NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Sowohl die organisierte Szene der Raubkopierer als auch die Masse der Gelegenheitskopierer scheinen von den bisherigen Maßnahmen der Rechteinhaber nicht entscheidend beeinflusst worden zu sein. Die Unterhaltungsbrache, vor allem die Musikindustrie, beklagt nach wie vor den Einfluss des illegalen Brennens und Downloadens auf ihre Umsätze: „Der Musikmarkt hat in den letzten Jahren Umsatzeinbußen von mehr als 40% hinnehmen müssen. Ursache hierfür sind die ungebremste Ausweitung privater Vervielfältigungen durch neue digitale Technologien sowie die durch das Internet ausgelöste Flutwelle von Piratierie [sic]“.[1]

Angesichts der seit Jahren steigenden Zahl bespielter CD- und DVD-Rohlinge[2] und einer stetig steigenden Nutzung der Internet-Tauschbörsen[3] erscheint es daher fraglich, ob die bisherigen Maßnahmen der Rechteinhaber aufrechterhalten bzw. noch ausgeweitet werden sollten. Es lassen sich vielmehr alternative Maßnahmen erkennen, die für die Rechteinhaber Optionen für einen wirksameren Umgang der Raubkopierern sein könnten. Dabei muss betrachtet werden, dass diese Maßnahmen sowohl Auswirkungen auf die organisierte Szene der Raubkopierer als auch auf die breite Masse der Gelegenheitskopierer haben. Die Szene ist jedoch generell nur schwer durch Maßnahmen der Rechteinhaber zu erreichen, da sie das Releasen von Software, Filmen, Musik oder Büchern als Wettkampf und als Hobby ansieht und es ungeachtet gesetzlicher Regelungen oder Strafverfolgung betreibt. Eine größere Wirkung könnten die Maßnahmen auf Seiten der Gelegenheitskopierer haben. Insgesamt zeigen sich vier Punkte, an denen der Umgang der Unterhaltungsindustrie, vor allem der Musik- und Filmbranche, mit der „Problematik Raubkopien“ (sowohl auf Seiten der Szene als auch der Gelegenheitskopierer) wirksamer gestaltet werden könnte.

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Jan Krömer und Dr. William Sen sind u. a. Autoren des Buchs "NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie" - erschienen im Klett-Cotta Verlag. Das Buch sorgte vor allem in Deutschland für Aufklärung für das Verständnis für Raubkopien und untersuchte kritisch das gesellschaftliche und auch ökonomische Grundverständnis für "die Kopie".

Das Buch NO COPY ist kostenlos online verfügbar.

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1. Einleitung
1.1. Einleitung
1.2. Zielsetzung
1.3. Abgrenzung
1.4. Aufbau


2. Begriffsdefinitionen
2.1. Netzkultur
2.2. Hacker
2.3. Hackerkultur
2.4. Informationsgesellschaft
2.5. Raubkopie


3. Hacker und Raubkopierer in der Informationsgesellschaft
3.1. Informationsgesellschaft
3.1.1. Geschichte der Informationsgesellschaft
3.1.2. Bedeutung der Informationsgesellschaft
3.1.3. Information als Wirtschaftsgut
3.2. Strukturen der Erstellung und Verbreitung von Raubkopien


4. Typen von Raubkopierern
4.1. Release-Szene
4.2. FXP-Szene
4.3. Filesharing-Nutzer


5. Verbreitungswege der Raubkopien
5.1. Warez
5.2. MP3z
5.3. Moviez
5.4. eBookz


6. Bild der Raubkopierer in der Öffentlichkeit
6.1. Raubkopierer in den Medien
6.2. Schadenszahlen in der Öffentlichkeit


7. Formulierung der Thesen
7.1. These A: Die heutige Informationsgesellschaft ist von der Hackerkultur geprägt.
7.2. These B: Raubkopien sind das Produkt einer von der Hackerkultur geprägten Gesellschaft.
7.3. These C: Raubkopierer handeln destruktiv.
7.4. These D: Raubkopierer betrachten Raubkopieren nicht als kriminelles Vergehen.


8. Entstehung der Hacker
8.1. Die ersten Hacker (ab 1955)
8.2. Faszination der Software (1960 – 1975)
8.3. Entstehung der Hackerkultur (1975 – 1980)
8.4. Erste Gruppierungen von Hackern
8.5. Kommerzialisierung der Hardware
8.6. Kommerzialisierung der Software


9. Entstehung der Raubkopierer-Szene
9.1. Entstehung der ersten Cracker (1982 – 1999)
9.2. Die erste Generation
9.3. Cracking Groups
9.4. Qualität der gecrackten Software
9.5. Mitgliederzahl der ersten organisierten Raubkopierer-Szene
9.6. Verbreitung der Raubkopien
9.7. Entwicklung der 2. Generation


10. Elemente der Netzkultur
10.1. Die Idee des Teilens von Software
10.2. Freie-Software-Bewegung
10.3. Open-Source-Bewegung


11. Selbstregulierung statt Kontrolle
11.1. Internet als dezentrales u. freies Netzwerk
11.2. Selbstregulierende Projekte im Internet
11.2.1. Wiki-Konzept und Wikipedia
11.2.2. Open Source Directory Project (ODP) und Weblogs


12. Hacker-Ethik
12.1. Feindbilder der Hacker
12.2. Feindbild IBM
12.3. Feindbild Post


13. Konstruktive Destruktion
13.1. Demontage
13.2. Verbesserung
13.3. Kreation


14. Fazit Netzkultur


15. Verhaltenspsychologische Aspekte
15.1. Motivationsfaktoren der organisierten Raubkopierer-Szene
15.2. Motivationsfaktoren der Gelegenheitskopierer


16. Zusammenfassende Bewertung der Thesen
16.1. These A
16.2. These B
16.3. These C
16.4. These D


17. Optionen der Rechteinhaber für einen wirksameren Umgang mit Raubkopierern
17.1. Juristische Mittel
17.2. Kopierschutzmaßnahmen
17.3. Illegale Download-Angebote
17.4. Öffentlichkeitsarbeit
17.5. Resümee


18. Fazit
Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Danksagung


[1] Spiesecke 2006.
[2] Vgl. N.n. 2005 (n), S. 7.
[3] Vgl. Mennecke 2005 (a).

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