Startschuss

Geheimdienst gründet das Internet aus Not heraus

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Das Internet hat sich nicht einfach von gestern auf heute verselbständigt. Vielmehr wurde es bewusst als freies Medium geschaffen. In einer Kooperation der Universität MIT und des US-Verteidigungsministeriums wurde 1962 der Vorläufer des Internets mit dem Namen ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) gestartet. Die Idee hierzu war aus der Not geboren. Im Falle eines atomaren Erstschlags während des Kalten Krieges hätten die NATO-Kräfte weiterhin ein Kommandonetzwerk benötigt, das alle militärischen Einrichtungen miteinander verbindet. Ein dezentrales Netzwerk sollte dafür sorgen, dass selbst bei größten Verwüstungen die Kommunikation aufrechterhalten werden konnte. Um keinen zentralen Knotenpunkt als Schwachstelle zu bieten, sollte das perfekte Kommunikationssystem dezentral sein. Von diesem Gedanken geleitet, wurde schließlich ein System initiiert, das aus mehreren verbundenen Stützpunkten bestand. Keine der Einheiten des Netzwerks erhielt zentrale Autorität oder Steuerungsaufgaben, alle sollten eigenständig funktionieren können.

Das Resultat war das erste dezentrale Computernetzwerk der Welt. Es bestand aus den vier Universitäten Stanford Research Institute, University of Utah, University of California in Los Angeles und der University of California in Santa Barbara.

Die dezentrale Struktur des ARPANET erlaubte eine schnelle und effiziente Ausdehnung. 1972 waren aus den vier Knotenpunkten bereits 37 geworden. 1984 bestand das Netzwerk aus über 1.000 Knoten, und Anfang der 90er Jahre wurde die Millionengrenze überschritten. Mittlerweile ist die Anzahl der Knotenpunkte auf mehr als 500 Millionen gewachsen.

Der aus dieser Zeit stammende Gedanke der Dezentralisierung und des freien Austauschs von Informationen prägte daher von Anfang an die Entwicklung des modernen Internets. Selbst die zugrundeliegende Software wurde als lizenzfreies Gut vertrieben. Die Internettechnologie namens „Transfer Control Protocol/Internet Protocol“ (TCP/IP), die die Kommunikation im Internet überhaupt erst möglich macht, unterliegt keinen Lizenzbeschränkungen. Sie wurde von der University of Southern California für das Geheimdienstprojekt DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) entwickelt und 1981 freigegeben. Bis heute gibt es im Internet keine zentrale Kontrollinstanz.

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Jan Krömer und Dr. William Sen sind u. a. Autoren des Buchs "NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie" - erschienen im Klett-Cotta Verlag. Das Buch sorgte vor allem in Deutschland für Aufklärung für das Verständnis für Raubkopien und untersuchte kritisch das gesellschaftliche und auch ökonomische Grundverständnis für "die Kopie".

Das Buch NO COPY ist kostenlos online verfügbar.

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