Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern
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Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern

Sind Amerikaner oberflächlich und Deutsche unfreundlich?

Amerikaner sind Pfirsiche, Deutsche sind Kokosnüsse?

Sozialwissenschaftler haben erkannt, dass Amerikaner Pfirsiche und Deutsche Kokosnüsse sind. Heute erzähle ich euch, warum der Amerikaner oft für Deutsche oberflächlich, und warum wir als Deutsche für Amerikaner unhöflich erscheinen. Es gibt mehrere anerkannte wissenschaftliche Studien dazu. Und dann werdet ihr auch verstehen, warum du eine Kokosnuss bist.

Mein erstes Video dazu übrigens, ob Amerikaner oberflächlich sind, hatte ich in 2016 veröffentlicht und bin da erstmals darauf eingegangen: 

Mein erstes Video dazu übrigens, ob Amerikaner oberflächlich sind, hatte ich in 2016 veröffentlicht und bin da erstmals darauf eingegangen. 

Sind Amerikaner oberflächlich?

Einhergehend mit der Frage, wieso Amerikaner für uns oberflächlich erscheinen gibt es eben die Pfirsich-Kokosnuss-Studie. Einer der bekanntesten Studien ist von dem niederländischen Autor Trompenaars und dem britischen Wissenschaftler und Philosophen Hampden von der Universität Cambridge. Beide sind Forscher im Bereich interkulturelle Kommunikation.

Aber vorab ein kleiner Exkurs: Jede Kultur hat ihre eigene Art und Weisen, in der Sprache und Umgang, geprägt durch die Erziehung und Tradition des Landes. Doch es ist auch so, dass jeder Einheimische erstmal davon ausgeht, dass seine Kultur die einzig wahre ist.

Warum aber liebt jeder sein eigenes Heimatland eigentlich so sehr? Auch das wurde untersucht. Zum Beispiel vom französischen Philosoph und Geschichtswissenschaftler Ernst Renan.

Renan begründet das folgendermaßen: Unser Heimatland prägt uns nicht nur, weil wir dort geboren sind, sondern hat eine viel tiefere Bedeutung.

Denn, was ist das stärkste Gut und höchste Ziel des Menschen? Essen, Schlafen Fortpflanzung: das wissen wir im Grunde. Aber noch eine Ebene höher gilt das Überleben.

In jungen Jahren leben wir oft in Angst und Verwirrung, weil wir noch hilflose Küken sind und eigentlich keine Ahnung haben, wie man alleine überlebt. Unsere Umgebung liefert uns Sicherheit und Geborgenheit, und zwar in erster Linie durch die Eltern. Diese Erinnerungen an diese frühe Kindheit sind mit Überleben verbunden. Es hat also nichts mit „hat es mir gefallen oder nicht gefallen?“ zu tun. Sondern mit „habe ich überlebt oder nicht überlebt?“.

Wir verbinden mit unserem Heimatsland also den höchsten Grundstein, nämlich mit dem Leben an sich. Geprägt durch die Liebe zu Mutter und Vater, und so auch die Liebe zur Umgebung.

Deswegen lieben die Menschen in der Regel ihre eigene Heimat, egal wo und welche. Wie ein Vogel den Baum als den Ort der Geborgenheit sehen wird, dort, wo er geschlüpft ist.

Im Hinterhof eines Restaurants eines Freundes von mir waren zwei Tauben geboren worden. Und die sind immer an diesen Ort zurückgekehrt, selbst als ausgewachsene Tiere. Dort haben die sich eben geborgen gefühlt.

Der Deutsche ist eine Kokosnuss und der Amerikaner eine Pfirsich.

Insgesamt 7 verschiedene Typologien der Kulturen haben Trompenaars und Hampden untersucht, manche Kulturen sind emotional, andere sind spezifisch, andere wiederum sind neutral, introvertiert, extrovertiert, kommunikativ, universal, und so weiter. Je nach Kultur fällt man also wissenschaftlich unter eine bestimmte Kategorie.

