Amerikanischer Lebenslauf

Der amerikanische Lebenslauf

Die häufigsten Fehler im US-Lebenslauf: Was nicht reingehört

Die wichtigsten Bereiche
In diesem Teil 2, erzähle ich euch, wie was auf keinen Fall in einen amerikanischen Lebenslauf reingehört. Es geht darum Schritt für Schritt den Bewerbungsprozess in den USA zu verstehen. Nicht nur für Menschen, die nach einer amerikanischen Bewerbung suchen, sondern, sondern es ist vor allem auch interessant zu wissen, wie sehr sich doch die amerikanische Arbeitskultur von anderen unterscheidet. Übrigens, der us-amerikanische Lebenslauf nennt sich hier Resume und nicht CV. CV ist hier als Begriff unüblich, damit könnt ihr euch in England, Australien und Neuseeland bewerben. Dieser Fehler wird oft gemacht von Leuten, die nach USA kommen, denn CV ist sonst überall geläufig, aber eben nicht hier in Amerika. In diesem Video erzähle ich euch von mehreren Möglichkeiten einen Job in den USA zu finden. Zum einen spielen die bekannten wie Jobportale wie indeed.com, Google Jobs eine Rolle. In Portalen wie Indeed kann man beispielsweise selbst Lebensläufe, also Resumes, erstellen und darauf warten, bis ein Arbeitnehmer auf diese stößt und sich dann bei euch meldet. Dieser Vorgang verspricht durchaus Erfolg, aber ist dem Zufall überlassen. Monate lang kann also nichts passieren. Vor allem bei Jobs, die nicht sehr gefragt sind und Arbeitnehmer in Fülle vorhanden sind, muss sich hier nicht unbedingt jemand schnell dazu melden. Oft melden sich auch unseriöse Unternehmen, die einem einen Job versprechen, aber dann für die Vermittlung Geld verlangen. Vorsicht ist also gefragt. Die zweite und bevorzugte Methode ist daher, sich aktiv zu bewerben. Ich würde immer empfehlen den eigenen Lebenslauf nicht in diesen Portalen zu hinterlassen, die immer einer Schablone (Template) des Portals angepasst sein müssen. Wenn man seinen Lebenslauf im Jobportal hinterlässt, ist er meines Erachten zu starr und unflexibel. Statt also das eigene Resume immer in diesen Portalen mühselig auszufüllen, empfehle ich ein Job-Angebot zu finden und sich dann mit einem individuellen und auf diese Ausschreibung angepasstem Lebenslauf, zu bewerben. Ich erzähle ich in späteren Videos, warum. Was aber gehört nicht in einen englischen Lebenslauf bzw. amerikanisches Resume:
  1. Foto im Resume

    Mit einem Foto wird man aus dem Bewerbungsprozess garantiert ausgeschlossen! Die Antidiskriminierungsrichtlinien in den USA erlauben es nicht, jemanden aufgrund des Aussehens zu bewerten. Wenn man also bei ein Foto anhängt, wird keiner hier das Risiko eingehen wollen, sich erklären zu müssen, dass man aufgrund des Fotos für oder gegen jemanden entschieden hat. Daher werden diese Resumes bereits beim Uploaden automatisch vom Computer gelöscht, und zwar samt der Bewerbung
  2. Angaben zum Alter im Lebenslauf

    Hierbei gilt das Gleiche wie beim Foto. Niemand darf hier aufgrund seines Alters beurteilt werden
  3. Geburtsland im amerikanischen Lebenslauf

    Diese Angabe ist hier ebenfalls Absolut tabu, denn erneut kommt das Antidiskriminierungsgesetz zum Vorschein. Denn niemand darf aufgrund seiner Herkunft benachteiligt oder bevorzugt werden. Sobald man jedoch sein Geburtsland angibt, ist eine neutrale Bewertung für den Personaler nicht mehr möglich. Gibt man es trotzdem an, wird die Bewerbung nie weitergeleitet.
  4. Nationalität im Lebenslauf

    Auch hier darf bloß nicht die Nationalität erwähnt werden – unabhängig davon, welche ihr habt. Auch dann landet der Resume im Papierkorb.
  5. Angaben zu Eltern

    Angaben wie „Mama: Bäckerin“, „Papa: Ingenieur bei Schmitt und Klo“ gehören nicht in ein Resume. In den USA kennt man solche Angaben auch gar nicht, das ist hier absolut unüblich und unbekannt.
  6. Farben

    Benutze keine Farben im Resume. Ein amerikanisches Resume ist immer schwarz-weiß. Mit diesem Wissen ausgerüstet sollte man jedoch nicht denken: „Super, dann werde ich der erste sein und damit auffallen“. Diese Rechnung geht allerdings nicht auf. Ihr werdet bei der Bewertung abfallen, nicht auffallen. So wieder Kölner sagt: „et is wie et is“ oder wie wir hier sagen: „it is how it is“!
  7. Ausgefallenes Design

