Einleitung

Raubkopien sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. CD- und DVD-Rohlinge zum Erstellen sind bereits für einige Cent zu haben. In Internet-Tauschbörsen lassen sich auch ohne fundierte technische Kenntnisse Raubkopien herunterladen.

Die Urheber sprechen von Milliardenschäden, die ihnen durch das illegale Downloaden und Brennen entstehen.[1] Sie wehren sich mit Klagen, und dabei zeigt ein Blick auf die Beschuldigten, dass Raubkopieren längst nicht mehr nur eine Sache jugendlicher „Computerfreaks“ ist, sondern sich zu einem Massenphänomen entwickelt hat.[2] In der Diskussion um Gesetze und Strafen prallen verschiedene Meinungen aufeinander. Die Vorschläge reichen von der Einführung einer Bagatellklausel für Raubkopieren in geringer Zahl und im privaten Bereich[3], über die völlige Abschaffung eines Rechts auf private Kopien[4], bis hin zur Legalisierung von Kopien bei Einführung einer Pauschale für alle Computernutzer – der sogenannten Kulturflatrate.[5]

Dabei findet in der öffentlichen Diskussion der historische Aspekt der Entstehung von Raubkopien kaum Erwähnung. Auch wird kaum berichtet, dass es eine hierarchisch organisierte Struktur der Raubkopierer gibt, die in einem Zusammenhang zur Gemeinschaft der Hacker steht. Auch auf die eigentlichen Motive der Raubkopierer wird nur selten eingegangen.


[1] Vgl. Schmidt 2006, S 42 ff.
[2] Vgl. N.n. 2005 (a).
[3] Vgl. Voregger 2005.
[4] Vgl. Schmidt 2006, S. 42.
[5] Vgl. Hildebrand 2005, S. 27.

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