FXP-Szene: Die Subkultur des Filesharings

Die dunkle Seite des Filesharings

Dr. William Sen

von Dr. William Sen
digitalwelt-Kolumnist für Computersicherheit und Informationsrecht

digitalwelt logo

FXP-Szene
Ihren Namen erhielt die FXP-Szene von einer Besonderheit einiger Server. Die Funktion FXP ermöglicht es, Dateien direkt zwischen zwei Netzwerken innerhalb zu übertragen, ohne dass sie den Weg über den heimischen Rechner gehen müssen. Da die Übertragungsgeschwindigkeiten von Servern in der Regel um ein vielfaches höher sind als die privater Computer, bedeutet dies einen enormen Geschwindigkeitsvorteil.

Das Kopieren von Dateien per FXP wurde daher rasch als „flashen“ bezeichnet, da sich Schwarzkopien damit wahrhaft „blitzschnell“ verbreiten ließen. Ein Film, der normalerweise Stunden bräuchte um auf einem Server gespeichert zu werden, kann in nur wenigen Minuten von einem Server zum nächsten „geflasht“ werden. Dank dieser Technik verbreiten sich Schwarzkopien innerhalb der FXP-Szene rasend schnell.



Top VPN Tools | Letztes Update: August 2020

Gesponserte Listings
1
CyberGhost VPN
CyberGhost VPN
Bewertung5,0

ab $2,75

Bestellen
Das einst in deutscher Hand entwickelte VPN-Tool CyberGhost gehört zu den bekanntesten und schnellsten am Markt. Sie ist zudem bekannt als die VPN-Software mit der besten Anbindung zu Streaming-Diensten wie Netflix, Hulu, Amazon Prime, HBO und viele mehr.
2
NordVPN
NordVPN
Bewertung4,9

ab $3,49

Bestellen
NordVPN ist die unschlagbare Nummer 1 auf den Markt. Das Unternehmen aus Panama nutzt die dortige gesetzliche Lage, dass gesetzlich keine Daten gespeichert werden müssen. Das Team ist so sehr von der Qualität überzeugt, dass sie sogar eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie anbieten. NordVPN English
3
ExpressVPN
ExpressVPN
Bewertung4,9

ab $8,32

Bestellen
ExpressVPN gehört zu den einzigen VPN-Anbietern am Markt, die sich nach einem Missbrauchsfall einer Untersuchung durch die Regierung ergehen lassen mussten. Das Ergebnis fiel äußerst positiv für den VPN-Anbieter aus, als die Regierung keinerlei Nutzerdaten finden konnte.

ALLE ANBIETER ANSCHAUEN



So hat sich eine Szene entwickelt, die ihren Mitgliedern das Tauschen von brandneuen Schwarzkopien ermöglicht, dabei aber leichter zugänglich ist als die Release-Szene. Die Anforderungen an einen Bewerber hinsichtlich der technischen Kenntnisse und Fertigkeiten sind weitaus geringer. Zwar werden Neuankömmlinge auch hier kritisch beäugt und oft wird als Bewerbung zunächst einmal ein gewisser Upload von Dateien gefordert, um zu beweisen, dass man aktiv zur Szene beitragen möchte. In manche Boards und Crews gelangt man, wie bei den großen Vorbildern auch, nur durch Empfehlungen. Die Hürden, in die Welt der Schwarzkopien aktiv einzutreten, sind jedoch bei weitem nicht mehr so hoch wie bei den Release Groups. Zudem kann man den kleineren FXP-Crews auch leichter beitreten als den großen, etablierten Namen der Szene. Wie in der Berufswelt des „realen“ Lebens, steigen die Chancen aufgenommen zu werden, je mehr Erfahrungen man gesammelt hat und je mehr Referenzen, also bisherige Mitgliedschaften, man bei einer Bewerbung vorweisen kann.

FXP Gruppen

Zahlenmäßig ist die FXP-Szene der Cracker-Szene deutlich überlegen. Es gibt weitaus mehr FXP-Gruppen als Cracking Groups. Völlig selbstständig kann die Szene allerdings nicht funktionieren.

Um an die neusten Warez heranzukommen, muss ein Kontakt zur Release-Szene bestehen. Überschneidungen sind hier aber durchaus vorhanden. Manche Mitglieder von Release Groups haben Freunde im FXP-Bereich oder jemand ist in beiden Bereichen aktiv. So gibt es zum Beispiel einige Mitglieder der FXP-Szene, die über einen der begehrten Zugänge zu  einem FTP-Server der Release-Szene verfügen. Durch sie gelangt quasi jede Schwarzkopie ohne nennenswerte Zeitverzögerung auf weitere Server. Die Mitglieder der FXP-Crews haben darauf nur gewartet. Sie beginnen sofort, die Dateien „weiterzuflashen“. Wie eine Lawine verbreitet sich eine Schwarzkopie so in rasender Geschwindigkeit auf unzählige Quellen im Netz. Die Dateien können nun, je nach Art des Servers und der Anzahl der davon herunterladenden Nutzer, von allen Interessierten mit hoher Geschwindigkeit auf den heimischen PC „gesaugt“ werden.

Die Mitglieder der FXP-Szene sind zumeist Internetnutzer, die von der geheim und elitär erscheinenden Welt der Schwarzkopien fasziniert sind und ein aktiver Teil von ihr sein möchten. Es reicht ihnen nicht, nur ein einfacher Downloader in den Tauschbörsen zu sein. Sie möchten stattdessen aktiv an der Verbreitung von Schwarzkopien teilhaben. Manche sind jedoch auch einfach nur verärgert über die im Vergleich zu FTP-Servern recht langsamen Download-Geschwindigkeit der Filesharing-Tools oder wollen die begehrte Software noch etwas eher als der Gelegenheitskopierer auf ihre Festplatte laden können.

Nach dem Ende der ersten Generation der Schwarzkopierer spaltete sich also die bis dahin recht homogene Szene auf. FTP-Server wurden zum Verbreitungsweg Nr. 1. Die FXP-Szene entstand und Webwarez führten ein intensives, wenngleich auch kurzes Leben. Nach dem Ende der Webwarez erlebten die Filesharing-Programme einen bis heute anhaltenden Boom. Viele ehemalige Webwarez-Nutzer wandten sich aber auch der FXP-Szene zu, die erst dadurch ihren heutigen Einfluss erlangen konnte. Schwarzkopien wandelten sich vom Hobby einiger Computer-Freaks zu einem Massenphänomen.

Antivirus Software Test 2020
Die beste Antivirus Software 2020 Schütze dich vor Datenverlust und Ausspähungen

LISTE ANSCHAUEN


Dr. William Sen

von Dr. William Sen
digitalwelt-Kolumnist für Computersicherheit und Informationsrecht

digitalwelt logo

Dr. William Sen ist Computerexperte seit über 20 Jahren. Er publizierte zahlreiche Bücher und Fachartikel im Bereich Netzsicherheit und Hackerkultur, unter anderem für den heise verlag (c't), taz, WDR Radio, und ist außerdem bekannt durch Auftritte und Rezensionen auf CNBC, Focus, Spiegel, Pro 7, Kabel 1, WDR, NDR, SWR, Handelsblatt, Financial Times, und viele mehr.

William ist Dipl. Inf.-Wirt (TH Köln) und promovierte zum Dr. phil. an der Uni Düsseldorf (Informationswissenschaften). Er lebt und arbeitet in San Diego, Kalifornien.

> Mehr über William


 

Letzte Artikel über Digitale Subkulturen ALLE ARTIKEL ANSCHAUEN

Hinterlasse einen Kommentar: