NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Das Prinzip der Schaffung eines Mehrwertes des Originals gegenüber der Kopie gilt auch für legale Download-Portale, also für die aktuellen Online-Shops für Musik und für die sich in Planung befindlichen Angebote der Filmindustrie.

Die Tauschbörsen, über die vorwiegend rechtswidrig Dateien getauscht werden, bieten dem Nutzer eine große Auswahl, eine einfache Handhabung und Dateien ohne Kopierschutzverfahren. Da die legalen Angebote zu den illegalen Angeboten in direkter Konkurrenz stehen, sind eine große Auswahl an Downloads und eine einfache Bedienbarkeit für sie unabdingbar. Zudem muss ihr Angebot möglichst frei von Einschränkungen sein. Dies war lange Zeit nicht der Fall. Die ersten legalen Downloadportale der großen Plattenfirmen starteten erst 2001, also zwei Jahre nach dem Start der Tauschbörse Napster, und sie wurden von der Öffentlichkeit kaum genutzt.[1] „Zu gering war das Angebot, zu hoch der Preis und die Restriktionen hinsichtlich der Brennbarkeit der gekauften Songs“.[2] Auch in den Jahren danach war die Qualität der illegalen Tauschbörsen höher als die der legalen Angebote. In einem Vergleichtest des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ im Jahr 2004 konnte nur ein Downloadportal die aktuelle Top 10 der Singlecharts anbieten: Die zumeist illegal genutzte Tauschbörse Kazaa.[3]

Ein Blick auf Apples „iTunes Music Store“ zeigt, wie sich Zugeständnisse an die Konsumenten positiv auswirken können. iTunes hielt bereits ein Jahr nach seinem Start einen Marktanteil von 70% bei den kostenpflichtigen Musik-Downloads.[4] Ein möglicher Grund hierfür sind die vergleichsweise großzügigen Kopierrechten: das Überspielen der Songs auf iPods und das Brennen von Liedern auf CDs ist unbegrenzt möglich. Den Wunsch nach freier Verwendbarkeit der Downloads belegen auch Buxmann, Pohl, Johnscher und Strube. 72,7% aller von ihnen Befragten halten es für sehr wichtig, dass gekaufte Musiktitel uneingeschränkt weiterverwendet und auf CDs gebrannt werden können, weitere 20,5% für wichtig.[5]

Zurzeit kann das Angebot der legalen Download-Portale aber nicht mit den illegalen Angeboten mithalten. Auch iTunes weist einige Beschränkungen auf. Die Musikdateien lassen sich nur auf dem Computer und auf Apples tragbarem MP3-Player iPod anhören. Auf dem Rechner ist zudem die Benutzung eines speziellen Apple-Abspielprogramms erforderlich. Der Download-Shop musicload weist je nach Titel verschiedene Kopier- und Brennbegrenzungen auf.

NO COPY

von Jan Krömer und William Sen
Buchautoren und Journalisten

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Jan Krömer und Dr. William Sen sind u. a. Autoren des Buchs "NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie" - erschienen im Klett-Cotta Verlag. Das Buch sorgte vor allem in Deutschland für Aufklärung für das Verständnis für Raubkopien und untersuchte kritisch das gesellschaftliche und auch ökonomische Grundverständnis für "die Kopie".

Das Buch NO COPY ist kostenlos online verfügbar.

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1. Einleitung
1.1. Einleitung
1.2. Zielsetzung
1.3. Abgrenzung
1.4. Aufbau


2. Begriffsdefinitionen
2.1. Netzkultur
2.2. Hacker
2.3. Hackerkultur
2.4. Informationsgesellschaft
2.5. Raubkopie


3. Hacker und Raubkopierer in der Informationsgesellschaft
3.1. Informationsgesellschaft
3.1.1. Geschichte der Informationsgesellschaft
3.1.2. Bedeutung der Informationsgesellschaft
3.1.3. Information als Wirtschaftsgut
3.2. Strukturen der Erstellung und Verbreitung von Raubkopien


4. Typen von Raubkopierern
4.1. Release-Szene
4.2. FXP-Szene
4.3. Filesharing-Nutzer


5. Verbreitungswege der Raubkopien
5.1. Warez
5.2. MP3z
5.3. Moviez
5.4. eBookz


6. Bild der Raubkopierer in der Öffentlichkeit
6.1. Raubkopierer in den Medien
6.2. Schadenszahlen in der Öffentlichkeit


7. Formulierung der Thesen
7.1. These A: Die heutige Informationsgesellschaft ist von der Hackerkultur geprägt.
7.2. These B: Raubkopien sind das Produkt einer von der Hackerkultur geprägten Gesellschaft.
7.3. These C: Raubkopierer handeln destruktiv.
7.4. These D: Raubkopierer betrachten Raubkopieren nicht als kriminelles Vergehen.


8. Entstehung der Hacker
8.1. Die ersten Hacker (ab 1955)
8.2. Faszination der Software (1960 – 1975)
8.3. Entstehung der Hackerkultur (1975 – 1980)
8.4. Erste Gruppierungen von Hackern
8.5. Kommerzialisierung der Hardware
8.6. Kommerzialisierung der Software


9. Entstehung der Raubkopierer-Szene
9.1. Entstehung der ersten Cracker (1982 – 1999)
9.2. Die erste Generation
9.3. Cracking Groups
9.4. Qualität der gecrackten Software
9.5. Mitgliederzahl der ersten organisierten Raubkopierer-Szene
9.6. Verbreitung der Raubkopien
9.7. Entwicklung der 2. Generation


10. Elemente der Netzkultur
10.1. Die Idee des Teilens von Software
10.2. Freie-Software-Bewegung
10.3. Open-Source-Bewegung


11. Selbstregulierung statt Kontrolle
11.1. Internet als dezentrales u. freies Netzwerk
11.2. Selbstregulierende Projekte im Internet
11.2.1. Wiki-Konzept und Wikipedia
11.2.2. Open Source Directory Project (ODP) und Weblogs


12. Hacker-Ethik
12.1. Feindbilder der Hacker
12.2. Feindbild IBM
12.3. Feindbild Post


13. Konstruktive Destruktion
13.1. Demontage
13.2. Verbesserung
13.3. Kreation


14. Fazit Netzkultur


15. Verhaltenspsychologische Aspekte
15.1. Motivationsfaktoren der organisierten Raubkopierer-Szene
15.2. Motivationsfaktoren der Gelegenheitskopierer


16. Zusammenfassende Bewertung der Thesen
16.1. These A
16.2. These B
16.3. These C
16.4. These D


17. Optionen der Rechteinhaber für einen wirksameren Umgang mit Raubkopierern
17.1. Juristische Mittel
17.2. Kopierschutzmaßnahmen
17.3. Illegale Download-Angebote
17.4. Öffentlichkeitsarbeit
17.5. Resümee


18. Fazit
Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Danksagung


[1] Vgl. Röttgers 2003 (a), S. 50 f.
[2] Buxmann; Pohl 2004, S. 511.
[3] Vgl. Patalong; Dambeck 2004.
[4] Vgl. Patalong 2004 (b).
[5] Vgl. Buxmann; Pohl; Johnscher; Strube 2005, S. 124.

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