft zumindest gelegentlich, ob es sich bei der Registrierung von Mitgliedern um Unternehmensvertreter handelt. Insgesamt berichten die Teilnehmer jedoch, dass verdeckte Beiträge oder Manipulationsversuche eher selten erfolgen. Unternehmen, oder von Unternehmen beauftragte Agenturen, gelingt es zudem nicht, sich in der Wortwahl dem Jargon der User anzupassen. Die Texte wirken häufig zu kommerziell und die Selbstdarstellungen der Unternehmen sind zu positiv.

ogenannte Richtigstellungen von Usern deuten auf verdeckte Beiträge der Unternehmen hin, die häufig dann erfolgen, wenn zuvor ein negativer Beitrag verfasst wurde.
Studienteilnehmer, die angegeben haben, dass Foren und Blogs in Deutschland ein eher schlechtes Ansehen genießen, führen dies mehrheitlich (ca. 70%) auf das schlechte Image bei Journalisten und Journalistenverbänden zurück.

Erhebung und Datenbasis

Die Erhebung wurde als reine Online-Befragung durchgeführt. Zur Vorbereitung und Ausarbeitung der Befragung wurde ein erster Entwurf des Fragebogens erstellt. Der Fragebogen wurde anschließend mit dem Marktforschungsunternehmen interrogare überarbeitet. Auf eine Testphase mit externen Testpersonen wurde bei dieser zweiten Studie zum Thema „Blogger und Forenbetreiber“ verzichtet.

Die Basis für die Adressgewinnung bildete die Adressliste aus der ersten Studie. Diese Liste wurde auf ihre Aktualität hin überprüft und neue, große Blogs bzw. Foren mit aufgenommen. Nach der Aktualisierung und Erweiterung konnten Adressen von insgesamt 163 deutschen Bloggern und 187 deutschen Forenbetreibern ermittelt werden. Somit wurden 350 Betreiber angeschrieben und gebeten, an der Studie teilzunehmen. Zudem wurden die Teilnehmer gebeten, die Studie auch an weitere Foren- und Blogbetreiber weiterzuleiten.

Die entsprechenden E-Mails wurden am 30. Juni 2009 an die Betreiber versendet. Innerhalb der Blogger-Szene verbreitete sich die Studie deutlich flächendeckender als bei den Forenbetreibern. Dies liegt vor allem daran, dass die Foren-Betreiber weniger von einer starken Verlinkung geprägt sind. Foren bilden eher geschlossene Communites, was sich auch bereits in der ersten Studie gezeigt hatte.

Die Online-Befragung endete am 31. Juli 2009. Innerhalb von vier Wochen konnten 1.233 Kontakte auf dem Fragebogen verzeichnet werden. Erfolgreich ausgefüllt wurde der Fragebogen schließlich von 347 Teilnehmern. Dies entspricht nahezu dem Ergebnis der ersten Studie.

1. Art der Anwendung

In einer ersten Frage wurden die Teilnehmer gebeten anzugeben, ob sie überwiegend ein Forum oder Blog betreiben.

Fragestellung: Welche der folgenden Anwendung betreuen oder betreiben Sie hauptsächlich?

Auswertung:

Blogger Studie

Von 347 Teilnehmern beantwortet 341 diese Frage. 262 Teilnehmer betreiben ein Weblog während 79 Studienteilnehmer ein Forum unterhalten. Von den 187 recherchierten Foren haben 79 Forenbetreiber an der Studie teilgenommen, was einer Quote von 42% entspricht. Im Vergleich zur ersten Studie fällt damit die Beteiligung dieser Personengruppe etwas niedriger aus. Zu erklären ist dies jedoch damit, dass bei der zweiten Studie auf eine Nachfassaktion verzichtet wurde. Durch das gute Netzwerk der Blogger hat sich der Aufruf zur Teilnahme an der Studie wiederholt stark verbreitet, so dass rund 100 Blogger mehr an der Studie teilgenommen haben, als angeschrieben wurden.

2. Geschäftsmodell

Gegen Ende des Fragebogens wurden die Teilnehmer gebeten anzugeben, ob sie ihr Forum oder Blog hauptberuflich oder nebenberuflich betreiben. Diese Frage wurde von 341 Teilnehmern beantwortet.

Fragestellung: Wie betreiben Sie Ihr Forum/Blog?

Auswertung:

Blogger Studie

Die klare Mehrheit der Foren und Blogs wird rein privat betrieben. Dieses Ergebnis entspricht dem der ersten Studie, was zu erwarten war, da es sich um die gleiche Datenbasis handelte. 15 Foren und 12 Blogs werden hauptberuflich betrieben. Da jedoch mehr Blogs als Foren in der Studie vertreten sind, werden verhältnismäßig mehr Foren als Blogs hauptberuflich betrieben. Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse kann aufgrund der zu schwachen Datenbasis jedoch nicht erfolgen.

3. Geschlechterverteilung

Die Foren- und Blogbetreiber wurden auch nach ihrer geschlechtlichen Zuordnung gefragt.

Fragestellung: Ihr Geschlecht?

Auswertung:

Blogger Studie

Auf diese Frage haben 340 Personen geantwortet. Mit 279 Nennungen dominiert eindeutig die Antwortkategorie »männlich«. Nur 61 Personen (bzw. 17,9% der Studienteilnehmer) sind weiblich.

