Abgrenzung

In Zusammenhang mit der Entwicklung des Begriffs Begriff „Hackerkultur“ wird in dieser Forschungsarbeit nicht näher auf den Begriff „Kultur“ eingegangen. Eine Auseinandersetzung mit diesem Begriff (beispielsweise unter deskriptiven, historischen, psychologischen, soziologischen, sozialphilosophischen Aspekten) ist nicht Thema dieser Arbeit, da in diesem Fall Ansätze zur Systematisierung unterschiedlicher Kulturkonzepte mit dem Verständnis der „Kultur der Hacker“ (oder der „Kultur des Netzes“ im Kapitel Netzkultur) in Zusammenhang zu bringen wären, und zu klären wäre, inwiefern Vergleiche von gewissen Leistungswerten (des sogenannten bürgerlichen Wertesystems) mit den Werten der Hacker gezogen werden können, was den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Vielmehr wird „Hackerkultur“ als Begriff genutzt, der seit Jahrzehnten sowohl von Hackern als auch von Beobachtern dieser Gemeinschaft verwendet wird, um die Gemeinschaft der Hacker mit ihren Wertevorstellungen und Normen zu beschreiben.

Diese Forschungsarbeit befasst sich vor allem mit der nicht-kommerziellen Erstellung, Verbreitung und Benutzung von Raubkopien seitens einer organisierten Raubkopierer-Szene, die sich seit den 80er Jahren als „Szene“ bezeichnet. Der Begriff „Szene“ wird somit in dieser Forschungsarbeit synonym zum Begriff „organisierte Raubkopierer“ im Sinne einer Gemeinschaft benutzt, die es sich zum Hobby gemacht hat, Raubkopien zu erstellen und zu verbreiten, und bezeichnet darüber hinaus Personengruppen, die eine Minderheiten-Gesellschaft darstellen, „die ein Wir-Gefühl entwickelt haben und über das gemeinsame Interesse etc. hinausgehende kulturelle Merkmale entwickelt haben“.[1] Im späteren Verlauf der Forschungsarbeit wird „Szene“ auch als Abkürzung für verschiedene Raubkopierer-Szenen stehen.

Der Handel mit Raubkopien, zum Beispiel über Internet-Auktionshäuser oder Flohmärkte ist nicht Gegenstand dieser Forschungsarbeit. Ebenso wird nicht tiefer auf die rechtlichen Grundlagen des Raubkopierens eingegangen.

Nicht-organisierte Raubkopierer, die aus Gründen der privaten Nutzung und des privaten Tauschs Raubkopien erstellen und verbreiten, werden in dieser Arbeit „Gelegenheitskopierer“ genannt.

An mehreren Stellen dieser Forschungsarbeit wird der Begriff „Industrie“ (bzw. „Musikindustrie“ u. ä.) in einem bewusst verallgemeinernden Kontext benutzt. Dies stellt eine der Vereinfachung dienende Zusammenfassung von Rechteinhabern oder Verkäufern bestimmter Güter dar.


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Szene_%28Soziologie%29 (Stand: 06.03.2006).

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