Videobearbeitungsprogramm
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Eine kleine Reise in die Welt der Videobearbeitungsprogramme

Wie ich als YouTuber Video geschnitten habe, und wo ich heute bin

Videos schneiden mit Magix Video Pro 2021

Oft werde ich gefragt, welches Videoschnittprogramm ich nutze. Hier meine kleine Geschichte, die euch eure Entscheidung erleichtern kann, wenn ihr auch auf der Suche seid.

Magix Video Pro war einer meiner ersten Videoschnittprogramme und hat mir viele Probleme bereitet beim Schneiden meiner YouTube Videos.

Hin und wieder haben sich wesentliche Bugs nach Updates in die Software eingeschlichen, die dafür gesorgt haben, dass ich wochenlange Arbeiten verloren habe, oder langwierige und etliche Reparaturarbeiten durchführen musste.

Trotz dieser Pleiten und Pannen habe ich mich tatsächlich jahrelang mit Magix Video Pro beschäftigt, weil es einfach mit zu viel Arbeit verbunden war mich in neue Videoschnitt-Software einzuarbeiten.

Was waren so die Probleme mit Magix Video Pro?

Von heute auf morgen hörte die Software auf .MOV-Formate zu laden. Skurrile Fehlermeldungen erschienen, wie zum Beispiel das angebliche Fehlen von Quicktime. Trotz Installation von Quicktime änderte sich die Fehlermeldung jedoch nicht. Magix war rückblickend eine reine Tortur.

Anbei mal einige Fehlermeldungen, die ich nur an einem Tag gesammelt habe:

Ein anderer Bug sorgte nach dem Update dafür, dass die Software von heute auf morgen aufhörte sämtliche Videoformaten, selbst MP4s, nicht mehr zu laden. Somit fehlten beim Öffnen von MVP-Dateien (das ist Magix eigenes Format) auf einmal hunderte von Videosequenzen in meiner Arbeitsdatei.

In den gängigen Foren erfuhr ich, dass diese Bugs Anlass für großen Frust auch bei anderen Nutzern sorgten. Ein Nutzer hatte deswegen erwähnt, er sei aufgrund von Magix auf DaVinci Resolve umgestiegen sei. Da hatte ich erstmals von DaVinci Resolve gehört. Und heute bin ich dankbar, dass Magix mich mit diesen Bugs genervt hatte, denn Magix war der Anlass für mich letztlich auf eine viel professionelle Videoschnitt-Software umzusteigen.

Später erfuhr ich, dass Magix sich dem Vertrieb der Videoschnittsoftware Sony Vegas Pro annahm — und nannte es nun Magix Vegas.

Aktuelles Update: Obwohl ich Magix nicht mehr nutze habe ich die Software noch auf meinem PC, damit ich meine alten Dateien noch öffnen kann. Denkste!  Nach dem Update 2022 kann ich meine alten Dateien nicht mehr öffnen.

Sony Vegas Pro, jetzt Magix Vegas Pro

Magix Vegas-Pro

Nach den großen Problemen, die ich und auch viele andere Nutzer mit Magix erlitten hatten, war für mich auch klar, dass ich auf Vegas Pro nicht umsteigen würde.

Zumal es auch so für mich aussah: Sony hatte Vegas abgestoßen an Magix, einen kleinen Anbieter aus Deutschland. Vegas Pro musste stark an Marktanteilen bereits verloren haben und Magix hat einen Schnäppchen-Deal gemacht.

Nachdem ich auf DaVince Resolve umgestiegen war wagte ich nochmal den Blick auf Vegas Pro auf YouTube-Videos und verstand erstmals, wie einfach und nicht mehr zeitgemäß die Oberfläche von Vegas Pro eigentlich ist.

Somit war klar, Vegas Pro kommt nicht mehr in Frage. Vegas Pro erschien mir dann auf einmal wie der Netscape Navigator — falls das noch jemand kennt.

Wondershare Filmora

Wondershare Filmora

Überall wurde von Wondershare Filmora gesprochen und aufgrund der hohen Berichterstattung und Reviews bekam ich den Eindruck, dass es sich hierbei um eine höherwertige Videoschnittsoftware handeln müsse.

Bevor ich am Ende meiner Reise DaVince Resolve entdeckt hatte, war ich vorher noch ordentlich auf der Suche. Natürlich wusste ich schon, dass es es sich meist um Affiliate-Reviews handelte, wollte mich aber nicht davon zu sehr beeindrucken lassen.

Schon nach der ersten Stunde an der Software wurde klar, dass Wondershare Filmora eine reine Amateur-Videoschnitt-Software ist für Nutzer mit sehr wenig Erfahrung und Ansprüchen. Filmora war für mich eher ein Casio-Piano aus dem Spielzeugladen für unter 100 Euro mit vorgefertigten Tastatur-Tönen von Chello, Panflute, und Frosch-Quaken, wo ich doch eigentlich Klavierspielen auf einem echten Flügel lernen wollte.