4. Altersgruppe

Die Teilnehmer wurden zudem nach ihrem Lebensalter gefragt.
Fragestellung: Ihr Alter?
Auswertung:

Blogger Studie

Von allen Studienteilnehmern haben 341 Befragte Angaben zu ihrer Alterskategorie angegeben. Alle Alterskategorien sind in der Studie vertreten. Auch die Altersgruppe mit einem Lebensalter von mindestens „50 Jahren oder älter“ sind mit 5,3% vertreten. Dieser Wert stellt allerdings auch zugleich die am schwächsten besetzte Gruppe dar. Personen unter 25 Jahren, die zur eigentlichen Web 2.0-Generation zählen, sind entgegen den Erwartungen nicht am stärksten vertreten (90 Teilnehmer). Die Altersgruppe der 30- bis 39-jährigen ist mit 109 Nennungen am häufigsten vertreten. Die 30 bis 39-jährigen betreiben auch eher einen Blog als ein Forum. Immerhin 34,9% der Befragten dieser Altersgruppe betreiben einen eigenen Blog.

5. Branchenzuordnung

Zur besseren Einordnung und einem besserem Verständnis der Stichprobe ist es wichtig zu erfahren, welchen Branchen sich die Foren bzw. Blogs zuordnen lassen. Daher wurden die Teilnehmer gebeten, eine Branchenzuordnung ihres Forums bzw. Blogs vorzunehmen. Nachdem in der ersten Studie über 30% der Teilnehmer die Kategorie „Sonstiges“ gewählt hatten, wurde nun für diese Studie eine detaillierte und umfassendere Auswahl an Branchen angeboten.

Fragestellung: Die thematischen Inhalte Ihres Forums/Blogs lassen sich am ehesten den folgenden Branchen zuordnen:
Auswertung:

Blogger Studie

An der Zuordnung haben sich alle Studienteilnehmer beteiligt (347). Alle Branchenkategorien wurden von den Teilnehmern genutzt. Am stärksten vertreten sind die Branchen Design (127 Nennungen) und Computer/Hardware (106 Nennungen). Branchen wie Musik, Tourismus, IT und Medien sind jeweils mit 70 bis 80 Nennungen ebenfalls stark vertreten. Mit nur einer Nennung ist die Chemieindustrie die am schwächsten vertretene Branche. Die Bandbreite der Nennungen zeigt, dass im Internet über alle Branchen berichtet wird. In der hier vorliegenden Studie sind die Branchen, Banken, Kosmetik und Pharmazie eher schwach vertreten. Dies bedeutet aber nicht, dass über diese Branchen im Social Web nicht gesprochen wird. Es ist eher anzunehmen, dass unter den größten deutschen Foren und Blogs diese Branchen tendenziell weniger vertreten sind.Ergebnisse

6. Erstellung eigener Blogbeiträge

Blogs sind in den Medien in den letzten Monaten oft kritisiert worden. Vermehrt wird geäußert, dass Blogs häufig als Werbemedium verwendet werden oder dass Blogs verdeckte Werbebotschaften enthalten. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass Blogs eigentlich keine eigenen Beiträge verfassen. Um Näheres über das Verfassen von Blogtexten zu erfahren, wurde den Bloggern folgende Frage gestellt.

Fragestellung: Die auf Ihrem Blog eingestellten Beiträge sind selbst verfasste Beiträge.

Auswertung:

Die Frage wurde von allen Bloggern (n=262) beantwortet. Das Ergebnis dieser Fragestellung ist als eindeutig zu interpretieren. 216 der 262 Blogger stimmen der Aussage vollkommen zu, dass ihre Blogbeiträge selbst verfasste Beiträge sind. Weitere 9,6% stimmen der Aussage zu. Nur in wenigen Fällen (unter 10%) fand diese Frage weniger bzw. keine Zustimmung. An dieser Stelle liegen noch keine Information darüber vor, die eine Aussage darüber zulassen, inwieweit auf Blogs versteckte Werbetexte veröffentlicht werden, die von den Betreibern verfasst werden. Eigene Beiträge der Blogger dominieren zumindest stark in der deutschen Bloggerszene.

7. Pressetexte auf Blogs

Das Verfassen von Pressetexten ist eine Möglichkeit für Unternehmen, auf sich und ihre Produkte aufmerksam zu machen. Durch die zunehmende Beliebtheit und Präsenz von Blogs im Internet ist davon auszugehen, dass auch Blogs mit Pressetexten versorgt werden. Inwieweit diese auf Blogs veröffentlicht werden, wurde mit der folgenden Frage eruiert. Für die Antworten der Teilnehmer stand diesmal keine Skala zur Verfügung, sondern es konnte aus verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit Pressetexten ausgewählt werden.
Fragestellung: Übernehmen Sie Pressetexte auf Ihrem Blog?
Auswertung:

Blogger Studie

Auch diese Frage wurde von allen Blogbetreibern beantwortet. Die Ergebnisse verteilen sich über alle Antwortmöglichkeiten. Pressetexte werden allerdings von mehr als 50% der Blogger nicht übernommen (n=136). Ein weiteres Viertel der Blogger kommentiert Pressetexte (n=68). Beide Antwortkategorien vereinen damit zusammen rund 80% der Blogger. Pressetexte von Unternehmen finden somit über Blogs keine leichte Verbreitung. Nur 1% der Studienteilnehmer übernimmt regelmäßig und 7% gelegentlich Pressetexte auf ihrem Blog. Für die Mehrheit der in dieser Studie vertretenen Blogger bilden Pressetexte somit nicht die Basis für die Gewinnung von Content. Pressetexte bilden eher den Anstoß, um über Dinge zu berichten. Daher ist die Gefahr seitens der Internetnutzer auch eher gering, bei großen bzw. bekannten Blogs auf Pressetexte zu stoßen.

