Entstehung der Hackerkultur (ca. 1975 – 1980)

Die Faszination für Computer und damit auch die Anzahl derer, die sich leidenschaftlich damit beschäftigten, stieg in den nachfolgenden Jahren weiter an. Es entstanden kleine Gruppen, die sich auch außerhalb von Universitäten mit der Computerwelt beschäftigten.

Im Jahre 1975 stellte die amerikanische Zeitschrift „Popular Electronics“ in ihrer Januar-Ausgabe den ersten marktreifen Computerbausatz Altair 8800 vor. Sie war damals die erste Zeitschrift, die über dieses Gerät berichtete, das bei Computerfans als sensationell galt.[1] Der Entwickler des Geräts, der Hacker Ed Roberts, hatte ihn mit der Idee entwickelt, einen Computer auf den Markt zu bringen, der vor allem von privaten Nutzern gekauft und benutzt werden sollte. Tatsächlich verkaufte sich das Gerät über 4000 Mal innerhalb von drei Monaten und wird noch heute oft als der erste Personal Computer (PC) der Computergeschichte angesehen.[2] Das Gerät fand große Anerkennung innerhalb der kleinen Zielgruppe von Hackern, die trotz der aus heutiger Sicht minimalen Leistung des Geräts anfingen darauf zu programmieren.[3]

Die Daten und die Programme wurden auf Lochkarten oder großen Magnetbändern gespeichert. Der Software kam somit eine wichtige Bedeutung zu. Nur durch sie war es möglich, die damals noch oft ohne Software gelieferten Computer durch eigene Initiative auszureizen. Programmcodes wurden unter den Wissenschaftlern kopiert, optimiert und diskutiert. Sie machten sich das Programmieren zur Lebenseinstellung. Zu dieser Zeit entstand bereits eine neue Gruppe von Hackern. Hier formten sich auch die ersten Überlegungen zu einer ganz eigenen Hacker-Ethik.[4] Die ersten Hacker sahen die neue Computertechnik als eine Chance, die Welt zu verbessern. An dieser, zunächst für Außenstehende weit hergeholten Vision, hielten die Hacker fest. Einschränkungen, die den Umgang mit dieser Technik verhindern konnten, waren für sie nicht akzeptabel. Ihrer Meinung nach mussten die Systeme für jedermann zugänglich und veränderbar sein. Wirkliche Innovationen konnten für sie nur erfolgen, wenn man nicht gezwungen wurde, einem Gerät oder einer Software passiv zu begegnen, sondern wenn man seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Der ungehinderte Zugang zu Informationen und deren freigiebiger Austausch wurden zu wichtigen Leitmotiven ihres Handelns. [5]

Begriffe wie Hackerkultur, Hacker-Ethik und Hackerfood verbreiteten sich schnell innerhalb der eigenen Reihen der Hacker und es entwickelte sich eine eigene Sprache für dieses elektronische Weltbild.[6] Der Zusammenhalt der Hacker-Gemeinschaft wurde damit weiter gefestigt.

Es entstand das Jargon-Lexikon am MIT, das weltweit bekannteste und größte Hackerlexikon, das noch heute regelmäßig aktualisiert wird. Dort sind Begriffe, Definitionen und Lebensweisheiten rund um die Welt der Hacker festgehalten.[7]


[1] Vgl. N.n. 1975.
[2] Vgl. Borchers 2004.
[3] Vgl. Veit 1999-2002.
[4] Vgl. Hannemyr 1997.
[5] Ebd.
[6] Vgl. en.wikipedia.org/wiki/Hacker_culture (Stand 1. Juni 2018).
[7] Vgl. science.uva.nl/~mes/jargon/t/top-orig.html (Stand 1. Juni 2018).

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