Deutsche fallen beispielsweise unter die Kategorie „neutral“. Dieses Modell hat folgende Eigenschaften: Emotionen werden eher nicht geteilt, sondern sind unter Kontrolle zu halten. Die beiden Forscher sagen dazu: Bei der Beobachtung dieser Kulturen kann der Eindruck entstehen, sie seien kühn oder kalt, und rational.

Amerikaner fallen unter universal, welches sich folgendermaßen kennzeichnet:

Der beste Weg ist immer der richtige Weg. Oft werden diese Kulturen als verfälscht, manipulativ, und egoistisch betrachtet.

Abgeleitet davon gibt im Vergleich zwischen Deutschen und Amerikanern die einfache Unterteilung zwischen Pfirsich und Kokosnuss.

Hier gilt, dass die Deutschen eine Kokosnuss-Kultur sind. Hart in der Außenschale. Sie lächeln Fremde Leute eher nicht an, ein Gespräch mit Fremden anzufangen ist mit Barrieren verbunden, und sie können beim ersten Anblick einen unfreundlichen oder gar aggressiven Eindruck hinterlassen. Wenn du jedoch diese harte Schale einmal durchdrungen hast, tendieren sie dazu loyale und enge Freunde zu werden, und akzeptieren dich sogar als Familie. Dazu gehören übrigens auch Russen,

Amerikaner dagegen gelten als Pfirsiche. Sehr weich außen. Sie sind sehr freundlich zu Menschen, die sie gerade getroffen haben, lächeln Fremde an, teilen ihre Geschichten, und zeigen sich sehr freundlich. Hat man jedoch einmal diese anfängliche Freundlichkeit durchdrungen, stellt man fest, dass sie ihr Privates und persönliches Selbst stark schützen. Oft hört man beispielsweise bei Pfirsich-Kulturen, dass sie immer sehr nett und freundlich sind, aber es unmöglich erscheint Freundschaften mit ihnen zu schließen. Dazu gehören übrigens auch Japaner.

Deutsche und Amerikaner: zwei verschiedene Kulturen

Und tatsächlich: Der Deutsche an sich betrachtet den Amerikaner als oberflächlich, weil der Amerikaner lacht und auch gerne mit Fremden quatsch. Und der Amerikaner betrachtet den Deutschen als unhöflich und kalt, weil der Distanz hält und einen Grund braucht, um jemanden anzulächeln.

Doch die Wahrheit ist, der Amerikaner ist nicht oberflächlich, sondern ein Pfirsich. Und der Deutsche ist eben eine Kokosnuss. Kurzum, der Deutsche ist ein Deutscher, und Amerikaner ist ein Amerikaner. Zwei verschiedene Kulturen. Wer hätte das gedacht!

Oft hört man, dass Kokosnuss-Kulturen die Pfirsich-Kulturen als unehrlich betrachten. Wenn der Amerikaner jemanden anlächelt, erscheint das manipulativ, unehrlich.

Aber das stimmt so auch nicht, denn: In der Sozialpsychologie kann man im Grunde jegliche Art der Kommunikation als Manipulationsversuch sehen. Denn, In dem Augenblick, wo du dich zeigst, wenn du Makeup oder Kleidung anhast, also dich selbst nach außen hin mit einem bestimmten geplanten Bild repräsentierst, ist es bereits der Versuch einen bestimmten Eindruck zu hinterlassen. In dem Sinne, sind wir eigentlich immer darauf bedacht zu unserem Vorteil andere zu manipulieren. Ehrlich ist eigentlich nur das Baby vollkommen ehrlich, was noch nicht die soziologischen Aspekte des Zusammenspiels erlernt hat. Es gibt aber auch Menschen, die es nie erlernen. Diese Eigenschaft ist leider bekannt als Autismus, was wir als psychologische Krankheit definieren. Wer also 100% ehrlich wäre, wäre also alleine nicht überlebensfähig.

Kultur ist überlebenswichtig

In dem Sinne, wer grimmig ist, oder lächelt, oder wie auch immer sich nach außen gibt, der folgt einer erlernten Charaktereigenschaft, den er eben seit Kindheit von der Umgebung so verinnerlicht hat.