8. Registrierung von Forenmitgliedern

Um eigene Beiträge in einem Forum zu hinterlassen ist eine Registrierung zumeist obligatorisch. Einige Forenbetreiber verlangen auch für eine Leseberechtigung im Forum bereits eine Registrierung. Unternehmensvertreter haben daher die Möglichkeit, nach einer Registrierung eigene Inhalte und damit auch Werbebotschaften einzustellen. Forenbetreiber hätten andererseits auch die Möglichkeit, bei der Registrierung zu erfassen, ob es sich um einen Unternehmensvertreter handelt. Unternehmensvertreter könnten dadurch besser kenntlich gemacht werden, so dass bei einer bewussten Falschangabe auch leichter Konsequenzen gezogen werden könnten. Gelegentlich ist auch auf Blogs eine Registrierung erforderlich, um Kommentare hinterlassen zu können. Die Frage nach der Überprüfung einer Registrierung wurde jedoch nur den Forenbetreibern gestellt, da ein Registrieren für die Kommentarfunktion bei Blogs eher selten vorzufinden ist.
Fragestellung: Überprüfen Sie bei der Registrierung neuer Mitglieder inwieweit es sich um Unternehmensvertreter handelt?
Auswertung:

Blogger Studie

Diese Frage wurde nur den Forenbetreibern gestellt. Alle 79 Forenbetreiber haben diese Frage auch beantwortet. Mehrheitlich erfolgt keine Überprüfung. Eine gelegentliche Überprüfung wird von 16,5% der Teilnehmer vorgenommen.

10% der Befragten gaben sogar an, immer eine Überprüfung vorzunehmen. Eine Überprüfung, bei der die Mitglieder angeben müssen, nicht als Unternehmensvertreter aktiv zu sein (auch wenn diese keine tiefergehende Überprüfung darstellt) würde zu mehr Transparenz führen. Gleichzeitig würden dann auch von Unternehmensvertretern verfasste Beiträge, die nicht als solche kenntlich gemacht wurden, eindeutig gegen Forenregeln verstoßen.

9. Werbemöglichkeiten

Es besteht kaum Bereitschaft von Seiten der Internetnutzer, für Content Geld zu bezahlen. Daher sind viele Internetauftritte gezwungen, sich über Werbegelder zu finanzieren. Die bisherigen Ergebnisse haben zwar schon gezeigt, dass die meisten Foren und Blogs privat betrieben werden, dennoch entstehen Aufwendungen für den Unterhalt, die finanziert werden müssen. Foren- wie Blogbetreibern wurde die Frage gestellt, welche Möglichkeiten auf dem jeweiligen Blog oder Forum bestehen, Werbung zu platzieren. Den Teilnehmern wurden vier Antwortalternativen zur Auswahl vorgegeben, aus denen sie eine auswählen sollten. Mehrfachnennungen waren möglich.

Fragestellung: In welcher Form kann auf Ihrem Forum/Blog Werbung betrieben werden?
Auswertung:

Blogger Studie

348 Antworten wurden insgesamt ausgewertet. Mehr als die Hälfte (56,2%) der Studienteilnehmer gab an, dass eine Werbung auf ihrem Blog oder Forum nicht möglich sei. 70% derer, die ihr Blog oder ihr Forum rein privat betreiben, sind werbefrei. Diejenigen, die hingegen ihre Website hauptberuflich betreiben, ermöglichen Werbeanzeigen in Form von Bannern (74%). Personen die ihr Forum oder Blog nebenberuflich betreiben, bevorzugen ebenfalls Bannerwerbung (66%).

Da sehr viele Blogs und Foren rein privat betrieben werden, dominiert die Antwortkategorie „keine Werbemöglichkeit“. Banner dominieren derzeit als Werbeform auf Foren und Blogs und werden von 39,2% der Teilnehmer genutzt. Die Kategorie: „Unternehmen können eigene Beiträge veröffentlichen“ ist nicht sehr verbreitet, wird aber immerhin von 6,9% der Teilnehmer angeboten. Eine finanzielle Unterstützung durch Unternehmen erhalten nur 14 Teilnehmer. Diese Form wird auch eher bei Foren (10%) genutzt als bei Blogs (2,3%).

10. Kommentare/Beiträge von Unternehmensvertretern

Foren unterscheiden sich von Blogs grundsätzlich in der Art und Weise, wie Inhalte verfasst werden. Während auf Blogs für die Nutzer keine Möglichkeit besteht, eigene Beiträge zu verfassen sondern lediglich bestehende Beiträge kommentiert werden können, gestaltet sich dies bei Foren anders. Forenmitglieder können nach einer Registrierung eigene Beiträge verfassen und andere kommentieren. Inwieweit Unternehmensvertreter bei Blogs bzw. Foren eigene Kommentare bzw. Beiträge hinterlassen, stand im Mittelpunkt dieser Frage, die getrennt nach der Anwendung gestellt wurde. Die Antworten können sich natürlich nur auf jene Kommentare und Beiträge beziehen, die in den Foren und Blogs der Befragten auch von den Unternehmensvertretern klar als solche gekennzeichnet wurden. Dies beinhaltet somit nicht jene Kommentare oder Beiträge, die verdeckt erstellt wurden.

Fragestellung: Hinterlassen Unternehmen bzw. Unternehmensvertreter Kommentare auf Ihrem Blog, die auch als solche gekennzeichnet sind? Verfassen/Kommentieren Unternehmen bzw. Unternehmensvertreter Beiträge auf Ihrem Forum, die auch als solche gekennzeichnet sind?
Auswertung Kommentare auf Blogs:

Blogger Studie

Auswertung Beiträge auf Foren:

Blogger Studie

Bis auf einen Forenbetreiber haben alle Teilnehmer auf diese Frage eine Antwort gegeben. „Nein“ ist sowohl bei den Blog- als auch bei den Forenbetreibern die am häufigsten verwendete Antwortkategorie. Dieses Ergebnis stimmt mit den Ergebnissen der ersten Studie überein. Unternehmen beteiligen sich relativ selten an Diskussionen im Social Media. Forenbetreiber berichten tendenziell von einer aktiveren Diskussionsbeteiligung seitens der Unternehmen. Ein relativ großer Teil der Teilnehmer gibt an, nicht genau zu wissen, ob Unternehmensvertreter sich an den Diskussionen beteiligen. Mehr Transparenz, wer welche Inhalte in wessen Auftrag erstellt, wäre daher für die Zukunft wünschenswert. Dies würde auch zu mehr Akzeptanz und Glaubwürdigkeit der Inhalte bei den Internetnutzern führen.

