Das erste Hackertreffen findet in einer Garage statt

Computer Meeting Homebrew Computer Club

Fred Moore, ein begeisterter Anhänger der Hackerkultur, kam schließlich auf die Idee, die Computerfans zu einem gemeinsamen Forum in seine Garage einzuladen.

Daraus entstand der „Homebrew Computer Club“, ein Hackerverein, dem sich später Hunderte von Mitgliedern anschlossen, die zu regelmäßigen Treffen zusammenkamen.[1] Auf der Tagesordnung standen Themen rund um den Computer und das Programmieren. Im Vordergrund standen die soziale Komponente der Hackerkultur und der Gedanke, die eigene Software im Erfahrungsaustausch mit anderen weiter zu entwickeln, um neue Erkenntnisse für Gesellschaft und Technik zu gewinnen. Die Leidenschaft ihres Handelns prägte die damaligen Begeisterten. Entgegen des gängigen Wirtschaftsmodells überließen die ersten Hacker ihre Arbeit kostenlos anderen Programmierern, damit diese sie nutzen, testen und weiterentwickeln konnten.[2] Mit dieser Art des offenen Austauschs von Informationen erschufen sie unbewusst eine neue Bewegung der Hacker. Freie Software und der freie Austausch von Informationen wurden als genauso selbstverständlich angesehen, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Hacker teilten eine Vision, in der sie ihre Begeisterung für Technik auf alle Menschen übertragen wollten.

Die Industrie hatte dagegen eine andere Vorstellung von Wirtschaftlichkeit und Begeisterung. Thomas Watson, früherer Präsident von IBM, behauptete, dass es auf dem Weltmarkt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern gäbe.[3] In den 1970er Jahren sagte Ken Olsen, Mitbegründer der Digital Equipment Corporation, dass er keinen Grund sehe, warum jemand einen Computer zu Hause haben wolle.[4] Trotz solcher Äußerungen hielten die Hacker an ihrer Idee von einer digitalen Zukunft fest. Mit der Zeit entwickelte sich der Homebrew Computer Club zu einem einflussreichen Verein, dessen Mitglieder zukunftsweisende Ideen hervorbrachten. Einige der Hacker entwickelten sich zu ernstzunehmenden Geschäftsleuten. Sie glaubten trotz aller Zweifel von Außenstehenden daran, nicht nur einen gesellschaftlichen, sondern auch einen neuen wirtschaftlichen Trend entdeckt zu haben.[5]


[1] Vgl. Gröndahl 2000, S. 58.
[2] Ebd., S. 59.
[3] Vgl. Freiberger; Swaine 1984, S. 3.
[4] Vgl. Trygstad 1999.
[5] Vgl. Gröndahl 2000, S. 59 f.

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