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Die TV-Serie im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit

von Michael Scheyer

 

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Waren die Grenzen der Kulturen vor dem Internet-Kommunikationszeitalter formal relativ deutlich über Landesgrenzen abgesteckt, so verwischen diese heutzutage durch den globalen Handel immer mehr.

Wirtschaftsmärkte funktionieren gegenwärtig fast nur noch global. Um diesen ökonomischen Bedürfnissen zu begegnen, werden immer mehr Menschen darin ausgebildet, Fremdsprachen zu beherrschen und sich in den fremden Kulturen zurechtzufinden. Dies gilt nicht nur für Vertreter großer Unternehmen, sondern auch für jeden Kleinunternehmer, der internationale Geschäftsbeziehungen pflegt. Das Internet macht es jedem Menschen möglich, am internationalen Handel auf einfache Weise teilzunehmen.

Doch nicht nur Handelswaren werden international ausgetauscht, auch kulturelle Güter stoßen auf ein globales Interesse. Der Austausch von Musik, Literatur oder Filmen nahm dank der Informations- und Kommunikationskanäle weltweit zu. Außerdem teilen Blogger die Gedanken und Emotionen ihrer Kultur mit der Welt.

Wie sich kulturelle Grenzen über Landesgrenzen hinweg setzen und auf ein globales Interesse stoßen können, zeigt der letzte Präsidentschaftswahlkampf der USAmerikaner. In den Medien ist immer häufiger von einem global geführten Wahlkampf des Siegers Barack Obama die Rede. Es soll betont werden, dass es eine Spekulation ist, aber angesichts der höchst effizienten Nutzung sämtlicher global verfügbaren Medienkanäle drängt sich der Eindruck auf, als wäre der Wahlkampf Barack Obamas nicht nur national, sondern auch bewusst international geführt worden. Denn das Echo der Welt könnte einen Einfluss auf die Wahlentscheidung der US-Amerikaner gehabt haben. Und angesichts der enormen Resonanz, die dieser Wahlkampf global entfachte, fällt es einem schwer, nicht an einen global antizipierten Wahlkampf zu denken. Doch dies zeigt nicht nur, dass es möglich ist, einen Wahlkampf global zu führen. Es zeigt auch, dass es ein breites Bedürfnis an transkultureller Information gibt. Natürlich hängt das Interesse an diesem Präsidentschaftswahlkampf mit mehreren Faktoren zusammen, bestimmt auch mit dem global sehr unbeliebten bisherigen Amtsinhaber George W. Bush. Und bestimmt auch mit der historischen Tatsache, dass zum ersten Mal ein Farbiger zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Aber das beweist nur, dass es ein kulturübergreifendes Interesse gibt und dass das Internet dem transkulturellen Austausch zu einer neuen Praxis verhalf.

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