11. Verdeckte Kommentare/Beiträge

Während einige öffentlich bekannt gewordene Einzelfälle, bei denen Unternehmen bewusst versucht haben, verdeckt in Social Media einzugreifen, große Aufmerksamkeit in den Medien erzeugt haben, fällt es schwer eine valide Aussage darüber zu fällen, wie häufig dies wirklich erfolgt. Selbst Foren und Blogbetreiber können hier nur einen subjektiven Eindruck aufgrund ihrer täglichen Erfahrungen wiedergeben. Nach dieser persönlichen Einschätzung wurde hier gefragt.

Fragestellung: Haben Sie den Eindruck, dass Unternehmen, ohne sich als solche kenntlich zu machen, Kommentare in Ihrem Forum/Blog hinterlassen? (Hier geht es um eine persönliche Einschätzung!)

Auswertung:

Blogger Studie

Nach Einschätzung der Blogger und Forenbetreiber sind verdeckte Kommentare oder Beiträge durchaus anzutreffen. Öfters passiert dies zwar nur nach Ansicht von 4,8% der Teilnehmer. Die Kategorien „Manchmal“ und „Selten“ wurden jedoch  mit 15,2% sowie 15,5% angegeben. Somit sind über 35% der Teilnehmer, wenn auch in unterschiedlicher Häufigkeit, der Ansicht, dass Unternehmen verdeckte Kommentare oder Beiträge hinterlassen. Dem stehen 46,3% der Teilnehmer gegenüber, die nicht der Ansicht sind, dass Unternehmen verdeckt agieren. Auch wenn der Druck auf Unternehmen steigt und Social Media immer mehr an Einfluss bei der Produktauswahl bzw. Kaufentscheidung gewinnt, scheint es kein sinnvolles Vorgehen für Unternehmen zu sein, mit verdeckten Kommentaren bzw. Beiträgen auf diesen zunehmenden Einfluss zu reagieren.

12. Persönliche Erfahrung mit verdeckten Einträgen

Nachdem in der vorangegangenen Frage nach einer Einschätzung gefragt wurde, sollten jetzt die konkreten eigenen Erfahrungen der Studienteilnehmer mit Manipulationsversuchen hinterfragt werden. Möglicherweise haben Blogger und Forenbetreiber nur den Eindruck, dass verdeckte Einträge vorgenommen werden, ohne damit jedoch selbst konfrontiert gewesen zu sein. Daher wurde mit der folgenden Frage gezielt nach den persönlichen Erfahrungen gefragt.

Fragestellung: Sind Ihnen Einträge aus Ihrem Forum/Blog bekannt, in denen Unternehmen bewusst versucht haben durch Kommentare zu manipulieren?

Auswertung:

Blogger Studie

Auf diese Frage haben 342 Personen geantwortet. Auch hier sind die Antworten eindeutig. 76% der Teilnehmer haben angegeben, dass ihnen keine Fälle bekannt sind, in denen Unternehmen bewusst versucht haben, zu manipulieren. Nur bei 19,4% der Teilnehmer ist dies in wenigen Einzelfällen vorgekommen. Die Teilnehmer wurden zudem gebeten, in einem Freitext anzugeben, woran sie dies erkannt haben. Dabei wurde häufig genannt, dass es Unternehmen nicht gelänge, die Wortwahl von „echten“ Usern zu treffen. Die Texte seien zu kommerziell und Selbstdarstellungen zu positiv. Auch sogenannte Richtigstellungen deuten auf verdeckte Beiträge hin, zumal sie häufig dann erfolgen, wenn zuvor ein negativer Beitrag verfasst wurde. Das Setzen von Links ist anscheinend ebenfalls eine beliebte Methode, um auf sein Unternehmen und seine Produkte aufmerksam zu machen. Falschangaben, wie zum Beispiel bei den E-Mail-Adressen, sind weitere von den Betreibern genannte Hinweise, die auf Manipulationen hindeuten.

13. Reaktion auf verdeckte Beiträge

Um zu erfahren, wie die Betreiber von Blogs und Foren auf verdeckte Beiträge reagieren, wurde denjenigen Teilnehmern, die bereits mit Manipulationsversuchen zu tun hatten (n=82), die folgende Frage gestellt.

Fragestellung: Wie haben Sie darauf reagiert?

Auswertung:

Blogger Studie

46,3% der 82 Personen gaben an, den Kommentar oder Beitrag gelöscht zu haben. Der Versuch seitens der Unternehmen, einem Negativbeitrag etwas entgegenzusetzen, führt somit in der Regel zur Löschung des Beitrages (sofern dieser entdeckt wird). Daher sollten Unternehmen andere Wege wählen, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Die Kommentierung wird am zweithäufigsten angewendet. Das Ignorieren der verdeckten Beiträge erfolgt hingegen sehr selten (7,3%). Das Verfassen von verdeckten Beiträgen oder Kommentaren durch Unternehmen ist daher mittel- bis langfristig kein erfolgsversprechender Weg für Unternehmen. Die Gefahr entdeckt zu werden ist zu groß. Wenn auch bislang nur vereinzelt, so werden immer häufiger auch IP-Adressen und Accounts überprüft.

14. Werbebeiträge erkennen

Bereits in Frage 12 konnten die Teilnehmer in einem Freitextfeld angeben, an welchen Anhaltspunkten sie Werbebeiträge in ihrem Forum oder Blog erkannt haben. Diese sollten in einer eigenen Frage noch einmal genauer hinterfragt werden. Hierfür wurden den Teilnehmern zwei Anhaltspunkte vorgegeben, die sie auf einer fünfstufigen Antwortskala beantworten sollten.
Fragestellung: Woran erkennt man, dass ein Eintrag reine Werbezwecke verfolgt? (Hier geht es um eine persönliche Einschätzung!)

