Softwareabfänger

Trotz Cracks und gefälschter Seriennummern lassen sich laut Herstellern nicht alle Bestandteile einer Software kopieren. Wer eine legale Software erwirbt, so heißt es, erwirbt dadurch nicht nur das Programm selbst, sondern auch die ganze Bandbreite einer guten Serviceleistung. Mit dem Kauf versprechen zahlreiche Anbieter gedruckte Handbücher, Telefon-Hotlines, Beratung und einiges mehr. Die wichtigste Dienstleistung ist dabei die kostenlose Programmaktualisierung. Einige Hersteller erlauben ihren Anwendern eine direkte Erneuerung oder Verbesserung ihres Produktes übers Internet. Der Umfang eines solchen Updates ist dabei unterschiedlich. Der Hersteller hat beispielsweise die Möglichkeit, Fehler, die sich in die Publikation eingeschlichen haben, im Nachhinein durch Aktualisierungen zu verbessern. Hierbei kommt es zwangsläufig zu einer Datenverbindung zwischen Anwender und Anbieter. Dabei überprüft der Hersteller meist, ob die Software eine gültige Lizenz beziehungsweise Seriennummer besitzt. Ist dies nicht der Fall, wird die Aktualisierung verweigert.

Aber auch dieses Hindernis umgehen Cracker. Selbst wenn eine der gesammelten Seriennummern auf einer Art „Schwarzen Liste“ des Anbieters geführt wird und dieser die Aktualisierung abbricht, findet sich rasch ein anderer Schlüssel. Sogar mit verschiedenen gecrackten Versionen von Windows XP lassen sich problemlos Aktualisierungen übers Internet vornehmen. Für die Hersteller scheint es nicht möglich zu sein, alle Seriennummern auf ihre Gültigkeit zu überprüfen, geschweige denn alle illegal in der Crackerszene verwendeten Seriennummern aufzuspüren. Allein die Eingabe von „Windows XP Crack“ ergibt bei der Suchmaschine Google über 2,7 Millionen Treffer.

Mitunter fangen Cracker mit speziellen Programmen die Online-Übertragung der Aktualisierung ab. Hier ist die Arbeit des Crackers eher mit der eines Hackers zu vergleichen, denn es wird nichts gecrackt, es werden Daten aus einer Verbindung ausgelesen. Die Cracker legen dann die Daten, die zur Aktualisierung übertragen werden, auf ihren Computern ab. Abschließend schmücken sie sie mit ihrem Gruppennamen und verbreiten sie über eigene Quellen. So muss der Benutzer der Schwarzkopien keine Verbindung mehr zur Website des Herstellers aufnehmen, um ein Update zu erhalten.


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