eBookz

Raubkopierte Bücher

ebookzNeben Software, Musik und Filmen werden auch Bücher als digitale Raubkopien über das Internet verbreitet.

„Wer weiß, wo er suchen soll, findet Computer-Literatur, Science-Fiction und Fantasy, philosophische Grundlagenwerke, abgedrehte Esoterik und natürlich die üblichen Bestseller“.[1] Sogar Zeitungen und Zeitschriften wie beispielsweise FAZ, DIE ZEIT, Der Spiegel oder Focus können als Computerdatei heruntergeladen werden. Sie alle werden unter dem Begriff eBookz zusammengefasst. Wie in der Szene der Raubkopierer üblich, tarnen sich die Ersteller von eBookz mit Pseudonymen.[2] In gemeinsamer Arbeit werden Raubkopien von Büchern und Zeitschriften erstellt und verbreitet. Dies geschieht zumeist im PDF-Format über FTP-Server, IRC-Chatkanäle oder Filesharing-Programme.[3] Das bislang schnellste eBook-Release eines bekannten Buches ist der sechste Band von „Harry Potter“. Zwölf Stunden nach dem Verkaufsstart der englischen Originalversion „Harry Potter and the Half-Blood Prince“, ließ sich im Internet bereits eine Raubkopie des Buchs herunterladen.[4]

eBookz herstellen

Die Erstellung eines eBookz ist aufwändig, da jede einzelne Seite in ein computerlesbares Format umgewandelt werden muss. Hierfür kann zum Beispiel ein Scanner verwendet werden. Dabei muss das Buch Seite für Seite auf das Gerät gelegt und eingelesen werden. Je nach Umfang der Vorlage kann dies mehrere Stunden dauern. Als Alternative haben sich Digitalkameras erwiesen. Da diese mittlerweile die Qualität von Scannern erreichen, können die Bücher abfotografiert werden. Das kann deutlich schneller erledigt werden als das Scannen der einzelnen Seiten.[5] Nach dem erfolgreichen Digitalisieren liegt das Buch in Form von Bilddateien auf dem Computer vor. Mit Hilfe einer automatischen Texterkennung (OCR) wandeln die Ersteller der eBookz die Bilder in Textdateien um. Am Computer kann dann sogar der gesamte Text des Buches nach einzelnen Wörtern durchsucht werden. Zudem können die Leser digitale Notizen und Markierungen direkt im Text vornehmen.

Der enorme Aufwand zeigt sich auch darin, dass jedes eBook nach dem Prozess der automatischen Texterkennung Korrektur gelesen wird, da die Texterkennungsprogramme nicht immer fehlerfrei arbeiten. Zudem werden oft „liebevoll editierte Seitenspiegel mit dem Namen oder dem Logo des Scanners eingefügt“.[6]


[1] Stieler 2002. S. 204 ff.
[2] Vgl. Stieler 2002. S. 204 ff.
[3] Ebd.
[4] Vgl. Pasick 2005.
[5] Vgl. Joos 2005 (a).
[6] Stieler 2002. S. 204 ff.

 

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