Anhaltspunkt 1: Je mehr Beiträge ein Autor verfasst, desto eher kann man davon ausgehen, dass es sich um keinen Werbetext handelt

Anhaltspunkt 2: Ob ein Beitrag Werbezwecke verfolgt, erkennt man sehr gut an dem Schreibstil:

Auswertung Zahl der Beiträge:

Blogger Studie

Auswertung Schreibstil:

Blogger Studie

Die Antworten von 340 Teilnehmern sind in die Auswertung eingeflossen. Ein eindeutiges Ergebnis erbrachten beide Anhaltspunkte nicht. Am ehesten ist der Schreibstil ein Anhaltspunkt um zu erkennen, ob ein Beitrag Werbezwecke verfolgt. Dem stimmen 40% der Studienteilnehmer zu. Im Vergleich dazu stimmen nur ca. 18% der Teilnehmer dem Anhaltspunkt der Anzahl der Beiträge zu. Hier lag die Vermutung zugrunde, dass Unternehmen eher adhoc auf Beiträge reagieren und somit nicht auf Accounts mit vielen bereits zuvor verfassten Beiträgen zurückgreifen können. Dem scheint nicht so zu sein. Möglicherweise greifen Unternehmen auf Dienstleister zurück, die über bestehende Accounts verfügen. Im Freitextfeld wurde auf diese Variante mehrmals hingewiesen. Eindeutige IP-Adressen würden in diesem Zusammenhang jedoch viel Missbrauch unterbinden. Das Setzen von Links wird ebenfalls gern als Werbeform seitens der Unternehmen verwendet. Linkpopularität sowie das Bestreben, auf hoch frequentierten Webseiten präsent zu sein, sind wohl die treibenden Kräfte, die allerdings von Bloggern und Forenbetreibern zuverlässig erkannt und unterbunden werden können.

Sowohl die Zahl der Beiträge als auch der Schreibstil können Anhaltspunkte dafür liefern, ob es sich bei den Postings um Werbetexte von Unternehmen handelt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eindeutige Identifikationskriterien.

15. Verhalten von Unternehmensmitarbeitern

Wie sollten sich Personen verhalten, die von bestimmten Produkten einer Firma überzeugt sind und gleichzeitig bei dieser Firma angestellt sind? So kann eine Person zum Beispiel von einem bestimmten Auto bzw. der entsprechenden Marke überzeugt sein und sich in Foren oder Blogs engagieren. Gleichzeitig ist die Person aber auch Angestellter des entsprechenden Autoherstellers. Sollte diese Person den Zusammenhang öffentlich bekanntgeben? Um die Meinung der Studienteilnehmer zu diesem sensiblen Thema zu erfahren, wurde ihnen die folgende Frage gestellt.

Fragestellung: Sollten Mitarbeiter von Unternehmen, wenn Sie privat Kommentare auf Ihrem Forum/Blog hinterlassen und der Inhalt auch den Arbeitgeber betrifft, ausdrücklich diesen Zusammenhang kenntlich machen?

Auswertung:

Blogger Studie

Die 341 Antworten verteilten sich über die gesamte Antwortskala, jedoch mit einer stärkeren Tendenz, entsprechende Zusammenhänge kenntlich machen. 53,7% der Teilnehmer stimmen dieser Frage teilweise oder vollkommen zu. Dem steht knapp ein Viertel (23,4%) gegenüber, die der Ansicht sind, dass Personen ihren beruflichen Hintergrund nicht kenntlich machen sollen. Weitere 22,9% sind unentschlossen.

Mehr Transparenz bezüglich der Zugehörigkeit von Beiträgen und Kommentaren zu bestimmten Personen würde sicherlich dazu beitragen, eine größere Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erlangen. Eine ähnliche Entwicklung ist derzeit bei Wikipedia zu beobachten. Der Aufwand in die Überprüfung der Inhalte gegenüber der Erstellung wächst kontinuierlich und es werden Lösungen gesucht, die eine hohe Qualität der Inhalte sicherstellen. In einer ähnlichen Form wird dies auch Social-Media-Anwendungen treffen.

16. Finanzierbarkeit

Die Studienteilnehmer wurden bereits danach gefragt, ob sie ihr Forum oder Blog hauptberuflich oder privat betreiben. Die Ergebnisse zeigten eine starke Tendenz in Richtung eines privaten Betriebs. Es sollte nun erfragt werden, ob dies daran liegt, dass man aus den Einnahmen eines Forums oder Blogs seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, oder ob dies grundsätzlich nicht gewünscht ist. Die Teilnehmer wurden konkret danach gefragt, ob man mit einem Forum oder Blog seinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Zusätzlich konnten jene, die eine Finanzierung für nicht möglich halten, in einem Freitextfeld Gründe nennen.

Fragestellung: Kann man in Deutschland ein Forum/einen Blog betreiben und dadurch seinen Unterhalt finanzieren?

Auswertung:

Blogger Studie

341 Studienteilnehmer haben diese Frage beantwortet. 57,8% und damit mehr als die Hälfte der Befragten sind der Ansicht, dass man seinen Unterhalt mit einem Forum oder Blog nicht finanzieren kann. Betreiber von Foren und Blogs, die hauptberuflich betrieben werden (n=27), sehen dies natürlich anders. Personen, die ihr Blog oder Forum rein privat betreiben, sind zu 76,8% der Ansicht, dass ein Unterhalt nicht finanziert werden kann. Insgesamt sehen Blogbetreiber (44,5%) eher eine Möglichkeit, den Unterhalt zu finanzieren als Forenbetreiber (35,4%).