Der Amerikaner lächelt also nicht, weil er denkt, er müsse es tun. Das ist von Kindheit an so erlernt worden, für ihn ist das die beste Möglichkeit in der Gesellschaft erfolgreich zu sein und somit auch letztlich zu überleben. Es ist also weder gestellt noch erzwungen, sondern ist reaktiv. So wie wir unsere Hände automatisch nach vorne halten, wenn wir fallen: Reaktion — es ist unbewusst und im Kopf eingraviert. Der Amerikaner lächelt und quatscht gerne, das ist für ihn also ganz normal.

Auch in Deutschland handeln wir so, damit wir dort uns den gesellschaftlichen Verhältnissen anpassen. Deswegen, ist der Amerikaner auch nur dann oberflächlich, wenn du ihn mit deiner Kultur vergleichst, somit also nur für dich als Deutscher.

Und der Deutsche ist kalt und unfreundlich, wenn man ihn mit der amerikanischen Kultur vergleich, nur für den Amerikaner sieht das aber so aus. Für den Deutschen ist das ganz normal, wenn er nicht Fremde anlächelt und an der Kasse Fremde Leute eben nicht fragt, was sie heute kochen.

Hier in den USA ist das übrigens völlig normal: Ich kann nicht sagen, wie oft ich schon von Fremden befragt wurde, was ich koche, und was ich heute vorhabe, wenn ich an der Kasse stand. In Deutschland würde man möglicherweise denken, die Person sei verrückt.

Wir sind zwei verschiedene Charaktere aus zwei unterschiedlichen Ländern.

Amerika: ein Land ohne Kultur?

Oft hört man von Deutschen das Vorurteil, die Amerikaner hätten keine Kultur, weil sie eine sehr frische Nation wären. Das ist aber eine wissenschaftlich falsche Aussage, und jeder gute Sozialforscher würde dem widersprechen. Denn, jedes Land hat eine kollektive Kultur, unabhängig davon, wie frisch oder Jung diese Nation ist. Die türkische Republik wurde beispielsweise 1923 gegründet. Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 gegründet. Singapur 1965. Russland 1991. Demnach dürften alle diese Länder keine Kultur haben. Im Vergleich dazu: USA wurde in 1776 gegründet.

Als Kultur wird eine Manifestation des jeweiligen Kollektivs verstanden, soziale Institutionen und Gruppen mit ihren Gebräuchen und Errungenschaften. Von der Literatur, Wissenschaft hat Amerika in den letzten knapp 250 Jahren eine ordentliche Portion an geschichtlichen Einflüssen weltweit gehabt. Somit hat das Land USA eine eigene kollektive Wahrnehmung für sich selbst und andere entwickelt.

Warum ist die Anpassung in eine fremde Kultur so schwierig?

Manche Menschen, die zu einer fremden Kultur zuziehen, verändern sich und passen sich an. Andere wiederum, egal wie lange sie in einer anderen Kultur sind, verharren in ihrer eigenen.

Das hat auch nicht unbedingt was mit Bildung zu tun. Ich habe die gebildetsten Menschen gesehen, die seit 15 Jahren hier in den USA leben und immer nur stur-deutsch sind.

Woran liegt das also?

Menschen, die sich gerne verändern und sich anderen Kulturen anpassen sind risikobereiter. Logisch, denn eine Kultur seit der Kindheit hat Überlebensfunktion. Somit sind Leute, die mutiger sind und nicht so viel Überlebensängste haben diejenigen, die sich eher auf andere Kulturen einlassen und ihre eigene hinterfragen.

Menschen dagegen, die mehr sicherheitsorientiert sind, die trauen sich nicht andere Kulturen zu akzeptieren, denn, die eigene Kultur hat bislang für Sicherheit gesorgt, und an der möchte man bloß nicht rütteln.

Quellen

  • Peach vs. Coconut Cultures
    x-culture.org/peach-vs-coconut-cultures/
  • Peach vs. Coconut: Cross-Cultural Communication is Difficult!
    impactgrouphr.com/insights/peach-vs-coconut-cross-cultural-communication-is-difficult
  • Trompenaars Cultural Dimensions – The 7 Dimensions of Culture
    expertprogrammanagement.com/2017/10/trompenaars-cultural-dimensions/

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