Gecrackte Software vs Original

Raubkopierte Software besser als das Original?

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Gecrackte Software

Viele Cracking Groups spezialisierten sich in der Folge auf bestimmte Softwarehersteller, die ihren Kopierschutz immer an der gleichen Stelle oder nach ähnlichen Mustern ansetzten.

Auch wenn Hersteller Produkte in großer Zahl veröffentlichten, machten es sich die Gruppen zur Aufgabe, sie alle binnen kürzester Zeit, meist innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung, zu cracken und zu verbreiten.

Als der Wettbewerb zwischen den Cracking Groups immer größer wurde, gingen die Cracker einen Schritt weiter: Mit dem Knacken des Kopierschutzes war die Arbeit nicht mehr getan. Sie bauten in die Spiele sogenannte Trainer ein, die es den Spielern ermöglichten, weitere Optionen wie „Unendliches Leben“, „Beliebige Levels überspringen“ und ähnliches einzustellen. Zudem massten sich die Cracking Groups an, die Software der Hersteller zu optimieren und auch Programmfehler, sogenannte Bugs, zu korrigieren. Die gecrackten Versionen waren so im Vergleich zur Originalsoftware stabiler und weniger fehleranfällig. Mit den Worten „cracked, trained and bugfixed“ versuchten die Cracking Groups, sich von anderen Gruppen durch die Qualität ihrer Cracks zu unterscheiden. Viele konnten sich auf diese Weise in der Szene Respekt verschaffen.

Kooperationen zwischen Cracking Groups waren keine Seltenheit. Viele Gruppen waren aufgrund ihrer Größe über die ganze Welt verteilt. Sie veröffentlichten gemeinsam mit anderen Gruppen und versuchten durch die Verbindung zweier Namen bekannter zu werden. Mitglieder von zwei oder mehr Gruppen schlossen sich oft zu einer weiteren Cracking Group zusammen, während die anderen beiden noch aktiv agierten. Diese sogenannten Splits, die immer häufiger wurden, trugen dazu bei, dass sich die Cracking Groups wie bei der Zellteilung vermehrten.

Die 80er sind die Blütezeit der Cracker

Durch die Entstehung neuer Computerplattformen stieg Mitte der 80er Jahre die Nachfrage nach Software erheblich. Immer mehr Programme, zum Teil mit verbesserten Kopierschutzmechanismen, kamen auf den Markt. Die Software begann zunehmend die Qualität des Computers zu bestimmen. Mit dieser Entwicklung wurden die Cracking Groups noch größer und organisierter. Immer mehr Mitglieder wollten sich der Herausforderung stellen, einen Kopierschutz zu knacken.

Bald war nicht mehr nur die Rede von einzelnen Cracking Groups, sondern von einer „Szene“. Wie bei den Hackern entstand ein eigener Szenejargon, der bis heute lebendig ist und sich fortwährend weiterentwickelt. Nicht zuletzt aufgrund der gemeinsamen Sprache empfanden sich die Cracker als verschworene Gemeinschaft.

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Jan Krömer und Dr. William Sen sind u. a. Autoren des Buchs "NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie" - erschienen im Klett-Cotta Verlag. Das Buch sorgte vor allem in Deutschland für Aufklärung für das Verständnis für Raubkopien und untersuchte kritisch das gesellschaftliche und auch ökonomische Grundverständnis für "die Kopie".

Das Buch NO COPY ist kostenlos online verfügbar.

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