Die 197 Teilnehmer die mit „nein“ geantwortet haben, wurden nach den Gründen für diese Einschätzung gefragt. Hierzu stand den Teilnehmern ein Freitextfeld zur Verfügung, in das sie Gründe eintragen konnten. Der am häufigsten genannte Grund waren zu geringe Werbeeinnahmen aufgrund zu geringer Reichweiten. Fehlende Akzeptanz und die fehlende Bereitschaft der Nutzer, für Inhalte zu bezahlen, wurden ebenfalls mehrfach genannt. Einige Teilnehmer betonten zudem, dass sie ihr Forum oder Blog rein privat betrieben und grundsätzlich kein Interesse haben bzw. nicht angewiesen sind, ihren Unterhalt damit zu finanzieren.

17. Finanzielle Entlohnung

Gerade in Deutschland gilt eine Frage nach der Entlohnung für eine Tätigkeit als eine sehr persönliche Frage. Daher wurde an dieser Stelle auch nicht nach der Höhe der Entlohnung gefragt, sondern vielmehr danach, ob eine Entlohnung überhaupt erfolgt. Als Antwortmöglichkeiten wurde nur ja oder nein angeboten.

Fragestellung: Für Ihre Arbeit erhalten Sie eine finanzielle Entlohnung in Form von Honoraren bzw. Vergütungen.

Auswertung:

Blogger Studie

Die Basis für dieses Ergebnis bilden die Antworten von 340 Studienteilnehmern. Die Auswertung dieser Frage ergibt ein klares Bild. 81,8% der Betreiber erhalten keine Vergütung in Form von Honoraren. 62 Teilnehmer gaben an, Honorare zu erhalten. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um diejenigen Personen handelt, die ein Forum oder Blog  hauptberuflich betreiben. Da es aber nur 27 hauptberufliche Teilnehmer gab, stellt sich die Frage, wer ebenfalls Vergütungen erhält. 29,6% der nebenberuflich tätigen Blog- und Forenbetreiber und 10,3% derer, die rein privat tätig, sind erhalten Honorare. Demzufolge gibt es rein private Betreiber, die Honorare erhalten, auch wenn sie eine Minderheit darstellen.

18. Beitragsvergütung

Neben Werbeinnahmen und Honorarzahlungen besteht auch die Möglichkeit, dass einzelne Beiträge vergütet werden. Die Vergütung von Beiträgen ist im vergangenen Jahr verstärkt im Zusammenhang mit Viralkampagnen diskutiert worden. Daher bestand ein Interesse, zu erfahren, wie verbreitet die Vergütung von Beiträgen ist. Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Beiträge vergütet werden, so dass eine fünfstufige Antwortskala vorgegeben wurde.

Fragestellung: Werden die auf Ihrem Forum/Blog eingestellten Beiträge vergütet?

Auswertung:

Blogger Studie

341 Personen haben die Frage beantwortet. Das Ergebnis ist eindeutig. 91,2% der Teilnehmer geben an, bisher keine Vergütung von Beiträgen erhalten zu haben. Daher sind es auch nur knapp 10%, die selten bis immer eine Vergütung erhalten. Auch hier kann somit festgestellt werden, dass es zwar Vergütungen gibt, diese aber eher eine Ausnahme darstellt. Nur 4 Forenbetreiber haben angegeben, jemals eine Vergütungen für Beiträge erhalten zu haben. Demzufolge ist eine Vergütung bei Bloggern eher anzutreffen als bei Forenbetreibern. Dem könnte jedoch entgegnet werden, dass die Forenmitglieder die Beiträge verfassen. Diese wurden hier aber nicht befragt, so dass keine Aussage darüber getroffen werden kann, wie verbreitet die Vergütung von Beiträgen bei Forenmitgliedern ist.

19. Kennzeichnung gekaufter Beiträge

Die Unterscheidung zwischen Natural Listings und Paid Links ist für Suchmaschinenanbieter heute eine Selbstverständlichkeit und sichert Unternehmen wie Google eine wichtige Einnahmequelle. Auf Blogs gibt es diese Unterscheidung bislang nicht bzw. sie befindet sich gerade in den Anfängen. Wie die Studie bereits aufgezeigt hat, sind bezahlte Beiträge existent, aber in der breiten Masse noch nicht anzutreffen. Zur Thematik der Kennzeichnung von bezahlten Beiträgen wurde folgende Frage gestellt, der zur Beantwortung eine fünfstufige Antwortskala vorgegeben wurde.

Fragestellung: Sollten Ihrer Meinung nach gekaufte Blogbeiträge klar und eindeutig als solche kenntlich gemacht werden?

Auswertung:

Blogger Studie

Diese Frage wurde nur den Blogbetreibern gestellt. Die Basis für die Auswertung bilden die Antworten von 259 Personen. 184 der 259 Blogger (71%) stimmen der Aussage vollkommen zu, dass bezahlte Beiträge auch für den Leser als solche kenntlich gemacht werden sollen. Weitere 17% stimmen der Aussage eher zu. Damit wird die Kenntlichmachung von bezahlten Beiträgen unter den Bloggern eindeutig unterstützt. Den Lesern würde dies zudem als klare Orientierungshilfe dienen.

20. Suchmaschinenranking gekaufter Beiträge

Kürzlich wurde bekannt, dass Goolge bestimmte Blogs downgeranked hat. Die Betreiber der entsprechenden Blogs hatten zuvor bekannt gegeben, dass Beiträge gegen Bezahlung veröffentlicht wurden. Dieser Fall löste sehr viele Diskussionen aus und sollte daher aufgrund des aktuellen Anlasses mit in die Studie aufgenommen werden. Die Studienteilnehmer wurden nach ihrer persönlichen Meinung gefragt, ob gekaufte Beiträge in Suchmaschinen heruntergestuft werden sollten. Zur Beantwortung der Frage wurde eine fünfstufige Antwortskala vorgegeben.