Wondershare Filmora bot gefühlt ungefähr 1% von Magix Pro an. Sämtliche professionelle Features waren nicht vorhanden. Das Editieren von Filmen wurde auf das niedrigste beschränkt. Das Videoschnittprogramm war eher basierend auf Drag’n’Drop mit spielerischen Oberflächen und großen Knöpfen. So intuitiv, dass ich bereits nach 30 Minuten schon fast alle Features kennengelernt hatte.

Dass Wondershare Filmora nicht meine Zukunft sein würde, wurde mir daher relativ schnell klar. Und ja, mein Verdacht hatte sich bestätigt. Die vielen positiven Reviews waren reine Affiliate-Links und Beiträge. Also doch reingefallen.

Final Cut Pro

Final Cut Pro ist nur auf dem Apple vorhanden, doch glücklicherweise habe ich sowohl PC und ein Apple zu Hause. Zudem ist Final Cut Pro mittlerweile sogar eine App.

Leider jedoch konnte ich bei meinem ersten Lauf mich in Final Cut Pro nicht wirklich verlieben. Insgesamt schien mir die Software eine Mischung zwischen sehr einfach wie Wondershare Filmora bis Pseudo-Professionell wie Magix Pro zu sein.

Irgendwo verloren mitten drin — „Stuck in the Middle“ sozusagen. Nach einigen Gesprächen mit Final Cut Pro Nutzern wurde mir klar, dass die Software keinen guten Ruf zu haben schien. Alle, die von Final Cut Pro erzählten argumentierten letztlich, dass der Umstieg schwierig sei aufgrund der immensen Zeit, die eine neue Videoschnittsoftware mit sich bringt. Aber glücklich waren die Nutzer eher nicht damit.

Das kam mir doch sehr bekannt vor. Genau die gleiche Erfahrung hatte ich bereits hinter mir mit Magix Pro: Unzufrieden, aber keine Zeit und Geduld umzusteigen. Das alte Lied.

DaVinci Resolve Studio 17

Fast ganz Hollywood arbeitet nun mit dieser Software.

Premiere-Aussteiger berichten in den Foren, „nie wieder zurück zur Premiere“. Filme wie John Wick, Alien, Deadpool, Alien: Covenant, X-Men und Star Wars wurden mit DaVinci Resolve bearbeitet … die Liste scheint unendlich: Bohemian Rhapsody, La La Land und dutzende Filme mit Oscar-Auszeichnungen wurden mit DaVinci Resolve Studio gedreht.

Außerdem gibt es die einfache Version frei zum Download. Die Pro-Version kostet gerade mal $299 … einmalig.

Ein einziges Einstiegsvideo von 5 Minuten reichte schließlich, um mein erstes Video damit zu schneiden. Dieses Video gab mir den Ruck, um für immer auf DaVinci Resolve Studio umzusiedeln:

Zwei Stunden später war tief in die Software eingetaucht, und ohne, dass ich mich versehen hatte nutzte ich bereits Tracking, Smoothing und hatte sogar meinen ersten Script-Effekt damit erstellt.

Kurzum — ich war begeistert … und süchtig nach diesem Videobearbeitungsprogramm.

Insgesamt reichten mir um die 20 YouTube-Videos, auf die ich immer wieder zugreife. Nach den ersten Tagen beherrschte ich alle Funktionen auf DaVinci Resolve, die ich einst aus Magix Video Pro kannte.

Hinzu kamen die vielen weiteren Funktionen, von denen ich immer mal geträumte hatte, aber nie die Möglichkeit hatte sie zu nutzen: Color Tracking, Special Effects, automatische Objekterkennung, 3D-Verzerrungen, Warp … die Liste geht weiter. Kein Ruckeln, obwohl ich keinen Supercomputer habe. Die einfache NVIDIA-Grafikarte reicht aus.

Nachdem ich DaVinci Resolve Studio nun seit einiger Zeit nutze kann ich bis heute nicht verstehen, wie ich mich mit anderer Videoschnittsoftware überhaupt auseinandergesetzt hatte. Mittlerweile mit der Pro-Version ausgerüstet bereue ich natürlich im Nachhinein ungefähr das gleiche damals für Magix Video Pro bezahlt zu haben. Und die Monatsgebühren für Adobe Premier, die mir letztlich nichts gebracht haben.

Die DaVinci Resolve Community ist riesig und für jede Frage und jede Idee findet man einen Beitrag dazu auf YouTube.

Ich kann meine Begeisterung für DaVinci Resolve Studio gar nicht mehr unter Schacht halten. Am liebsten würde ich jedem davon erzählen, wie zum Beispiel meinem Gärtner, oder dem Uber-Fahrer, dass ich nun DaVinci Resolve nutze.

Meine schmerzhafte Reise endete bei DaVinci Resolve. Es ist ein Happy End. Endlich schmerzfrei.

Ich hoffe, das hilft so ein wenig, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, welches Videoschnittprogramm ich nutze und warum.

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