Das Prinzip der Schaffung eines Mehrwertes des Originals gegenüber der Kopie gilt auch für legale Download-Portale, also für die aktuellen Online-Shops für Musik und für die sich in Planung befindlichen Angebote der Filmindustrie.

Die Tauschbörsen, über die vorwiegend rechtswidrig Dateien getauscht werden, bieten dem Nutzer eine große Auswahl, eine einfache Handhabung und Dateien ohne Kopierschutzverfahren. Da die legalen Angebote zu den illegalen Angeboten in direkter Konkurrenz stehen, sind eine große Auswahl an Downloads und eine einfache Bedienbarkeit für sie unabdingbar. Zudem muss ihr Angebot möglichst frei von Einschränkungen sein. Dies war lange Zeit nicht der Fall. Die ersten legalen Downloadportale der großen Plattenfirmen starteten erst 2001, also zwei Jahre nach dem Start der Tauschbörse Napster, und sie wurden von der Öffentlichkeit kaum genutzt.[1] „Zu gering war das Angebot, zu hoch der Preis und die Restriktionen hinsichtlich der Brennbarkeit der gekauften Songs“.[2] Auch in den Jahren danach war die Qualität der illegalen Tauschbörsen höher als die der legalen Angebote. In einem Vergleichtest des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ im Jahr 2004 konnte nur ein Downloadportal die aktuelle Top 10 der Singlecharts anbieten: Die zumeist illegal genutzte Tauschbörse Kazaa.[3]

Ein Blick auf Apples „iTunes Music Store“ zeigt, wie sich Zugeständnisse an die Konsumenten positiv auswirken können. iTunes hielt bereits ein Jahr nach seinem Start einen Marktanteil von 70% bei den kostenpflichtigen Musik-Downloads.[4] Ein möglicher Grund hierfür sind die vergleichsweise großzügigen Kopierrechten: das Überspielen der Songs auf iPods und das Brennen von Liedern auf CDs ist unbegrenzt möglich. Den Wunsch nach freier Verwendbarkeit der Downloads belegen auch Buxmann, Pohl, Johnscher und Strube. 72,7% aller von ihnen Befragten halten es für sehr wichtig, dass gekaufte Musiktitel uneingeschränkt weiterverwendet und auf CDs gebrannt werden können, weitere 20,5% für wichtig.[5]

Zurzeit kann das Angebot der legalen Download-Portale aber nicht mit den illegalen Angeboten mithalten. Auch iTunes weist einige Beschränkungen auf. Die Musikdateien lassen sich nur auf dem Computer und auf Apples tragbarem MP3-Player iPod anhören. Auf dem Rechner ist zudem die Benutzung eines speziellen Apple-Abspielprogramms erforderlich. Der Download-Shop musicload weist je nach Titel verschiedene Kopier- und Brennbegrenzungen auf.


[1] Vgl. Röttgers 2003 (a), S. 50 f.
[2] Buxmann; Pohl 2004, S. 511.
[3] Vgl. Patalong; Dambeck 2004.
[4] Vgl. Patalong 2004 (b).
[5] Vgl. Buxmann; Pohl; Johnscher; Strube 2005, S. 124.

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