Fragestellung: Sollten Blogs, die bezahlte Beiträge veröffentlichen, in den Suchmaschinen wie z.B. Google heruntergestuft werden, wie dies vereinzelt bereits passiert ist?

Auswertung:

Blogger Studie

Da sich diese Frage nur auf Blogs bezog, wurden auch nur die Blogger um eine Antwort gebeten. 261 Blogger haben die Frage beantwortet. Eine ähnlich eindeutige Beantwortung durch die Befragten wie bei der Frage nach der Kenntlichmachung bezahlter Beiträge ist hier jedoch nicht zu erkennen. Für Blogbetreiber sind die Suchmaschinen und das Ranking in Suchmaschinen ein sehr wichtiges Thema. Herunterstufungen werden deshalb auch als sehr schmerzhaft empfunden. Am häufigsten wurde mit 26,1% die neutralste Antwortalternative gewählt. Dem folgen die beiden zustimmenden Kategorien mit insgesamt 42,1%. Eine eher ablehnende Haltung nehmen 31,8% der Blogger ein. Damit dominiert unter den Antwortmöglichkeiten leicht die Zustimmung, dass Blogs für bezahlte Beiträge herabgestuft werden sollen. Wenn Blogs ohnehin von vornherein klar kenntlich machen würden, welche Beiträge bezahlt sind, würde sich diese Fragestellung erübrigen.

21. Befangenheit durch vergütete Beiträge

Alle Blogbetreiber wurden danach befragt, inwieweit die Unabhängigkeit durch vergütete Beiträge leidet. Für den Fall, dass die Unabhängigkeit nicht leidet, wären vergütetet Beiträge durchaus eine Möglichkeit, weitere Einnahmen zu erzielen. Vernünftig wäre es natürlich dann auch, diese Beiträge als bezahlte Beiträge kenntlich zu machen.

Fragestellung:Leidet die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen?

Auswertung:

Blogger Studie

Auch hier wurden nur die Blogger gebeten, eine Antwort zu geben. In die Auswertung sind 261 Antworten eingegangen. Insgesamt ist die Mehrzahl der Befragten (61,6%) der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen leide. Für 23,1% leidet diese sogar stark bzw. sehr stark, für 38,5% zumindest ein wenig. Gut ein Viertel der Befragten ist der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs gar nicht leide. Insgesamt ist bezüglich der Unabhängigkeit eines Blogs eine eher kritische Haltung gegenüber vergüteten Beiträgen zu erkennen.

22. Eigenwerbung

Ein Forum oder Blog kann zur Eigenwerbung verwendet werden, um damit auf seine Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Inwieweit dies erfolgt, sollte die folgende Frage klären.

Fragestellung: Nutzen Sie Ihr Forum/Ihren Blog zur Eigenwerbung?

Auswertung:

Blogger Studie

Die 341 Antworten, die in die Auswertung Eingang gefunden haben, verteilen sich nahezu gleich auf das ganze Spektrum der Antwortmöglichkeiten. Die zustimmende Antwortseite dominiert dabei leicht. 49,9% stimmen der Frage vollkommen bzw. eher zu. Weitere 20,6% stimmen dem mehr oder weniger zu. 18,3% hingegen stimmen überhaupt nicht zu und nutzen demzufolge ihr Forum bzw. Blog nicht zur Eigenwerbung. Personen die ihr Forum oder Blog nebenberuflich betreiben, nutzen ihre Plattform deutlich stärker zur Eigenwerbung (35,4% stimmen dieser Aussage vollkommen zu), als jene, die dies privat oder hauptberuflich betreiben. Forenbetreiber nutzen im Vergleich zu den Bloggern ihre Plattform weniger zur Eigenwerbung (30,4% stimmten der Aussage überhaupt nicht zu). Die Art der Anwendung und der berufliche Hintergrund können sehr gut die Spannweite der Antworten erklären.

23. Ansehen im internationalen Vergleich

In Deutschland wird in Medienberichten über Foren und Blogs immer wieder negativ berichtet. Hingegen hört und liest man in den USA immer wieder, welchen hohen Stellenwert diese in der Medienlandschaft mittlerweile eingenommen haben. Daher sollte die Studie auch einen Einblick darüber geben, wie Blogs und Foren sich selber wahrnehmen. Es handelt sich hierbei jedoch lediglich um eine persönliche Einschätzung, die mit ja oder nein beantwortet werden sollte.

Fragestellung:  Haben Ihrer Meinung nach deutsche Foren/Blogs ein relativ schlechtes Ansehen? im internationalen Vergleich?

Auswertung:

Blogger Studie

341 Teilnehmer haben hierzu eine auswertbare Antwort abgegeben. Eine einheitliche Sichtweise konnte nicht festgestellt werden. 149 Teilnehmer sind der Ansicht, dass deutsche Blogs oder Foren im internationalen Vergleich kein schlechtes Ansehen haben.

34,9% gaben an, dies nicht beurteilen zu können. 21,4% sind durchaus der Ansicht, ein schlechtes Ansehen im internationalen Vergleich zu haben.Den 73 Personen, die zuvor mit ja geantwortet haben, wurde eine Unterfrage gestellt, die Aufschluss über mögliche Gründe des schlechten Ansehens liefern sollte. Den Teilnehmern wurde eine Liste mit Gründen angeboten, die auch Mehrfachnennungen erlaubte. Ein zusätzliches Freitextfeld ermöglichte zudem eine freie Eingabe von Gründen.

Fragestellung:  Sie haben gerade angegeben, dass deutsche Blogs ein relativ schlechtes Ansehen im internationalen Vergleich haben. Welche Gründe kann dies Ihrer Meinung nach haben?