    Tatsächlich ist ein Resume hier sehr konservativ. Daher das Resume nicht mit Grafiken, Verschönerungen und anderen Verzierungen ausschmücken. Selbst ein Telefon-Logo vor der Rufnummer, ist hier absolut unüblich. Selbst wenn ich mich für ein extrem innovatives Designerunternehmen bewerbe. Hier in den USA möchte man immer ein schlichtes, einfaches und leicht überschaubares Resume. Man sollte also nicht versuchen durch Design aufzufallen. Außergewöhnliche Desings im Resume sieht man hier gar nicht gern. Am besten mag man es hier, wenn alle Resumes gleich aussehen. So hat der Personaler am wenigsten Arbeit. Wer einen ausgefallenen Resume abgibt, sollte also nicht annehmen, dass das positiv ankommt, weil man sich von den anderen dadurch abhebt. Im Gegenteil: Der Personaler wird denken, dass Du nicht mal weißt, wie man einen Resume erstellt.
  8. Religion im Resume

    Auch relativ klar. Wieder kommt hier das Antidiskriminierungsgesetz zum Einsatz. Hat man seine Religion angegeben, kann nun der Personaler die Bewerbung nicht mehr weiterbearbeiten. Auch Angaben wie „Atheist“ oder „Agnostiker“ gehören nicht hinein. Das Thema Religion wird während der Bewerbungsphase auf keinen Fall thematisiert.
  9. Politische Affinitäten

    Vorsicht bei Bewerbern, die ehrenamtlich oder sonstwie für eine politische Partei gearbeitet haben. Politik hat hier in den USA im Resume nichts verloren.
  10. Gehaltsvorstellungen

    Das ist durchaus ein wichtiges Thema. Diese Angabe hat aber in einem Resume nichts verloren, sondern ist evtl. ein Thema im Anschreiben, beim Ausfüllen von Formularen oder bei einem Gespräch.
  11. Ältere Jobs

    Jobs, die mehr als 15 Jahre zurückliegen, sind hier für den Amerikaner unbrauchbar. Angaben wie „1968: Kassiererin bei Bummelsmann“ wäre ein klares Abwertungskriterium. Hier interessiert es wirklich niemanden, was du vor 20 Jahren gemacht hast. Meisten zählen immer nur die letzten 15 Jahre. Hinzu kommt, dass man auch keine irrelevanten Jobexpertisen dort erwähnen sollte. Wenn es nicht zum Job passt, für den man sich bewirbt, versucht es irgendwie umzuformulieren oder auszulassen.

Weitere Tipps für das Resume

Man sollte nicht versuchen seinen deutschen Lebenslauf auf englisch zu übersetzen, sondern ein komplett neues mit den Eigenarten der amerikanischen Sprache komplett neu anzufangen. Ich empfehle außerdem nicht eine Vorlage eines englischen Lebenslaufs einfach zu übernehmen, sondern etwas eigenes zu schaffen mit kleinen Unterschieden. Bei der Suche in Suchmaschinen sollte man statt dem Term „CV Vorlage“ oder „CV Beispiele“ lieber die amerikanischen Terme benutzen, also beispiel „Resume Example“. In meinem nächsten Video erzähle ich euch, wie ein Resume nun aussehen muss.

Fragen & Antworten zur Jobsuche in USA

Dieses FAQ habe ich aus den Kommentaren der YouTuber ausgelesen
  • Wie kann ich unter diesen Bedingungen einen US-Arbeitgeber überzeugen, dass ich als Deutscher die Unterstützung des Unternehmens für ein Visum benötige. – Wie bei allen Job-Bewerbungen folgt die HR leider sehr einfachen Mustern und wählt den einfachsten Weg, einen Kandidaten auszuwählen. Daher wirst Du es sehr schwer haben über die einfachen Job-Bewerbungsportale ohne Visum einen Arbeitgeber zu finden. Es gibt dennoch sehr viele Arbeitgeber, die dazu durchaus bereit sind. Die Frage hierbei ist, wie finde ich diese? Das ist ein langes Thema und dazu werde ich auch mal ein Video drehen. Aber vorab gesagt, das sind die Inhalte: Persönliche Kontakte knüpfen, diese Unternehmen an den richtigen Stellen suchen, und bestimmte Veranstaltungen besuchen. – Auf LinkedIn ist es üblich ein Foto einzustellen. Sollte man das lieber lassen, wenn man von einem amerikanischen Headhunter gefunden werden möchte? – LinkedIn stellt eine Ausnahme dar. In USA wird man sehr oft durch LinkedIn abgeworben und daher gehört ein gutes Foto zu einem LinkedIn-Profil auf jeden Fall dazu. LinkedIn wird nicht als Jobbörse betrachtet und somit auch das Profil nicht als Resume angesehen.
 

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