Auswertung:

Blogger Studie

Die 73 Teilnehmer haben 181 Antworten gegeben. Durchschnittlich wurden rund zweieinhalb Wertungen pro Teilnehmer abgegeben. Als wichtigster Grund wurde das schlechte Ansehen bei Journalisten und ihren Verbänden (69,9%) genannt. Dies ist eine klare Aussage mit der sich Journalisten und Verbände auseinandersetzen sollten. Während in den Anfängen der Bloggerszene vermehrt Gerüchte in die Welt gesetzt wurden bzw. in der Blogosphäre kursierten, werden auch seitens der Blogger immer häufiger Recherchen angestellt, bevor Beiträge veröffentlicht werden. Am zweithäufigsten wurden kulturelle Gründe genannt (54,8%). Die anderen beiden zur Auswahl gestellten Gründe wurden ebenfalls, wenn auch nicht ganz so stark, als Antwort gewählt.

24. Interessenkonflikte

Blogs und Foren sind den gleichen Konflikten ausgesetzt wie alle anderen Medien, die auf Werbeeinnahmen angewiesen sind. Die werbetreibende Industrie bevorzugt es, ihre Werbung in jenem Umfeld zu platzieren, die genau ihre Zielgruppe anspricht. Ein Handyhersteller wird beispielweise gern seine Werbung dort schalten, wo sich Interessierte über Handys austauschen. Erfolgt nun eine kritische Auseinandersetzung mit dem Handy auf dem Blog oder Forum, so können daraus Konflikte entstehen und Blogger und Forenbetreiber durch die werbetreibende Industrie unter Druck gesetzt werden. Abschließend sollte daher noch die Frage gestellt werden, inwieweit die Betreiber dies selbst als unseriös betrachten.

Fragestellung: Ist es unseriös über Themen zu schreiben und gleichzeitig Werbebanner/Affiliate-Links zu Produkten im Umfeld der Beiträge zu platzieren?

Auswertung:

Blogger Studie

Die Basis der Auswertung bilden 340 Antworten. Mit 116 Nennungen wurde am häufigsten die neutrale Mitte gewählt. Für vollkommen seriös halten es hingegen 16,7%. Für vollkommen unseriös indessen nur 10,8%. Die beiden Kategorien „vollkommen seriös“ und „seriös“ wurden von 39,8% der Teilnehmer gewählt. Dem stehen 25,7% gegenüber, die entweder die Kategorie „unseriös“ oder „vollkommen unseriös“ gewählt haben. Demnach überwiegt die seriöse Ansicht. Personen die ihren Blog oder ihr Forum rein privat betreiben, sehen dies zu 40,8% als neutral an. Häufig werden diese Plattformen auch bewusst privat betrieben, um nicht in einen Interessenkonflikt bzw. eine Abhängigkeit zu geraten.

Fazit

Die Bereitschaft, seitens der Foren- und Blogbetreiber an dieser zweiten Studie zu dem Thema teilzunehmen, war sehr groß. Die Ergebnisse sind zum Teil äußerst aufschlussreich und gewähren neue Einblicke in die Szene der Blogger und Forenbetreiber.Den Eindruck, dass Blogs und Foren mit bezahlten Werbe-Beiträgen gefüllt sind, kann diese Studie nicht belegen. Über 80% der Studienteilnehmer geben an, selbst verfasste Beiträge zu veröffentlichen. Bezahlte Beiträge gibt es zwar, diese bilden aber derzeit eher die Ausnahme. Die Mehrzahl der Blogger ist auch der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen leide. Wichtig für die Blogger-Szene wäre es daher, auf den Blogs möglichst schnell für eine klare Trennung von eigenen und bezahlten Beiträgen zu sorgen und dies auch optisch zu unterstreichen, damit Leser dies zumindest gut erkennen können. Aufgrund der eher dürftigen Werbeeinnahmen, die ein hauptberufliches Betreiben kaum ermöglichen, könnte mit Einnahmen durch bezahlte Beiträge die Quote der hauptberuflich betriebenen Blogs gesteigert werden. Die doch recht klare Aussage, dass Journalisten und deren Verbände als Gründe für eine mangelnde Akzeptanz gesehen werden, gibt Anlass darüber nachzudenken, was unternommen werden kann, um dies zu ändern. Journalisten sind über ihre Verbände gut aufgestellt und organisiert. Dem haben die Blogger derzeit wenig entgegenzusetzen, da es sich bei ihnen zumeist um „Einzelkämpfer“ handelt. Zwar ist mittlerweile auch die Idee eines Verbandes aufgekommen (zum Thema „Bloggerverband“ gibt es auch bereits einige einschlägige Blogbeiträge), von einer Umsetzung ist man jedoch noch weit entfernt. Die Überprüfung neuer Mitglieder in Foren oder der Personen, die auf einem Blog einen Kommentar hinterlassen, sind noch sehr schlecht gelöst. Mehr als die Hälfte der befragten Forenbetreiber überprüft neue Mitglieder nicht. Dies ist zwar mit Aufwand verbunden, würde aber der Reputation sehr zuträglich sein. Es wäre wünschenswert, mehr Transparenz darüber zu haben, wer welche Inhalte mit welchem Hintergrund im Internet hinterlässt.


Autor: Prof. Dr. Matthias Fank

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dominik Grimm, Maike Rasimus, Jaqueline Rößner, Janin Weirauch

Inhaltliche Bearbeitung: Christian Dicke, Torsten Franz, Jan Krömer, Dr. William Sen

Dieser Studienbericht wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Fank (Technische Hochschule Köln) erstellt. Die Konzeption, Durchführung und Auswertung wurde mit größtmöglicher Sorgfalt und unter Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse durchgeführt. Für ihre Vollständigkeit und Richtigkeit kann jedoch trotzdem keine Garantie übernommen werden.

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